Schliengen (do). Der Schliengener Helferkreis für Flüchtlinge hat sich als Verein gegründet: In seiner jüngsten Sitzung im Schliengener Rathaus bestimmten die zehn Mitglieder, die sich in die Gründungsliste eingetragen hatten, einen Vorstand. Vorsitzender ist der Schliengener Energieberater und Gemeinderat Georg Hoffmann (Bündnis 90/Grüne).

Mit der gut vorbereiteten Satzungsvorlage, die sich an die Vereinssatzung des Lörracher Arbeitskreises „Miteinander“ anlehnt, hatten die Mitglieder wenig Mühe, so dass die Vereinsgründung zügig vonstatten ging. Der Verein nennt sich „Hilfe für Flüchtlinge Schliengen e.V.“ und versteht sich als organisatorisches und finanzielles Rückgrat des Helferkreises, der seit September 2014 aktiv ist und schon etliches an ehrenamtlichem Einsatz für die derzeitigen Bewohner und die Vorbereitungen für die Ankunft der neu Zugewiesenen geleistet habe, wie Sprecherin Michaela Fohmann bilanzierte.

Noch ist es ruhig in der Unterkunft in der Schliengener Brezelstraße, die drei kleine Häuser mit je drei Zimmern, Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsbad umfasst. Derzeit leben drei Personen dort. Doch schon im Juni soll ein Ehepaar aus Mazedonien dazukommen; im Verlauf des Jahres werden bis zu 13 Flüchtlinge erwartet, die alle aus der Gemeinschaftsunterkunft Rheinfelden nach Schliengen übersiedeln.

Da die Unterkunft in der Brezelstraße nur als Durchgangslösung gedacht ist, sucht die Gemeinde jetzt schon Wohnungen für die Menschen und hat auch im Gemeindeblatt einen entsprechenden Aufruf gestartet. Die Häuser sind inzwischen saniert, wie Thomas Ißler vom Sozialamt berichtete. Dabei wurden auch die Anregungen vom Helferkreis berücksichtigt, beispielsweise Türknäufe, die von außen nicht zu öffnen sind und den Bewohnern ein besseres Sicherheitsgefühl geben sollen.

Ebenso gibt es jetzt Klingeln an den Türen, Rauchmelder in den Zimmern und eine Außenbeleuchtung mit Bewegungssensor. Auch ein Abstellplatz für Fahrräder wurde angelegt und ein Container für die Gelben Säcke aufgestellt. Inzwischen denke die Gemeinde über ein weiteres Gebäude für Flüchtlinge nach, das sie in der Brezelstraße errichten will, sagte Ißler. Das Land sei inzwischen bereit, hierfür Zuschüsse zu geben.

Unterstützung erhält der junge Verein nicht nur von der Gemeinde, sondern auch von der Sozialbetreuerin des Landkreises Lörrach, Nazmije Mahmutaj. Sie ist seit April Ansprechpartnerin für Bürgerinitiativen in Rheinfelden, Efringen-Kirchen und Schliengen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Bei ihr gibt es Infos zu Rechtsfragen, interkulturellen Schulungen und anderem. Sie werde bei jedem Treffen des Helferkreises dabei sein, versprach sie. Sie informierte auch, dass jetzt alle Flüchtlinge, wenn sie drei Monate im Land sind, eine angemeldete Arbeit aufnehmen dürfen, unabhängig von ihrem Status. Dabei bleibe jedoch die Vorrangregelung, die deutschen Bewerbern um einen Job den Vorzug gebe, bestehen.

Noch nicht gelöst hat der Verein die Frage, wo man einen Treffpunkt für die Flüchtlinge und ihre Paten einrichten könne, da die Wohnungen in der Brezelstraße sehr beengt sind. Es seien vielfach vertrauliche Gespräche notwendig. Aber auch für die Geselligkeit wäre ein temporär nutzbarer Raum wünschenswert, und wenn es nur ein Zimmerchen wäre, sagte Michaela Fohmann.

Als nächstes will der Verein dem Gemeinderat vorschlagen, in der Brezelstraße einen kostenlosen W-LAN-Punkt zu etablieren, um den Bewohnern die Kontaktnahme zu Freunden und Angehörigen zu erleichtern. In einer kurzen Diskussion einigte man sich auf einen Jahresbeitrag von 30 Euro pro Vereinsmitglied, 15 Euro für Geringverdiener.

u  Infos bei Georg Hoffmann unter Tel. 07635/82 69 73 oder georg@g-hoffmann-geb.de