Schliengen Kommentar: Fußstapfen jetzt füllen

Der Favorit hat sich am Ende durchgesetzt: Der promovierte Jurist Christian Renkert tritt die Nachfolge von Bürgermeister Werner Bundschuh an.

Die Schliengener haben sich beim Urnengang für Bewährtes entschieden. Denn mit Renkert wird ein Kommunalpolitiker auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen, der sich auskennt. Der Kanderner Bürgermeister bringt reichlich Erfahrung und auch ein entsprechendes Netzwerk mit.

Allerdings machten es ihm seine Konkurrenten weit schwerer, als es zunächst abzusehen war. Renkert war der erste und lange einzige Kandidat. Viele sahen den erfahrenen Kommunalpolitiker, Verwaltungsfachmann und Rathaus-Chef der Nachbargemeinde da schon als Bundschuh-Nachfolger „gesetzt“.

Durch die Bewerber-Konkurrenz wendete sich jedoch das Blatt. Der Schliengener Wahlkampf gewann zunehmend an Spannung. Vor allem Simone Penner, die erst am letzten Tag der Bewerbungsfrist aus der Deckung kam, wurde dem Profi richtig „gefährlich“. Mit ihrem engagierten Wahlkampf, zu dem auch Hausbesuche und Wahlaufrufe auf Facebook gehörten, konnte die Architektin binnen weniger Wochen zahlreiche Wähler von sich überzeugen.

Für zusätzliche Brisanz sorgte vor wenigen Tagen dann Kandidat Claus Weichel. Er trat mit dem Vorwurf an die Öffentlichkeit, der amtierende Amtsinhaber Bundschuh habe versucht, den Wahlkampf zu beeinflussen. Das kam bei den Bürgern allerdings gar nicht gut an, wie das gestrige Wahlergebnis zeigte. Mit der Aktion hat sich der Apotheker, der im ersten Wahlgang als Drittplatzierter gut 26 Prozent holte, offensichtlich selbst ins Knie geschossen. Zumal vor dem Hintergrund, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag noch ein klares Statement setzte, als er bekanntgab, dass Schliengens scheidender Bürgermeister die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde verliehen bekommen soll.

Für das „Schliengener Urgewächs“ Renkert heißt es jetzt „liefern“. Es gilt, den Ankündigungen seines Wahlprogramms Taten folgen zu lassen. Die Erwartungen der Wähler sind jedenfalls hoch. Schließlich folgt Renkert auf einen „Macher“, der auch nach 30 Jahren als Schliengener Rathauschef keinerlei Amtsmüdigkeit zeigte. Bundschuh, einer der dienstältesten Rathauschefs in der Region, hinterlässt ein wohl bestelltes Feld – und sehr große Fußstapfen, die es jetzt zu füllen gilt.

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