Schliengen Landwirtschaft und Ferien auf dem Bauernhof ermöglichen

Ferien auf dem Bauernhof sind beliebt.Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Schliengen-Obereggenen (anl). Hoch her ging es im Schliengener Gemeinderat beim Bauantrag zur Umgestaltung des landwirtschaftlichen Anwesens „Hanebecks Hof“ im Außenbereich von Obereggenen. Dies auch, weil der Obereggener Gemeinderat das Ansinnen in seiner Sitzung mit vier zu zwei Stimmen bei zwei abwesenden Ratsmitgliedern abgelehnt hat. Am Ende stimmte das Gremium bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung mehrheitlich dem Bauvorhaben zu.

Was geplant ist

Bürgermeister Christian Renkert stellte den Ratsmitgliedern das Vorhaben vor. Geplant ist unter anderem die Aufstockung und der Umbau des bestehenden Wirtschaftsgebäudes mit Gästeappartements und der Einrichtung einer Verwalterwohnung im Dachgeschoss. Ferner ist die Errichtung von drei Pferdeboxen, die Überdachung der bestehenden Stellplatzanlage für Feriengäste sowie der Neubau einer unterirdischen Technikzentrale und die Anlage eines Schwimmbads mit Öko-Regenerierung und eigener Wasserzuführung vorgesehen.

Verwundert zeigte sich Gemeinderat Karl-Ernst Seemann über den dritten Bauantrag innerhalb von vier Monaten, für ihn sehe das nach „Salamitaktik“ aus. In der Tat hatte der Gemeinderat bereits den Umbau des Wohngebäudes sowie in der vorhergehenden Sitzung das Aufstellen von Hühnermobilen genehmigt.

Die Architektin Manuela Walz informierte den Gemeinderat daher vorsorglich darüber, dass noch ein vierter Bauantrag für den Bau einer neuen Scheune kommen wird.

Bei der Vorstellung des Projekts wies der Bürgermeister auf den geringen Flächenverbrauch hin und begrüßte, dass beim Umbau des Wirtschaftsgebäudes in die Höhe gebaut werde und die Technikzentrale im Erdboden verschwinde.

Gemeinderat Bernhard Ströbele verwies darauf, dass der Obereggener Ortschaftsrat das Vorhaben abgelehnt habe. Der Ortschaftsrat sei das Gremium im Dorf, dass die beste Ortskenntnis habe. „Der Ortschaftsrat Obereggenen ist als nächstes dran“, meinte auch Karl-Ernst Seemann.

Der Hauptkritikpunkt des Ortschaftsrats sei gewesen, dass die Bebauung zu hoch und damit zu massiv sei, gab Bürgermeister Renkert zu. Die Meinung aus dem Ortschaftsrat sei ihm als Bürgermeister wichtig. Seiner Meinung nach sei es besser, in die Höhe statt in die Fläche zu gehen.

Stellungnahmen der Räte

Gemeinderat Thomas Sattler betonte, dass er sich als langjähriger und ehemaliger Ortsvorsteher von Liel nicht an den Beschluss des Obereggener Ortschaftsrats gebunden fühle. Solche Entscheidungen sollten am besten einstimmig erfolgen und gut begründet sein.

Bodo Zimmermann begrüßte das Vorhaben: „Es spielt sich alles im Bestand ab, es geht doch nur in die Höhe.“

Georg Hoffmann bedauerte, dass kein Vertreter des Ortschaftsrats an der Gemeinderatssitzung teilnahm. Er habe den Eindruck, dass es nicht allein um die Höhe, sondern auch um „unausgesprochene Ressentiments“ gehe.

Michael Schmitt-Mittermeier äußerte die Vermutung, dass eine Feriensiedlung entstehe. Rolf Berner wollte wissen, ob denn auch vier Ferienwohnungen genehmigt werden, üblich seien im Außenbereich sonst nur zwei.

Planerin Manuela Walz erläuterte, dass es beim Vorhaben darum gehe, die Möglichkeit zu schaffen, Feriengäste unterzubringen und die Landwirtschaft weiter zu betreiben: „Landwirtschaft alleine ist heute schwierig.“

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