Schliengen Mehr als nur eine Schnäppchenjagd

Eine kleine Völkerwanderung setzte am Samstagvormittag Richtung Mauchen ein: Der Dorfflohmarkt, der nur alle zwei Jahre stattfindet, lockte die Besucher wieder in Scharen ins malerische Winzerdorf. Die ersten Trödelfreunde hatten schon weit vor dem offiziellen Beginn um 9 Uhr ihren Streifzug durchs Dorf gestartet. Die Autos parkten bis nach Schliengen.

Von Claudia Bötsch

Schliengen-Mauchen. Mit 143 Ständen wurde das ganze Dorf zur Flohmarktmeile und lud zum stundenlangen Bummeln und Stöbern ein. Auf den schmucken Straßen herrschte buntes Treiben, wobei sich der Ansturm aufs Angenehmste übers Dorf verteilte.

Von Kleidung bis Oldtimer

Das große und vielfältige Angebot ließ die Herzen der Schnäppchenjäger höher schlagen: Zu haben gab es in den Höfen und Garagen Alltägliches, Nützliches, aber auch Ausgefallenes, Kurioses und Raritäten. Die Palette reichte von Kleidung, Spielzeug, Büchern und Geschirr über alte Fenster und Werkzeug bis hin zu einem Saxophon, Skiern und selbst gemachten Kränzen sowie historischen Feuerwehrhelmen oder einem Föhn und einem Telefon aus den 1950er-Jahren. Auch Extravagantes hatte seinen Platz: So standen auf einem Hof glänzend polierte Oldtimer-Fahrzeuge zum Verkauf bereit.

Unter dem Motto „Unser Dorf räumt auf“ hatten die Mauchener wieder eifrig ihre Scheunen, Keller und Dachböden durchforstet – das Ergebnis waren üppig gefüllte Stände, die sich durchs ganze Dorf zogen. Pandemiebedingt hatten die Mauchener viel Zeit zum Entrümpeln – dementsprechend vielfältig war das Angebot.

„Wahnsinn, wir haben es vielleicht gerade mal geschafft, die Hälfte abzuklappern“, meinte eine ältere Dame, die zwei prall gefüllte Tüten mit Spielzeug für ihren Enkel zum Auto trug. Schon deutlich vor der Mittagszeit schleppten bereits die ersten Besucher stolz ihre Beute nach Hause.

Malerisches Winzerdorf

Beim Mauchener Dorfflohmarkt, der bereits zum zehnten Mal stattfand, geht es indes um mehr als nur ums Schnäppchen jagen: „Die Atmosphäre ist toll und Mauchen einfach ein schönes Dorf mit vielen lauschigen Plätzen“, sagte eine junge Frau aus Freiburg, die mit Kind und Kegel zum Dorfflohmarkt gekommen war. „Wir gucken uns die Stände, aber auch die hübschen Gärten und Höfe an“, sagte sie. Die Veranstaltung lockt auch Besucher aus einem weiteren Umkreis an – so hörte man zwischendurch immer mal wieder Schweizerdeutsch.

Die Besucher genossen es sichtlich – speziell nach den vielen veranstaltungsarmen Corona-Monaten – bei schönem Wetter durch die hübschen Gassen zu schlendern. Zumal der Flohmarkt auch eine willkommene Gelegenheit bot, endlich wieder einmal alte Bekannte zu sehen und hier und da einen Schwatz zu halten.

Gute Stimmung herrschte auch bei den Standbetreibern, die sich auf Nachfrage unserer Zeitung „sehr zufrieden“ zeigten.

Bestens lief der Verkauf auch bei der Mauchener Feuerwehr: „Bis 14 Uhr gingen bereits mehr als 600 Würstchen über den Tresen“, freute sich Herbert Ophoven, Rechner der Mauchener Wehr.

Das Bewirtungsangebot war indes pandemiebedingt etwas eingeschränkt.

Rekordzahl an Ständen

Eine sehr positive Bilanz zog gestern Astrid Moser-Oeschger vom Organisationsteam im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es war super“, freute sie sich und verwies auf „entspannte Besucher und tolle Umsätze“. Auch unter Corona-Auflagen habe alles prima funktioniert. Mit 143 Ständen habe man sogar einen Rekord verzeichnen können. „Einfach toll, dass so viele Mauchener mit dabei sind.“

Moser-Oeschger selbst bot mit ihrer Familie unter anderem vegane Speisen an. „Wir waren schon am frühen Nachmittag bis auf das letzte Radieschen ausverkauft“, freute sie sich über die tolle Resonanz.

Auch dieses Mal werden mit den Einnahmen aus den Standgebühren wieder Projekte in Mauchen finanziert.

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