Schliengen Mit großem Stimmvolumen und Chordisziplin

Stimmstark, präzise und vielseitig präsentierte sich der Männerchor Eggenertal unter Norbert Weisenseels Leitung. Foto: Silke Hartenstein

Schliengen-Obereggenen - „Wir sind ganz überrascht, dass es so hell ist“, staunte Co-Vorsitzender Hans-Rudi Heinrich bei der Eröffnung des Frühsommerkonzerts des Männerchors Eggenertal. Das für Ende März geplante Konzert unter dem Motto „Ein bunter Liederstrauß“ war aus gesundheitlichen Gründen verschoben worden.

Für einen englischsprachigen Farbtupfer im Liederstrauß sorgte der neue Müllheimer Chor „A007“ unter Lothar Welsens Leitung. Der Männerchor mit seinem Chorleiter Norbert Weisenseel spannte mit deutschsprachigen Liedern den Bogen von klassischer Männerchorliteratur über spirituelle Lieder, Evergreens, Folklore und Heiteres bis zur Oper und Operette.

Souverän wechselten die 23 Sänger von einem Genre zum anderen. Mit großem Stimmvolumen und großer Chordisziplin interpretierten sie passgenau die sehr unterschiedlichen Charaktere ihrer Lieder – darunter fünf Premieren. Präzise Einsätze, rhythmisch gekonnte Stakkatopassagen, saubere Intonation und Dynamik machten das Zuhören zum Vergnügen und immer wieder füllte starker Applaus die recht gut besetzte Blauenhalle.

Eröffnet wurde der musikalische Reigen durch Otto Grolls kraftvoll-kerniges „Freunde lasst uns singen“. Dann wurde es spirituell beim mit stufenloser Beschleunigung umgesetzten israelischen Volkslied „Hevenu shalom alechem“ und dem ausgefeilt arrangierten Spiritual „Good news“. Es folgte ein leichtfüßig-beschwingter Spaziergang „Aux Champs-Elysée“ und mit „Funiculi, Funicula“ die genüsslich-schöne Umsetzung sämtlicher Italien-Klischees.

Der weich wogende Gesang der Brandung im „Meereszauber“ bekam durch Frank Steingers hohes Trompetensolo ein Glanzlicht aufgesetzt. Für Glanzlichter sorgte aber auch Pianist Lothar Welsen, etwa mit seinem sensiblen Intro zu Jacques Offenbachs „Barcarole“.

Als Chorleiter wechselte Welsen vom Klavier zum Stehpult und präsentierte den „A007“. Der im Herbst 2018 gegründete Eltern-Lehrer-Schülerchor des Markgräfler Gymnasiums Müllheim hat seinen Namen von seinem Proberaum im Musiksaal. Dazu passte „Skyfall“ aus dem gleichnamigen Film mit Geheimagent James Bond alias 007.

Der Chor setzte auf englischsprachige Ohrwürmer wie Leonard Cohens „Hallelujah“, die spannungsvolle „Bohemian Rhapsody“ oder den mit einer guten Prise Jazz gewürzten Musical-Klassiker „Somewhere over the Rainbow“. Mit Pianist Martin Klingler hatten die zwölf Sänger und Sängerinnen einen versierten Begleiter und brachten nach kräftigem Beifall mit ihrer Zugabe „Aquarius“ Flower Power in die Blauenhalle.

Bald darauf eröffnete Ansager Weisenseel den heiteren Konzertteil mit einem Frösche-Witz. Für die witzige „Hochzeit der Frösche“ mit getragenem Einstieg und sauberem Schwenk zum temporeichen Part erntete der Männerchor viele Lacher und großen Beifall.

Zwei Zugaben

Heiter ging es weiter mit täuschend echtem Hahnenschrei beim gut gelaunten „Der Hahn von Onkel Giacomedo“ und gekonntem Falsett der Tenöre im Refrain von Udo Jürgens Evergreen „Aber bitte mit Sahne“. Zuletzt gab es nochmals starke Kontraste mit der romantischen „Barcarole“ und Johann Strauss‘ „Einzugsmarsch“.

Mit lang anhaltendem Applaus forderte das Publikum zwei Zugaben und bekam ein vielstimmiges Dankeschön vom Chor.

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