Schliengen Modellwechsel im Nahverkehr

Sollen Busunternehmen weiter auf eigene Rechnung arbeiten?Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Markgräflerland. In der bisherigen Diskussion um den neuen Nahverkehrsplan des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Freiburg standen die Klagen über Verschlechterungen der Busanbindungen im Mittelpunkt. Außen vor blieb die Vergabe und Finanzierung der Verkehrserbringung. Die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (Agus) Markgräflerland und der Müllheimer Verkehrsexperte und Ex-Mitglied im Fahrgastbeirat Süd, Bruno Bartsch, plädieren hingegen für einen Systemwechsel weg vom „eigenwirtschaftlichen“ hin zum „gemeinwirtschaftlichen“ Verkehr.

Beim „eigenwirtschaftlichen“ Modell reicht der Landkreis die vom Land erhaltenen Zuschüsse direkt an die Transportunternehmen weiter, welche die von ihnen betriebenen Strecken auf eigene Rechnung betreiben. Ein Wettbewerb unter Busunternehmen, der unter Umständen möglicherweise zu besseren Kilometerpreisen führt, findet nicht statt.

Beim „gemeinwirtschaftlichen Verkehr“ ist der ZRF beziehungsweise der RVF (Regio Verkehrsverbund Freiburg) Leistungserbringer, an den auch die Einnahmen aus den Fahrkarten fließen. Dieser schreibt die zu erbringenden Leistungen aus und die Busunternehmen können sich bewerben. An Direktzahlungen fließen nur noch die Zuschüsse für den Schülerverkehr, in der Regel die Differenz zwischen einer Schüler- und einer Erwachsenen-Monatskarte.

Während die Kosten für die Buskilometer beim „eigenwirtschaftlichen“ Verkehr das einzige Kriterium seien, würden beim „gemeinwirtschaftlichen Verkehr“ auch Aspekte wie Kundenzufriedenheit und Pünktlichkeit einfließen. Zudem gibt der Auftraggeber den Fahrplanumfang vor.

Nach Ansicht von Bruno Bartsch sollte zunächst in einer Vergleichsberechnung ermittelt werden, mit welcher Bewirtschaftungsart das Ziel, die Verdopplung des öffentlichen Personennahverkehrs bis 2030, am besten zu erreichen sei.

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