Schliengen Musiker können ausschlafen

Der Musikverein Bad Bellingen hätte im vergangenen Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Die Corona-Zwangspause hat der Verein genutzt um ein mobiles Mini-Museum zu schaffen.Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Das traditionelle Maiwecken am 1. Mai fällt in diesem Jahr vielerorts wieder aus. Während im vergangenen Jahr vereinzelt noch am heimischen Fenster oder auf dem Balkon musiziert wurde, wird es am Samstagmorgen überall still bleiben. Zumal insbesondere im Landkreis Lörrach aufgrund einer Inzidenz von mehr als 100 strenge Corona-Regeln gelten.

Von Alexander Anlicker

Markgräflerland. Vor einem Jahr war die Zuversicht groß, die Corona-Pandemie schnell hinter sich bringen zu können. Damals hatten sich die Mitglieder des Musikvereins Schliengen verabredet, statt des traditionellen Maiweckens mit dem Zug durch die Gemeinde auf dem heimischen Balkon zu musizieren. Jeder für sich aber alle gemeinsam hatten früh um 7 Uhr der „Mai ist gekommen“ und anschließend den Marsch „Hochbadnerland“ angestimmt.

Musikverein Schliengen

Dieses Jahr habe man nichts geplant, berichtet der Vorsitzende des Musikvereins Schliengen, Paul Schäfer, auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Verein stehe in engem Austausch mit dem Markgräfler Musikverband.

Nicht gemeinsam musizieren zu können, falle den Mitgliedern schwer, berichtet er. Schäfer ist froh, dass der Verein bislang noch keine Abgänge zu verzeichnen hatte. „Wir warten einfach ab und stehen in den Startlöchern“, beschreibt er die Situation. „Ich bin sehr verhalten“, sagt Schäfer mit Blick auf weitere Pläne für das laufende Jahr. Konzerte seien keine geplant, auch ein für Ende November vorgesehenes Konzert des Landespolizeiorchesters sei in der Schwebe.

„Wir hoffen, dass wir – ähnlich wie im vergangenen Jahr – wieder im Freien üben dürfen, wenn es wärmer wird. Online-Proben fänden keine statt, stattdessen treffe man sich online alle 14 Tage auf ein Bier oder Glas Wein. „Es würde uns allen gut tun, wenn wir uns wieder treffen können“, betonte Schäfer.

Musikverein Eggenertal

„Wir planen nichts für den 1. Mai“, erklärt auch der Vorsitzende des Musikvereins Eggenertal, Uli Staible, und verweist auf die im Landkreis Lörrach seit Mittwoch geltende Notbremse. Somit werde es schwierig eine Kleingruppe zu bilden, um zu musizieren.

Seit November gibt es keine Proben mehr, auch Online-Proben finden beim Musikverein Eggenertal nicht statt. „Alle Aktiven hoffen, dass es bald wieder los geht. Für Dirigent und Musiker wird der Neustart eine große Herausforderung werden, da wir alle wieder von null anfangen müssen.

Musikverein Bad Bellingen

Der Musikverein Bad Bellingen will sich im Vorstand noch besprechen, sagt der Vorsitzende Christoph Dörr. Angesichts der geltenden Notbremse werde es seiner Meinung nach wohl keine Aktion zum 1. Mai geben.

Vorstand und Musiker treffen sich regelmäßig online, um die Lage zu besprechen. Anfangs noch wöchentlich, jetzt nur noch alle 14 Tage, dafür mit einem kleinen Programm. Beim letzten Mal wurden Bilder gezeigt vom mobilen Mini-Museum.

Dafür haben die Musiker den „Hellberg-Anhänger“, ein Instrurmentenanhänger aus dem Jahr 1956, aufgemöbelt und eine interaktive Ausstellung mit Bildern, alten Instrumenten und Tonbeiträgen erstellt. Derzeit ist der Anhänger vor dem Schlosspark beim Rathaus aufgestellt.

Musikverein Auggen

Es sei schwierig, etwas auf die Beine zu stellen und dabei die Corona-Regelen einzuhalten, meint Tobias Maier, Vorsitzender des Musikvereins Auggen. „Wir haben uns deshalb entschieden, nichts zu machen“, sagt er.

Meier bedauert, dass insbesondere die Kinder und Jugendlichen nicht proben können. Irgendwann werden den Musikvereinen zwei Jahrgänge fehlen, die von der Jugend ins Hauptorchester wechseln. Online-Proben seien nicht dasselbe wie richtige Proben. Auch ihm falle es schwer, mit der Trompete „in den Computer reinzublasen“. Das ist kein Ersatz für das persönliche Treffen und gemeinsame Musizieren.

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