Schliengen Musikverein öffnet Fenster zur Welt

Bianca Flier
Mit einem großartigen Konzert begeisterte der Musikverein Eggenertal unter der Leitung von Thomas Moritz die Zuhörer in der St.-Vinzenz-Kirche in Liel. Foto: Bianca Flier

Mit einem großartigen Konzert in der historischen Dorfkirche St. Vinzenz begeisterte der Musikverein Eggenertal die zahlreich herbeigeströmten Musikfreunde. Dirigent Thomas Moritz hatte mit dem Orchester einen bunten Strauß klassischer und zeitgenössischer Kompositionen einstudiert, darunter auch einiges zum Mitsingen.

Von Bianca Flier

Schliengen-Liel. „Musik“, so betonte der Vorsitzende des Musikvereins, Uli Staible, in seiner Begrüßung, „ist ein Fenster zur Welt“.

Zum Auftakt erklang das feierliche „Kyrie“ aus der Liturgie, wodurch eine sakrale Atmosphäre geschaffen wurde. Es folgte die „Europahymne“, Ludwig van Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ aus seiner neunten Sinfonie, in einer festlichen Interpretation mit machtvollen Momenten.

Aus Beethovens berühmter „Schicksals-Sinfonie“ intonierte der Musikverein danach das triumphal gestaltete Finale des vierten Satzes.

Mit „Window to the world“, einer Komposition von Fritz Neuböck, entführte das Orchester sein Publikum auf eine aufregende Reise in den Süden Afrikas. Die Musik, die auf dem Traditional „Yakanaka Vhangeri“ basiert, ist eigens für Blasorchester geschrieben. Mit ihren fröhlichen Rhythmen, zauberhaften Melodiebögen und tänzerischen Elementen bildete sie ein wahrhaft wundervolles Fenster in eine exotische Welt.

Mit Gänsehauteffekt

Einen besinnlichen Kontrast dazu bot der Musikverein mit der Darbietung des bekannten Kirchenliedes „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Dietrich Bonhoeffer hat den ergreifenden Text während seiner Gestapohaft im Jahr 1944 geschrieben und in einem Brief an seine Familie geschickt. Eine Interpretation mit Gänsehauteffekt.

Ein Klangereignis

Anlässlich der „Highland Games“ 1982 in Deutschland komponierten Ulrich Roever und Michael Korb die Dudelsack-Hymne „Highland-Cathedral“, eine Hommage an Schottland. In der vom Musikverein gespielten Version für Blasorchester von Siegfried Rundel erlebten die gebannt lauschenden Hörer ein Klangereignis mit bewegenden Szenen aus der schottischen Geschichte. Vor dem inneren Auge öffneten sich Ausblicke auf felsige Strände, dramatische Schlachten und wilde Landschaften.

Nicht weniger eindrucksvoll war die Darbietung des Stückes „Emotionen“, einer Original-Bläserkomposition von Kurt Gäble. Es stellte eine große Herausforderung für das Orchester dar, die vielen Kontraste und dynamischen Effekte auszumalen, die der Komponist hier verarbeitet hat: Freude und Heiterkeit, Wut und Gelassenheit, Ruhe und Spannung. Der ganze Pulsschlag des Lebens schien in den facettenreichen Sequenzen aufzuscheinen. Das bombastische Finale stellte den Höhepunkt der pulsierenden Kraft dar, die Orchester und Publikum gleichermaßen ergriff.

Das jüdische Traditional „Shalom Alechem“ mit seinen langsamen und rasanten Passagen brachte Fröhlichkeit und Melancholie zum Ausdruck, ein Friedensgruß, der die aktuelle Weltlage in ihrem Widerstreit zwischen Krieg und dem Wunsch nach Frieden nicht besser hätte charakterisieren können.

Zum Mitsingen

Gerne stimmten die Hörer mit ihrem Gesang ein, als der Musikverein die Kirchenlieder „Herr deine Liebe“, „Ins Wasser fällt ein Stein“ und das Segenslied „Herr wir bitten, komm und segne uns“ anstimmte.

Nach zweijähriger Corona-Pause demonstrierten der Musikverein Eggenertal und sein souveräner Dirigent Thomas Moritz, dass das Orchester nichts von seinem Schwung und seiner Musikalität verloren hat.

Der Musikverein trat erstmals in der akustisch perfekten St.-Vinzenz Kirche auf. Die Moderation übernahm Kathrin Hofer.

Die am Ausgang erbetene Kollekte war für die Sanierung der Orgel und die Jugendarbeit des Vereins bestimmt. Im Anschluss an das Konzert waren die Besucher noch zu einem Umtrunk eingeladen.

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