Von Claudia Bötsch Schliengen. Eine neue Asylbewerberunterkunft für maximal 36 Personen wird in Schliengen geschaffen. Das Container-Gebäude soll im Gewerbegebiet, neben den bestehenden Notunterkünften in der Brezelstraße, errichtet werden. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend die entsprechenden Weichen gestellt. Die Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Das Architekturbüro Emil Schweinlin aus Kandern wurde mit der Planung der mobilen Raumeinheiten beauftragt. Es wird auch den notwendigen Bauantrag erarbeiten. Der zweistöckige Gebäudecontainer soll hinter dem Bauhof und neben den bestehenden Asylbewerber-Unterkünften der Gemeinde errichtet werden. Dazu muss die Doppelgarage des Bauhofs, die sich bisher in diesem Bereich befindet, an die Westseite versetzt werden. Das vorhandene Satteldach wird durch ein Pultdach mit gleicher Dachneigung wie das angrenzende Gebäude ersetzt. Der Gemeinderat hat die Verwaltung bevollmächtigt, die mobilen Raumeinheiten anzuschaffen. Angebote liegen bereits vor, sie werden geprüft. Gewählt werden soll die wirtschaftlichste Variante. Die Verwaltung wurde zudem dazu bevollmächtigt, die Mö­blierung einschließlich der Kücheneinrichtung der Wohneinheiten und den Heizungsanschluss vom Bauhof her in Auftrag zu geben. Bei Bedarf wird eine objektbezogene Statik und Prüfstatik beauftragt. Die Bevollmächtigung gilt auch für eventuell erforderliche Brandschutzgutachten. Verwaltung will lieber kaufen als mieten Die Verwaltung präferiert den Kauf von mobilen Raumeinheiten. Das machte Bürgermeister Werner Bundschuh in der Sitzung deutlich. Die Kosten belaufen sich auf etwa 350 000 Euro. Dazu kommen unter anderem noch die Ausgaben für die Möblierung der Unterkunft und das Verlegen von Leitungen. Die gesamten Kosten sollen über den Haushalt 2016 finanziert werden. Der Kauf einer solchen Anlage würde sich gegenüber der Miete ab dem fünften Jahr rechnen, erläuterte dazu Kämmerer Thomas Widmann. Vorgesehen ist ein Container-Gebäude mit Flachdach in zweigeschossiger Bauweise, mit einer Gesamthöhe von 5,70 Metern. Die Anlage soll sich wiederum pro Ebene aus sechs Einheiten zusammensetzen. Vorgesehen sind neun Schlafräume, in denen jeweils bis zu vier Personen Platz haben. Geplant sind zudem ein Gemeinschaftsraum und auf beiden Ebenen sanitäre Anlagen. Zum geplanten Flachdach ist eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans zu beantragen. „Die vorgesehene Wohnnutzung im Gewerbegebiet ist nach Rücksprache mit dem Landratsamt Lörrach als Ausnahme möglich“, heißt es von Seiten der Verwaltung. Für 2016 werden 62 Asylbewerber erwartet Mit dem Bau einer neuen Flüchtlingsunterkunft reagiert die Gemeinde auf die steigende Zahl von Asylbewerbern, die vom Landkreis nach einem festen Schlüssel auf die einzelnen Kommunen verteilt werden. Denn der zur Verfügung stehende Wohnraum wird nicht mehr lange für die Unterbringung der Asylbewerber ausreichen. Dazu kommt, dass auf dem privaten Wohnungsmarkt nicht ausreichend Wohnraum zur Verfügung steht. Für 2016 wird – gemäß einer vorläufigen Prognose – mit 62 Personen gerechnet, die der Gemeinde Schliengen vom Landkreis für eine Anschlussunterbringung zugewiesen werden. In diesem Jahr lag die Zahl bei 17 Personen, die noch alle untergebracht werden können. Parallel zum Bau der neuen Asylbewerberunterkunft bemüht sich die Gemeinde auch um die Anmietung von privatem Wohnraum. Derzeit werden drei Angebote geprüft, wurde in der Sitzung berichtet. In Aussicht steht ein Haus in Schliengen, das sich gut für Familien eignen würde, wie Bürgermeister Bundschuh meinte. Außerdem geht es um zwei Wohnungen, eine befindet sich ebenfalls in Schliengen, die andere in einem Ortsteil.