Schliengen „Nun ist die Zeit, dass wir heiraten“

Weiler Zeitung, 16.05.2018 21:37 Uhr

In trockenen Tüchern: In einer gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend haben die Kirchengemeinderäte von Feldberg, Nieder­eggenen und Obereggenen beschlossen, die drei Kirchengemeinden zu fusionieren. Der Name der neuen Gesamtgemeinde muss indes noch gefunden werden, teilte Pfarrer Ralf Otterbach gestern mit.

Eggenertal. „Eigentlich leben wir die Fusion schon lange“, hatte Otterbach bereits bei der Gemeindeversammlung am Sonntag deutlich gemacht (wir berichteten). „Alle unsere Gemeindeveranstaltungen sind offen für alle Gemeindeglieder aus allen Ortsteilen, und der Kirchengemeinderat tagt schon seit Jahren gemeinsam, bespricht sich miteinander“, führte er aus. Wobei bis dato noch jeder für sich seine Entscheidungen getroffen habe.

Fotostrecke 2 Fotos

Die Gemeinde für die

Zukunft gut aufstellen

„Das wird in Zukunft anders sein, dann gibt es nur noch ein gemeinsames Leitungsgremium.“ Allerdings sei festgelegt worden, dass auch in Zukunft jede bisherige Gemeinde einen Wahlbezirk bilde, der die jeweils gleiche Anzahl an Kirchengemeinderäten stelle. „Das heißt, dass die drei Orte auch in Zukunft in gleicher Stärke, dann mit jeweils vier Mitgliedern, im Kirchengemeinderat vertreten sein werden“, machte Otterbach deutlich.

Eine Fusion der drei Gemeinden sei verwaltungstechnisch wünschenswert. Dies sei jedoch nur ein sehr nebensächlicher Grund für eine Fusion gewesen. „Wichtiger war es, die Gemeinde für die Zukunft gut aufzustellen“, hielt Otterbach fest.

Zum Beispiel wird davon ausgegangen, dass es einmal leichter sein werde, einen neuen Pfarrer zu finden, wenn dieser nur eine und nicht drei eigenständige Gemeinden zu betreuen habe. „Und sollte in Zukunft noch einmal, wegen des abzusehenden Pfarrermangels, darüber diskutiert werden, Gemeinden zusammen zu legen, ist eine größere Gemeinde viel weniger eine ,Verfügungsmasse’ als eine kleine“, machte Otterbach deutlich. „Die Gefahr, dass man als Mini-Gemeinde einfach einer Größeren zugeordnet wird, besteht nun nicht mehr.“

Den Kirchengemeinderäten sei wichtig gewesen, „gerade durch die Fusion in der Frage der Gebäude handlungsfähig zu sein“. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf das derzeit laufende, so genannte Liegenschaftsprojekt des Oberkirchenrats. Dabei wird unter anderem festgelegt, welche Gemeinderaumgröße in einer Gemeinde vom Oberkirchenrat überhaupt finanziell gefördert und unterstützt wird. Bei einer sehr kleinen Gemeinde werde entsprechend nur eine sehr kleine Größe gefördert. Eine durch die Fusion entsprechend größere Gemeinde bekomme dementsprechend auch finanziell mehr Möglichkeiten, heißt es weiter: entweder für Neubauten oder für Sanierungszwecke.

„Keine Gemeinde

kann übervorteilt werden“

Was im Eggenertal genau geschehen soll, habe der Kirchengemeinderat noch nicht festgelegt. Klar sei aber, dass keine Gemeinde übervorteilt werden könne, „denn ein neuer Beschluss über Gebäude darf nur im Konsens entschieden werden“. Das heißt: Im neuen Kirchengemeinderat müssen die Vertreter aller alten Gemeinden gemeinsam einem Plan zustimmen. Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche Kosten jeweils entstehen. Diese Studie soll als wichtige Entscheidungshilfe dienen.

„Wir waren viele Jahre verlobt, nun ist die Zeit, dass wir auch heiraten“, sagt Jochen Jozwiak, der Vorsitzende aus Feldberg. Und Pfarrer Otterbach fügt hinzu: „Wichtig ist, dass wir für die Zukunft gut aufgestellt sind.“