Schliengen Ohne Chorleiter geht es nicht

Alexander Anlicker
In der Schliengener St. Leodegar-Kirche müssten die Gottesdienste nun ohne musikalische Begleitung durch den Kirchenchor stattfinden. Foto: Alexander Anlicker

Der katholische Kirchenchor St. Leodegar Schliengen hat bekanntgegeben, dass die Aktivitäten des Chors bis auf weiteres ruhen. Eine große Rolle spielte dabei die Zwangspause während der Corona-Pandemie, erklärt Hella Przybilla, die bis zur jüngsten Mitgliederversammlung den Vorsitz innehatte.

Von Alexander Anlicker

Schliengen. Etwas Wehmut schwang bei Przybilla beim Gespräch am Redaktionstelefon mit. Vor 14 Jahren ist die Neuenburgerin nach einem Kirchenkonzert in Schliengen dem Chor spontan beigetreten und hatte in den vergangenen sechs Jahren den Vorsitz inne. „Es war ein schönes Chorerlebnis“, betont sie.

Nachdem der frühere Chorleiter aus Altersgründen aufgehört hatte, gab es bis zur Pandemie insgesamt drei Chorleiter, berichtet Przybilla. Dann kam die Corona-Pandemie. „Die Zwangspause spielte eine große Rolle“, sagt sie. Der letzte Chorleiter habe dann während der Pandemie einen kleinen Chor in Freiburg gegründet und es kam zu Terminschwierigkeiten. Durch die Verlegung des Probentermins haben dann einige Chormitglieder aufgehört oder sind zum Bamlacher Kirchenchor gewechselt. Mit den wechselnden Pfarrern habe der Chor auch keinen festen Ansprechpartner gehabt, fügt Przybilla hinzu.

Der gemische Chor, der in seiner besten Zeit 32 Mitglieder hatte, zählte am Ende noch knapp 20 Mitglieder und hatte ein Durchschnittsalter von rund 70 Jahren. Am Ende gab es keine Tenöre mehr und auch nur noch zwei Bass-Sänger und zwei Alt-Stimmen. Dies war zuwenig, erklärte Przybilla. So hatte der Chor seinen letzent Auftritt beim Patrozinium der Kirchengemeinde am 3. Oktober vergangenen Jahres. Bei der Mitgliederversammlung wurden auch keine Nachfolger mehr für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder gefunden. „Der Pfarrer hat uns empfohlen ,den Chor einfach mal ruhen zu lassen“, sagt Przybilla. „Wir haben es leider nicht geschafft, junge Sänger heranzuziehen“, stellt Przybilla fest und ergänzt: „Die gesellschaftlichen Veränderungen treffen nicht nur den Kirchenchor.“

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