Schliengen Regeln variieren von Ort zu Ort

Silke Hartenstein
Auch Schliengens Bürgermeister Christian Renkert (2. v. l.) ist ein Fan des badischen Kartenspiels und nahm am Cego-Turnier teil. Foto: Silke Hartenstein

Zum 33sten Cego-Turnier im Schliengener Feuerwehrhaus kamen am Sonntag 26 Teilnehmer aus Nah und Fern. Selbst aus Stuttgart fand ein Teilnehmer den Weg in seine badische Heimat.

Von Silke Hartenstein

Schliengen. Organisator Fridolin Orth war zufrieden, auch wenn man nicht an die Teilnehmerzahlen vor Corona anknüpfen konnte. Zufrieden waren auch die Cego-Fans, die teils größere Strecken auf sich nahmen, um nach dem Sommerturnier des vergangenen Jahres wieder zur gewohnten Jahreszeit zu spielen. Von Freiburg über Haltingen bis Buchenbach kamen sie ins Feuerwehrheim. Zwischen Buchenbach und Schliengen, so Orth, gebe es eine familiäre Verbindung, einmal im Jahr gehe es zum Cego-Spielen in privater Runde in den Hochschwarzwald.

Wikipedia sagt: „Für Cego gibt es keine einheitlichen Regeln. Je nach Gegend gibt es unterschiedliche Spielvarianten, die sich im Lauf der Zeit eingebürgert haben“. Die Cegospielerin aus Buchenbach bestätigt das: „Bei uns spielt man nach etwas anderen Regeln als hier“.

Selbst aus dem schwäbischen Stuttgart reiste ein Teilnehmer mit badischen Wurzeln an. Früher, so Fridolin Orth, hätten Badener Cego gespielt und Schwaben nicht. Das liegt daran, dass es früher anstelle der heutigen Bundesrepublik Deutschland eine Vielzahl an Fürsten-, Herzogtümern und Königreichen und somit viele Grenzen gab. Und da badische Soldaten das Cego-Spiel zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus den napoleonischen Kriegen mitbrachten, verbreitete sich das Spiel eben nur in Baden.

Auffällig ist die konzentrierte, ruhige und angenehme Atmosphäre. Für die Ruhe ist auch Orth zuständig, der immer wieder als Schiedsrichter aktiv wird. Für die Verpflegung mit Kaffee, Kuchen und heißen Würstchen wiederum sind die Jungfeuerwehrleute zuständig und für die vielen attraktiven Preise die Geschäftswelt aus Schliengen, Müllheim und Neuenburg. Der Turniersieger gewinnt den Wanderpokal und darf sich unter den Sachpreisen als Erster etwas aussuchen, danach folgen die weiteren Spieler in der Reihenfolge der von ihnen erzielten Punkte.

Orth gab vor Corona auch Cego-Kurse. Heute, erzählt er, treffe man sich am dritten Dienstag im Monat in der „Krone“ in Schliengen zum Cego-Spielen. Ab April würde Orth auch gern wieder Neulinge in der Kunst dieses Kartenspiels unterrichten. Drei Interessierte gebe es derzeit, so Orth, ein vierter Mann oder eine vierte Frau würden noch gesucht.

Turniersieger

Der Wanderpokal ging an Willi Hurst aus Niedereggenen, Zweiter wurde Hansjörg Laufer aus Freiburg, Dritter Hansjörg Weckerlin aus Heitersheim.

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