Schliengen Vernetzen und austauschen

Weinprobe im Tanklager: Markus Büchin stellt dem Schliengener Gewerbeverein seinen Betrieb vor. Foto: Dorothee Philipp Foto: Weiler Zeitung

Von Dorothee Philipp

Eine neue Homepage und eine neue Plattform des Austauschs: Der Schliengener Gewerbeverein hat frischen Wind in seinen Segeln. Eine lebhafte Resonanz hatte die Einladung zu einem ersten zwanglosen Zusammentreffen der Schliengener Gewerbebetriebe und Dienstleister.

Schliengen. Rund 100 Personen waren ins neue Weingut Büchin gekommen, um im großen Tanklager die Gelegenheit zum Austausch von Eindrücken, Ideen und Informationen zu nutzen. Hausherr Markus Büchin sorgte mit einer kleinen Weinprobe für einen stimmigen Rahmen und stellte seinen Betrieb kurz vor (siehe separaten Artikel).

Das Abendessen, ein schmackhaftes Gulasch mit Nudeln, Bauernbrot und Salat, hatte Sandra Sütterlin vom ebenfalls in der Nachbarschaft neu eröffneten Café „Berta“ mit ihrem Team zubereitet.

Dass die Bemühungen der Gemeinde um die Integration von Geflüchteten in das Arbeitsleben schon erste Erfolge haben, berichtete Bürgermeister Werner Bundschuh. So können bereits etwas über ein Dutzend Betriebe der unterschiedlichsten Branchen von Lehrlingen oder Praktikanten berichten, die die ersten Schritte in ein Berufsleben in Deutschland tun. Vertreten sind unter anderem die Helios-Klinik, Gastronomiebetriebe, Schreinereien sowie das Metall- und Kfz-Gewerbe, freute sich Bundschuh.

Die Vermittlung von Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sei das eine, das andere aber sei auch die soziale Integration, um die sich vorbildlich der Kreis „Hilfe für Flüchtlinge in Schliengen“ kümmere, sagte Bundschuh, der den Ehrenamtlichen ausdrücklich dankte.

Derzeit leben 42 Geflüchtete in Schliengen, um die 40 weitere werden noch erwartet. Um den Menschen ihre neue Umgebung vorzustellen, plane die Gemeinde demnächst eine Busrundfahrt, auf der sie Schliengen und seine Teilorte sowie interessante örtliche Besonderheiten kennenlernen sollen.

Jürgen Czech vom Gewerbeverein war glücklich und zufrieden: Zum einen, weil das Angebot, sich in einem der Mitgliedsbetriebe einmal umzusehen und in lockerem Rahmen zu treffen, so gut angenommen wurde, zum anderen, weil durch die Ausbildung und Einstellung von Geflüchteten das Fachkräfteproblem auf dem lokalen Arbeitsmarkt langfristig entschärft werden könne. Und auch wenn die Menschen später wieder in ihre alte Heimat zurückkehren würden, hätten sie dort doch mit ihrem Können und Wissen eine gute Perspektive, sagte Czech unserer Zeitung und nannte als Beispiel einen seiner ehemaligen Mitarbeiter, der jetzt wieder in Rumänien lebe und dort erfolgreich als Automechaniker arbeite.

Gerade einen Tag lang in ihrer neuen Praktikumsstelle war an diesem Abend Susann, die mit drei Kindern aus Syrien geflüchtet ist, wo ihr Mann immer noch lebt. Susann hat ihren neuen Job bei Sandra Sütterlin in der Küche gefunden und war an diesem Abend im Service-Team im Einsatz. Ihre 16-jährige Tochter macht derweil ein Praktikum im Architekturbüro Lentz, Frings Partner.

Das Treffen der Schliengener Gewerbetreibenden soll eine feste Einrichtung werden und zwei bis dreimal im Jahr an wechselnden Orten stattfinden, betonte Czech. Nirgends ließen sich in so lockerer Atmosphäre mehr Synergieeffekte erzielen. Und durch die unterschiedlichen Treffpunkte könne man noch mehr über die Kolleginnen aus der Schliengener Wirtschaftswelt und Kollegen erfahren. Er freute sich, dass sich Markus Büchin so spontan für das erste Treffen als Gastgeber bereitgefunden hatte.

Als nächste Veranstaltung bereite der Gewerbeverein den Ostermarkt vor, der schon seit Jahren ein Renner sei und Gäste aus der ganzen Region anziehe.

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