Schliengen Vielfältige, bleibende Verdienste

Siegfried Feuchter

Trauer um einen Mann, der sich jahrzehntelang mit Leidenschaft für die Gemeinschaft engagiert und das kommunalpolitische und gesellschaftliche Leben der Gemeinde Schliengen geprägt hat: Karl Mannhardt, Ehrenbürger, Träger des Bundesverdienstkreuzes, langjähriger Gemeinderat, Schlossarchitekt und Hebelvogt, ist nach einem bewegten Leben an Heiligabend zu Hause gestorben.

Von Siegfried Feuchter

Schliengen . Am 9. Februar wäre er 92 Jahre alt geworden. Bis ins hohe Alter hat sich der heimatverbundene Architekt sowie Vater von drei Kindern für die Region eingesetzt und sich vielfältige Verdienste erworben.

„Frag’ nicht, was dein Land für dich tun kann, frag’, was du für dein Land tun kannst.“ Diesen Appell des früheren amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy hat Karl Mannhardt zeitlebens verinnerlicht und mit viel Tatkraft entsprechend gehandelt. In Familie und Beruf sowie in zahlreichen Ehrenämtern hat sich der aus Holzen stammende Zimmermann und Architekt, der 1962 nach Schliengen kam und sich in der Eisenbahnstraße mit einem Wohnhaus und Architekturbüro niederließ, über die Maßen engagiert.

„Jeder soll entsprechend seiner Fähigkeiten an der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens mitwirken“, lautete sein Lebensmotto. Und dieses lebte er in vorbildlicher Weise vor. Dabei betonte er stets, wie sehr ihm seine vor wenigen Jahren verstorbene Frau Hilde, mit der er 59 Jahre verheiratet war, eine wichtige Stütze gewesen ist.

Der Vorsitzende des Bürgeln-Bunds, Alt-Bürgermeister Werner Bundschuh, würdigt Karl Mannhardt als eine Persönlichkeit mit großer Liebe zur Heimat: „Er hat sich bleibende Verdienste in der Gemeinde und darüber hinaus erworben. Ohne sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken wäre Schloss Bürgeln nicht in dem hervorragenden Zustand.“

Er habe sich als Schlossarchitekt mit fachlichem Können, Heimatverbundenheit und kulturhistorischem Wissen fast 40 Jahre für das Kleinod des Markgräflerlands eingesetzt. So geht beispielsweise der Gleichensteinsaal in seiner heutigen Form auf Mannhardts Anregung und Planung zurück.

Ehrenbürger und Träger des Bundesverdienstkreuzes

Schloss Bürgeln ist jedoch nur ein Aspekt seines umfangreichen Wirkens, für das Karl Mannhardt unter vielen anderen Anerkennungen mit der höchsten Auszeichnung der Gemeinde, der Ehrenbürgerwürde, geehrt wurde. Auch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und des Schliengener Sonnenstücks waren Ausdruck hoher Wertschätzung des immer agilen, kreativen Mannes.

21 Jahre gestaltete Karl Mannhardt als Gemeinderat das kommunale Geschehen mit, ebenso war er viele Jahre Vorsitzender der CDU. Die Gemeindereform fiel in seine Amtszeit, ebenso war er maßgeblich daran beteiligt, Alois Rübsamen als Bürgermeister nach Schliengen zu holen und eine neue Ära für die Winzergemeinde einzuleiten. Und ihm ist es auch zu verdanken, dass das von der Gemeinde 1970 gekaufte Schloss Entenstein, dessen Sanierungsarbeiten er leitete, ein Spitztürmchen erhielt. Zudem brachte er sich als Vorstandsmitglied des Fördervereins ein.

Vielfältig ist auch das gesellschaftliche Wirken von Karl Mannhardt in und für Vereine und Organisationen. Mehr als zehn Jahre von 1972 bis 1982 stand er ideenreich an der Spitze der Sportfreunde Schliengen und machte in dieser Zeit aus dem reinen Fußballverein einen Mehrspartenverein mit Turnen, Volleyball, Faustball und Budo. Bei seinem Ausscheiden ernannten ihn die Sportfreunde zum Ehrenvorsitzenden.

35 Jahre lang – bis 2009 – organisierte Karl Mannhardt den von ihm ins Leben gerufenen „Karlitag“. Außerdem gründete er zum Andenken an den Heimatmaler Julius Kibiger einen Freundeskreis. Den Geschichts- und Kulturkreis Neuenburg gäbe es wahrscheinlich nicht mehr, wenn sich der Schliengener nicht vehement für dessen Fortbestand nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Hans-Jakob Wörner eingesetzt und selbst den Vorsitz von 2002 bis 2008 übernommen hätte.

Verdienste hat sich Karl Mannhardt auch bei den Hebelfreunden Hertingen erworben, organisierte er dank seines großen Netzwerks namhafte Referenten für den jährlichen Hebelschoppen und war selbst einige Jahre Vorsitzender. Und beim Markgräfler Tanzsportclub in Müllheim hatte er einige Jahre das Amt des Vizepräsidenten inne.

Karl Mannhardt, der 40 Jahre in Schliengen ein Architekturbüro bis 2002 mit zeitweise bis zu fünf Mitarbeitern erfolgreich führte, war bis ins hohe Alter vital und aktiv. So verfasste er im Ruhestand vor wenigen Jahren ein über 300 Seiten starkes, mit vielen Fotos illustriertes Buch, in dem er sein Leben und sein umfangreiches Lebenswerk dokumentiert hat.

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