Schliengen Weidenruten für die LGS

Silke Hartenstein
Die BUND-Gruppe Bad Bellingen-Schliengen pflegt seit rund 30 Jahren die Kopfweiden in Mauchen am Riedbächle. Bei der jüngsten Aktion waren 20 Helfer im Einsatz. Foto: Silke Hartenstein

„Da isch’s Mättli g’maiht“, lacht Thomas Hils und schultert ein dickes Bündel frisch geschnittener Weidenruten. Der Leiter der Flechtwerkstatt in der Werkssiedlung St. Christophorus und seine Helfer arbeiten nicht zum ersten Mal mit beim jährlichen Aktionstag der BUND- Ortsgruppe Bad Bellingen-Schliengen.

Von Silke Hartenstein

Schliengen-Mauchen. Wie immer gilt es, die rund 60 Kopfweiden entlang des Mauchener Riedbächles fachgerecht zurückzuschneiden. Doch anders als in den anderen Jahren wird diesmal ein Teil der geernteten Weidenruten auf dem Gelände der Landesgartenschau (LGS) in Neuenburg Wurzeln schlagen.

Weidenpavillon und -dom

Dort möchte die Christophorusgemeinschaft einen vier Meter hohen lebenden Weidenpavillon bauen. Noch höher wird der sieben Meter hohe Weidendom, den der Müllheimer Flechtwerkgestalter Daniel Schenk dort anlegen wird. Auch er ist bei der BUND-Aktion als einer von 20 Helfern bei der Arbeit, allerdings verwendet er die hiesigen Ruten nicht für den Dom, sondern für seine Arbeiten mit Müllheimer Waldorfschülern, seine neue Korbweidenpflanzung, für Weidengeflechtzäune, Tipis oder auch die großen vom Nest des Webervogels inspirierten „Chaoskugeln“.

Jede Menge Lebensraum

Viele der Kopfweiden entlang des Bächleins haben sich im Laufe der Jahre und langen Pflege zu skurrilen Baumschönheiten entwickelt, die in ihren Spalten und Höhlungen jede Menge Lebensraum für Insekten, Vögel und auch Fledermäuse bieten. Eines bieten sie jedoch definitiv nicht, und das sind sieben Meter lange Weidenruten. Wie Schenk erklärt, verwende er für seinen Dombau Bündel mehrjähriger Weiden aus einer Weidenkultur bei München. Ein Teil dieser Ruten diene sodann gewissermaßen als „Gerüst“ für die im Boden verwurzelten, lebenden Exemplare. So ähnlich werde auch die Christophorusgemeinschaft vorgehen, meint Hils.

Mittendrin im Geschehen am Mauchener Riedbächle ist die Vorsitzende der BUND-Gruppe Martina Schwinger. Die Ortsgruppe plane, bei der LGS Neuenburg Informationen zu naturnahem insektenfreundlichen Gärtnern zu präsentieren, kündigt sie an. Das mache Sinn, denn: „Es kommen ja Menschen dorthin, die sich für Gärten interessieren.“ Auch am Riedbächle „gärtnert“ die Ortsgruppe mitunter, dann nämlich, wenn sie abgestorbene alte Weiden durch neue Schößlinge ersetzt.

Nahrung für Bienen

Heute bleiben einzelne Exemplare ungestutzt. Sie werden erst nach der Blüte beschnitten, denn diese Art mit besonders dicken Weidenkätzchen bietet eine von Bienen hoch geschätzte frühe Nahrungsquelle.

Nahrung brauchen übrigens auch die Helfer nach ihrem Einsatz – und so klingt die Aktion mit einem herzhaften Imbiss unter freiem Himmel aus.

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