Markgräflerland. Dass sich einmal Windkraftanlagen auf dem Hausberg des Markgräflerlands drehen, ist erklärtes Ziel des Vereins „Bürgerwindrad Blauen“ (BwB). Wie das aussehen könnte, zeigen nun verschiedene Simulationsbilder von mehreren Standorten aus, die die Initiative in Auftrag gegeben hat.

Nach vermeintlichem Stillstand in den Verfahren zu den Teilflächennutzungsplänen Windkraft des Gemeindeverwaltungsverbands Müllheim und Badenweiler (GVV) sowie der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft (VWG) Schliengen – Bad Bellingen komme nun wieder Bewegung in die Windenergienutzung am Hochblauen, heißt es in einer Pressemitteilung von Bürgerwindrad Blauen.

Gutachten zu Landschafts- schutz und -bild

Anfang des Jahres 2015 sollen die Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Untersuchungen im GVV Müllheim – Badenweiler behandelt werden. Die Verwaltungsgemeinschaft Schliengen – Bad Bellingen werde Gutachten zu den Auswirkungen möglicher Windenergieanlagen auf das Landschaftsschutzgebiet Blauen beauftragen. Die Ergebnisse sollen in der Gemeinderatssitzung im März vorgelegt werden. Hierbei soll der Auswirkung auf das Landschaftsbild ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Schon in der Vergangenheit sei dieses Kriterium in öffentlichen Stellungnahmen der Gemeinden Schliengen, Bad Bellingen und Badenweiler in den Fokus gerückt worden, schreibt „Bürgerwindrad Blauen“.

„Um weiteren Spekulationen zuvorzukommen“, sei der Verein nun in Vorleistung getreten. Durch präzise Ortskenntnisse der technisch machbaren Windrad-Standorte sei der BwB in der Lage gewesen, professionelle Simulationsbilder in Auftrag zu geben. Von verschiedenen Betrachter-Standorten wurden Fotos vom Blauen angefertigt. In diese Bilder wurden anhand eines 3D-Modells jeweils fünf Windräder projiziert, die hinsichtlich Größe, Lage, Ausrichtung, Perspektive und Ausleuchtung der Aufnahmesituation entsprechen.

„Die Veröffentlichung dieser Simulationen erlaubt nun erstmals eine reale Vorstellung von den in Frage kommenden Anlagen und soll zur Versachlichung der Diskussion beitragen“, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins.

Der Blauen als Windkraftstandort ist bekanntlich umstritten und hat schon für einige hitzige Diskussionen gesorgt. Befürworter setzen auf die umweltfreundliche Energiegewinnung. Gegner befürchten hingegen die Beeinträchtigung des Landschaftsbilds und die Gefährdung von schützenswerten Tierarten.

Kurt Mayer, Vorstandssprecher des BwB: „ Wir bieten den Gemeinden eine Präsentation dieser Bilder an, bei der die technischen Details zur Herstellung der Simulationen aber auch zur Leistungsfähigkeit der abgebildeten Anlagen erläutert werden können. Auf Wunsch stellen wir die Fotos den von den Gemeinden beauftragten Planungsbüros zur Verfügung.“

Präsentation im Rat von Malsburg-Marzell

Zudem sind die Bilder und die dazu gehörenden Lagepläne auf der Homepage des BwB e.V. (www.buergerwindrad-blauen.de) allen Bürgern zugänglich. Die Gemeinde Malsburg-Marzell habe dieses Angebot angenommen und den BwB dazu eingeladen, seine Präsentation in der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr vorzustellen.

Der BwB gehe davon aus, dass diese Bilder sehr unterschiedliche Reaktionen hervorrufen werden. Bernhard Genswein, Vorstandssprecher: „Letztendlich bleibt die Beurteilung immer subjektiv und dem Betrachter selbst überlassen. Bei der Diskussion um die Sichtbarkeit der Windräder muss jedoch eine Abwägung erfolgen, welche die Vor- und Nachteile dieses Eingriffs in di e Natur mit den zur Verfügung stehenden Alternativen vergleicht.“

Neben den unbestrittenen Vorteilen der erneuerbaren Energien gegenüber fossiler und atomarer Energieerzeugung sei die Leistungsfähigkeit der auf den Bildern gezeigten Windräder beeindruckend. So könnten durch den Ertrag dieser fünf Anlagen rechnerisch sämtliche Privathaushalte der Anliegergemeinden am Blauen mit Strom versorgt werden, heißt es weiter. Deshalb sei der BwB davon überzeugt, „dass die regionale Energiewende nur mit Hilfe von Windenergieanlagen auf dem dafür prädestinierten Blauen gelingen kann“.

Die Bürger könnten so die Zukunft ihrer Energieversorgung selbst in die Hand nehmen. Nach einer geplanten Laufzeit von etwa 25 Jahren liege die Entscheidung über deren Fortbestand dann in den Händen der Kinder und Enkel, und – falls gewünscht – könne der ursprüngliche Zustand innerhalb kurzer Zeit wieder hergestellt werden.