Schliengen Zukunftsängste bei Bogenschützen

Alexander Anlicker
Das Vereinsgelände der Schliengener Bogenschützen. Foto: Alexander Anlicker

Der Bogensport-Club Markgräflerland in Schliengen sorgt sich um sein Trainingsgelände und seine Zukunft. Anlass ist die Entscheidung des Gemeinderats, eine Kindertagesstätte auf dem Gelände der ehemaligen Tennisplätze zu errichten. Bürgermeister Christian Renkert ist zuversichtlich, sowohl Kita als auch Bogenschützen auf dem Gelände unterzubringen.

Von Alexander Anlicker

Schliengen. Nachdem der Gemeinderat in seiner März-Sitzung in einem Grundsatzbeschluss für das ehemalige Tennisgelände als Standort für die neue Kindertagesstätte votiert hat, hat die Gemeindeverwaltung vorsorglich den Pachtvertrag gekündigt. Die Kündigung sei jedoch zwischenzeitlich wieder zurückgenommen worden, bestätigen sowohl der Bürgermeister als auch Rolf Tittmann, Schatzmeister und Pressesprecher des Bogensport-Clubs.

Erst im vergangenen Herbst hat der Verein eine Trainingshalle aus drei hintereinander gestellten Containern beziehungsweise Fertigbaumodulen errichtet, da die Trainingszeiten in der Sporthalle bei der Hebelschule komplett belegt seien und es für den erst im Jahr 2014 gegründeten Verein keine Kapazitäten gebe.

„Wenn wir das Gelände freiräumen müssten, müssten wir die Container teuer entsorgen“, sagt Tittmann und ergänzt: „Da wir während der vergangenen beiden Pandemie-Jahre keine finanziellen Mittel aufbauen konnten, müssten wir letztendlich mit dem Verein Insolvenz anmelden.“ Der Verein zähle aktuell 58 Mitglieder, berichtet er. Unter den 53 Aktiven sind Welt- und Europameister sowie Deutsche Meister. Etwa ein Drittel der Mitglieder seien Kinder und Jugendliche, verweist Tittmann auf die Jugendarbeit des Vereins.

Der Verein brauche nur die Hälfte des Grundstücks für die Trainingshalle. Für die Freiluft-Schießbahn wäre, nach Meinung von Tittmann, hinter dem Vereinsheim in Richtung Mauchen genügend Platz. Da brauche es nicht mehr als eine gemähte Wiese um die Scheiben aufzustellen. Geschossen wird auf eine Entfernung von maximal 80 Metern, dahinter benötige man entweder eine sechs Meter hohe Wand oder eine freie Fläche von etwa 80 Metern. Ein Streifen von 150 Metern Länge und 30 bis 40 Metern Breite würde ausreichen, um 15 Scheiben aufzustellen, sagt er.

„Wir schauen, ob wir die Kindertagesstätte im südlichen Bereich errichten und die Bogensportanlage erhalten können“, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Kündigung im März begründete Renkert mit der bis dahin noch nicht feststehenden Bauweise. Hätte sich der Gemeinderat für die Modulbauweise entschieden, wäre diese auf der bereits eingeebneten Fläche am einfachsten und günstigsten zu verwirklichen gewesen.

Mit der vom Gemeinderat beschlossenen zweigeschossigen Bauweise könne flächensparend gebaut werden und das Trainingsgelände der Bogenschützen erhalten werden, hofft Renkert. „Aktuell wissen wir noch nicht, ob wir das Gelände überhaupt brauchen“, ergänzt er. Daher sei die Kündigung auch wieder zurückgenommen worden. „Im günstigsten Fall bekommen wir auf dem 4700 Quadratmeter großen Restgelände alles hin“, sagt der Rathauschef.

Das zeitaufwendige Umweltverträglichkeitsgutachten sei vorsorglich bereits vor der Standortentscheidung in Auftrag gegeben worden und bereits in Arbeit, erklärt Renkert auf Nachfrage nach dem weiteren Zeitplan. Vorgesehen sei, von den Architekten eine Entwurfsplanung machen zu lassen. Auf dieser Grundlage werde dann parallel zur Ausführungsplanung ein maßgeschneiderter Bebauungsplan entwickelt, ergänzt er und nennt als Beispiel die Vorgehensweise beim Feuerwehrgerätehaus zwischen Nieder- und Obereggenen.

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