Schönau 117 000 Euro pro Jahr eingenommen

Wie die Betreuung und Nutzung des Stadtwalds in den kommenden zehn Jahren vonstatten gehen soll, hat der Gemeinderat Schönau am Montag festgelegt. Foto: Archiv

Schönau - Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat am Montag den für die kommenden zehn Jahre vorgesehenen Forsteinrichtungsplan. Dem 25-seitigen Werk, das eine Fülle von Zahlen und Tabellen enthält, gingen zwei Jahre intensive Arbeit und Vorbereitungen voraus.

Um den Ratsmitgliedern ein möglichst umfassendes Bild von der aktuellen Situation des Gemeindewalds zu vermitteln, fand vor der Sitzung eine ausgedehnte Exkursion gemeinsam mit dem Leiter des Forstbezirkes Todtnau, Marco Sellenmerten, Revierleiter Wolfram Scherb sowie dem Forstexperten Rainer Wossidlo, der den Plan erstellte, statt. Ziele dieser Begehung waren der „Eulenwald“ oberhalb von Präg sowie die Waldgebiete am „Stalden“.

Vor Ort erhielten die Teilnehmer von den Fachleuten umfassende Informationen und Einblicke in die derzeitigen Strukturen des Waldes, vor allem was den Ist-Zustand und die Mischverhältnisse von Nadel- und Laubgehölzen angeht. Wie die Bestandsaufnahme zeigt, hat sich die Durchmischung im Lauf der vergangenen Jahrzehnte über einen längeren Zeitraum verändert. Aktuell, so machte Rainer Wossidlo deutlich, befinden sich nahezu 70 Prozent der Schönauer Waldflächen in einem recht guten bis durchschnittlichen Zustand. Die vorhandenen Baumarten setzen sich zu 55 Prozent aus Laubbäumen zusammen, die restlichen 45 Prozent sind Nadelhölzer. Das angestrebte Ziel ist laut Wossidlo, gleich große Anteile zu erreichen.

Fakt ist: Die Vorräte im Stadtwald sind in den letzten Jahren um rund sechs Prozent zurückgegangen. Derzeit betragen sie 350 Festmeter bezogen auf einen Hektar.

Im vergangenen Forsteinrichtungszeitraum (2009 bis 2019) wurden im Gemeindewald Schönau insgesamt 79 000 Festmeter Holz eingeschlagen. Lagen die Holzernten in den ersten Jahren mit rund 115 Prozent noch deutlich über den jeweils angepeilten Hiebsätzen, verminderten sie sich hingegen in den vergangenen vier Jahren deutlich. Allerdings sorgten unerwartete Sturmschäden sowie der Befall durch den Borkenkäfer in jüngster Zeit für zusätzliche Holznutzungen. Deren Anteil betrug rund 14 Prozent.

Positiv waren im vergangenen Jahrzehnt die erzielten Erlöse aus der Waldbewirtschaftung. Diese brachten laut Rainer Wossidlo im Durchschnitt jährlich rund 117 000 Euro in die Gemeindekasse, was zeigt, dass im Schönauer Stadtwald ordentlich gewirtschaftet wird. Für Bürgermeister Peter Schelshorn ebenfalls ein klarer Beweis, dass man vieles in der Waldbewirtschaftung richtig gemacht hat.

Für das kommende Jahrzehnt sieht der Forsteinrichtungsplan im Stadtwald Schönau eine Nutzung von insgesamt 76 000 Festmetern vor, was einem Hiebsatz von sieben Festmetern je Hektar Waldfläche entspricht. Damit liegt der Nutzungssatz leicht über dem laufenden Zuwachs des produktiven Wirtschaftwaldes.

Ein Schwerpunkt, so erläuterte Forstexperte Wossidlo, liege bei der Vorratspflege und der so genannten Verjüngungsnutzung. Das Ziel dieser Maßnahmen sei die anspruchsvolle Verjüngung der Baumbestände auf einer Gesamtfläche von zirka 90 Hektar. Zu 75 Prozent wird dabei auf die natürliche Verjüngung des Waldes gesetzt. Geplant ist ferner, auf einer Fläche von 21,5 Hektar gezielt Baumarten wie Fichten, Douglasien, Tanne sowie Laubbaumarten anzupflanzen.

Deutlich wurde aber auch, dass Wälder nicht nur rein wirtschaftliche Funktionen haben. Sie dienen darüber hinaus als Erholungs- und Schutzgebiete für Menschen, Tiere und Pflanzen, weshalb auf eine sensible und schonende Nutzung Wert gelegt wird.

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