Schönau 46 Tage zum Wohl der Allgemeinheit

Hans-Jürgen Hege

„Es verdient Respekt, was ihr in den vergangenen zwei Jahren geleistet habt“, lobte der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Bruno Schmidt die Aktivitäten der Feuerwehr Schönau, die deren Kommandant Jürgen Bianchi am Samstag in der Mehrzweckhalle um sich geschart hatte, um nach „zwei einsatzreichen Jahren mit 134 Einsätzen, „die auch immer wieder neue Herausforderungen für uns bedeutet haben“ das Fazit zu ziehen: „Alle Einsätze wurden ruhig und sachlich abgearbeitet. Jeder hat gute Arbeit geleistet.“ Und niemand sei zu Schaden gekommen.

Von Hans-Jürgen Hege

Schönau. 159 Stunden haben die Einsätze in Anspruch genommen. Zähle man die kompletten Stunden jeder Einsatzkraft zusammen, komme man auf 1100 Stunden oder 46 Tage, „in denen wir zum Wohle der Allgemeinheit unterwegs waren, um zu helfen“, betonte der Kommandant, der mit seinen Kameraden 2020 und 2021 unter anderem zu 41 Bränden und acht sonstigen Einsätzen gerufen wurde und insgesamt 85 technische Hilfen leisten musste. Unterm Strich seien es mit Sicherheit keine leichten Jahre gewesen, sagte Bianchi. Die Pandemie habe alle fest im Griff gehabt, und es galt, die Gesundheit der Einsatzkräfte zu schützen und gleichzeitig deren Einsatzbereitschaft sicher zu stellen.

Bei vielen dieser Einsätze habe sich gezeigt, wie notwendig die Beschaffung der neuen Drehleiter gewesen sei, die man im Dezember 2021 in Empfang nehmen durfte, betonte Jürgen Bianchi und wies darauf hin, dass dank der Unterstützung durch den Gemeinderat und die Verwaltung und des Engagements seines Teams eigentlich „Unmögliches“ geschaffen wurde. Er fand seine Philosophie bestätigt: „Je härter du für ein Ziel arbeitest, desto großartiger wirst du dich fühlen, wenn du es erreichst.“ Und er, so Bianchi, fühlte sich nach dem Kraftakt sehr gut.

Eine „sensationelle“ Leistung habe die Wehr zusammen mit dem DRK und dem THW Schopfheim im Zusammenhang mit der Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen hingelegt. „Und zwar „im Ehrenamt“, wie Markus Strübi in seinen Grußworten ganz besonders unterstrich.

Auch Kommandant Bianchi blies in dieses Horn: „Egal um welches Ehrenamt es sich handelt, es sollte mehr Respekt gegenüber den Menschen gezeigt werden, die es ausüben“, monierte er und rügte: „Leider gilt die Arbeit der engagierten Menschen mehr und mehr als selbstverständlich.“

„Die Stadt ist froh über eine solche Wehr“

Über fehlenden Rückhalt und große Anerkennung seitens der Stadt kann sich die Wehr allerdings nicht beklagen. Nach dem genehmigten Bedarfsplan steht unter anderem die Beschaffung eines Schlauchwagens 1000 an, mit dem endlich 1000 Meter Schläuche und zwei Tragkraftspritzen „sinnvoll verlastet“ werden können. Und so betonte denn auch Bürgermeister Peter Schelshorn freimütig: „Gemeinderat und Verwaltung stehen voll hinter der Wehr und ihren Belangen.“ Und: Die Stadt ist froh, eine solche Wehr mit jetzt aktuell 40 Aktiven zu haben, auf die sich die Bürger zu jeder Tages- und Nachtzeit zu 100 Prozent verlassen können.“

Dazu gehöre gutes Equipment, „und wir sorgen dafür, dass das die Wehr erhält und damit gut gerüstet bleibt“, versicherte der Bürgermeister, der ebenfalls auf die imponierende Leistung der Blaulichtfraktion „Hand in Hand“ hinwies, um dann „im Namen der Stadt und der Geflüchteten“ für den „tollen Einsatz“ zu danken, den er nicht zuletzt wegen der gut funktionierenden und weiter auszubauenden interkommunalen Zusammenarbeit zuschrieb, was schließlich auch in Markus Strübis (THW) Grußwort zum Ausdruck kam: „Wir können uns auf euch verlassen, und ihr euch auf uns. Die Familie funktioniert.“

Dem hatten weder die neue Polizeiposten-Leiterin Rita Schröder noch Richard Renz vom DRK viel hinzuzufügen. „Wir stehen Gewehr bei Fuß, wenn ihr uns braucht.“ Und wie das alles zusammenpasst, bewunderte am Ende auch Claus Werner, der stellvertretende Kreisbrandmeister, der anmerkte: „Ihr habt hier eine sehr gute Lobby zur Verwaltung, zum Gemeinderat, zum Bürgermeister, zur Polizei, zum DRK und zum THW, die es unbedingt zu erhalten gilt.“

Schönau (hjh). Nachdem gleich sieben Jugendliche aus den Reihen der Jugendwehr ins Lager der Aktiven wechselten, ist deren Gruppe auf aktuell zehn geschrumpft. Die werden betreut vom Mike Corona, der sich zusammen mit seinen Schützlingen nach mageren Pandemiejahren auf ein nun wieder „fettes“ Jahr freut.

Unter anderem werden die Jugendlichen am Kreiszeltlager der Feuerwehren teilnehmen, an einigen Spielläufen mitmachen und sich um die Leistungsspange beim Wettbewerb in Schopfheim bemühen.

Ehrungen:

Für 15 Jahre aktiven Dienst gab es für Bernd Knauer die Ehrennadel des Landes in Bronze.

Peter Schelshorn ist nicht „nur“ Bürgermeister, sondern in der Feuerwehr, deren oberster Dienstherr er kraft Amtes ist, auch als Brandmeister aktiv. Er wurde ebenfalls geehrt. Der Wehr gehört er seit 25 Jahren an, er war Jugendwart im Kreis sowie Kommandant in Schönau. Und dafür erhielt er von Claus Werner das silberne Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg.

Beförderungen

Markus Kiefer und Johannes Pieper wurden Oberfeuerwehrmänner, Wolfgang Remmicke Hauptfeuerwehrmann. Zu Löschmeistern befördert wurden Jörg Böhler und Ralf Kiefer. Und der stellvertretende Kreisbrandmeister Claus Werner ernannte Sebastian Gierth „aufgrund besonderer Leistungen“ zum Brandmeister.

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