Schönau Abiprüfung in schwierigen Zeiten

Am Gymnasium Schönau haben gestern die Abiturprüfungen begonnen. Insgesamt 58 Schüler wollen sich unter Corona-Bedingungen ihr Reifezeugnis holen.Archivfoto: Peter Schwendele Foto: Markgräfler Tagblatt

Auch am Gymnasium Schönau haben gestern die Abiturprüfungen begonnen: 31 Schüler mussten im Fach Deutsch ran. „Die Stimmung war gut unter den Schülern“, berichtet Schulleiter Jörg Rudolf, trotz der aufgrund der Corona-Thematik erschwerten Gesamtsituation „fühlten sich alle gut vorbereitet“.

Von Peter Schwendele

Schönau. Grundsätzlich tue die Schule alles dafür, die derzeit geltenden Corona-Regeln einzuhalten, „ohne dass sie das Ganze dominieren“, wie Rudolf erläutert. Tatsächlich führt die Pandemielage zu etlichen Veränderungen im Prüfungsgeschehen. Zunächst einmal war die gesamte Prüfungsphase an allen Schulen in Baden-Württemberg um einige Wochen nach hinten verschoben worden. Die Schüler können zudem zwischen einem Haupt- und einem Nachtermin wählen. Und für alle Prüfungen gilt eine halbe Stunde „Corona-Verlängerung“. Außerdem erhalten die Lehrer in den schriftlichen Prüfungsfächern die Möglichkeit einer Vorauswahl der Themen.

So auch im Fach Deutsch, mit dem gestern der Startpunkt in die diesjährigen Abiturprüfungen gesetzt wurde. Neu ist in diesem Jahr auch, dass nicht mehr alle Schüler eine schriftliche Deutschprüfung ablegen müssen, sondern nur noch diejenigen, die Deutsch als Leistungsfach belegt haben. Am Gymnasium Schönau sind dies laut Auskunft von Jörg Rudolf 31 von 58 Abiturienten. Die drei verschiedenen Themenfelder waren jeweils doppelt besetzt, und nach der Vorauswahl der Lehrkräfte hatten die Schüler folgende Themen zur Auswahl: Bei der Erörterung literarischer Texte ging es um einen Vergleich zwischen Hermann Hesses „Steppenwolf“ und „Der goldne Topf“ von E.T.A Hoffmann, bei der Interpretation von Kurzprosa konnte man sich mit einem Text von Thomas Bernhard auseinandersetzen und beim Segment Kommentar (früher Erörterung genannt) stand die Thematik „Geschlechtergerechte Sprache“ zur Debatte.

Probe-Prüfung mit Masken absolviert

Absolviert wurde die Prüfung im Bürgersaal, wo genügend Platz herrscht und eine gut funktionierende Lüftungsanlage zur Verfügung steht. Fast alle Schüler arbeiteten mit Schutzmasken (mit Ausnahme derer, die mittels eines Attests vom Tragen befreit sind). Die Schüler hätten im Vorfeld signalisiert, dass sie das Maskentragen beim konzentrierten Arbeiten oft gar nicht mehr wahrnehmen würden, berichtet Jörg Rudolf. Im Vorfeld hatte das Gymnasium einen Termin für eine Probe-Prüfung mit Maske eingerichtet, damit die Abiturienten den Ernstfall einmal durchspielen konnten.

Nicht in Anspruch genommen wurde von den 31 Deutschprüflingen das erst vergangene Woche kurzfristig vom Kultusministerium ins Spiel gebrachte Testszenario. Theoretisch können sich vor jeder Prüfung zwei Gruppen bilden, denen dann unterschiedliche Räumlichkeiten zugewiesen werden müssen: Zum einen für diejenigen, die sich am Tag vor der Prüfung auf eine Coronainfektion testen lassen wollen und dann ein negatives Ergebnis erhalten, zum anderen für diejenigen, die auf einen Test so kurz vor der Prüfung lieber verzichten.

Die Testmöglichkeit wurde am Montag auch am Gymnasium Schönau angeboten. Dass sich keiner der Prüflinge bei der ersten Prüfung auf dieses Vorgehen einlassen wollte, hänge wohl auch mit der Sorge zusammen, im Falle eines falsch-positiven Tests auf den zweiten Prüfungstermin ausweichen zu müssen, vermutet der Schulleiter. Bei der nächsten anstehenden Prüfung am morgigen Donnerstag, wenn das Fach Physik auf der Tagesordnung steht, werde sich wohl nur ein Schüler dieser Testvariante bedienen.

In diesem Zusammenhang kann Jörg Rudolf auch vermelden, dass es an der Schule noch keinen echt-positiven Corona-Fall gegeben habe, seit man im März damit begonnen hat, breitflächig zu testen. Auch die Anzahl der falsch positiven Tests sei bisher extrem niedrig.

Vorbereitungszeit war „sehr grenzwertig“

Was die Vorbereitungszeit auf die Abiturprüfungen anbelangt, so sei diese „sehr grenzwertig“ gewesen, räumt der Schulleiter ein. Ständig habe man es an der Schule mit neuen Verordnungen zur Coronathematik zu tun gehabt, deren Umsetzung nicht immer ganz einfach gewesen sei. Die Situation habe alle am Schulleben Beteiligten sehr gefordert, „aber unser Ziel war es, ein ordentliches Abitur zu ermöglichen, und das gelingt uns“, fasst Rudolf die Lage zusammen.

Die schriftliche Prüfungsphase geht offiziell bis zum 21. Mai. Für die Schüler steht beispielsweise am 10. Mai das Fach Englisch und am 17. Mai Mathematik auf dem Plan. Im Juli schließen sich dann die mündlichen Abiturprüfungen an.

Wie es coronamäßig aussieht im Land insgesamt und an den Schulen im Besonderen, wenn die Prüfungsphase vorbei ist und die Schulzeit endgültig für die Abiturienten zu Ende geht, weiß im Moment noch niemand. „Die Schüler hoffen natürlich darauf, dass sie im Sommer eine schöne Zeugnisübergabe und vielleicht sogar eine Abi-Feier erleben können“, weiß der Schulleiter. Die neue Halle habe das Gymnasium jedenfalls schon für den 17. Juli, den Tag der Zeugnisübergabe, reserviert. Was an diesem Tag möglich sein wird, müsse man abwarten, aber, so Rudolf schmunzelnd, „wir haben den Schülern schon signalisiert, dass wir sie nicht vom Hof jagen und für eine würdige Verabschiedung sorgen werden“.

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