Schönau Bauschutt muss abgefahren werden

Peter Schwendele
Nach wie vor wird neben dem früheren Schlachthof in Schönau Bauschutt gelagert. Bis Mitte Dezember muss aber alles abtransportiert werden. Foto: zVg

Wie ist die Situation im Hinblick auf die Lagerung von Straßenaufbruchmaterial beim ehemaligen Schlachthofgebäude in der Tunauer Straße? Diese Frage trieb am Montag den Schönauer Gemeinderat um. Die Verwaltung ließ wissen, dass die Baufirma das Material bis zum 15. Dezember abtransportiert haben muss.

Von Peter Schwendele

Schönau. Bestätigt wurde dies von Martin Halm, Geschäftsführer der EWS Netze GmbH, der im Zusammenhang mit einem Nachtrag zum Nahwärmenetz-Vertrag in der Ratssitzung zu Gast war. Der Zweckverband Breitbandversorgung, der in Zusammenarbeit mit der EWS seit einiger Zeit Arbeiten im öffentlichen Straßenraum durchführen lässt, aus denen besagtes Material resultiert, dränge darauf, dass die Abfuhr bis zu besagtem Termin erfolge, meinte Halm. Aktuell dürfe kein neues Material mehr dort abgelagert werden. Halm: „Alles bleibt vor Ort liegen.“

Bürgermeister Peter Schelshorn bekräftigte, dass Zweckverband-Geschäftsführer Paul Kempf sich stark in dieser Sache engagiere. Das Landratsamt Lörrach werde darauf achten, ob die Vorgabe eingehalten wird. Zwar könne die Behörde nicht direkt für die Abfuhr sorgen, aber die Baufirma müsse mit Geldbußen rechnen, wenn sie den Vorgaben nicht nachkommen sollte. „Ich würde allerdings trotzdem nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass die Baufirma das zeitgerecht macht“, zeigte sich der Rathauschef skeptisch. Diese Skepsis gründet sich offenbar unter anderem darauf, „dass die Firma bereits x Aufforderungen bekommen hat“, wie Schelshorn meinte.

Auf die Frage von Alexander Knobel (CDU), ob bisher bereits Material abgefahren worden sei, sagten sowohl Schelshorn als auch Halm, dass sie davon eher nicht ausgehen.

Grundsätzlich macht die Angelegenheit den Umgang mit Baustellenmaterial in der Zukunft nicht einfacher, wie Bauamtsleiter Helmut Wunderle im Lauf der Diskussion anklingen ließ: „Unsere Baustellen verkomplizieren sich, und alles, was komplizierter wird, wird auch teurer.“ Das Problem sei, dass ausgehobenes Material in Zukunft seltener vom Ort des Geschehens abgefahren und anderswo zwischengelagert werde. Verbleibt es aber vor Ort, wird es dort oft eng, und umfangreichere, längere Sperrungen sind die Folge.

Aktuell ist dies etwa bei der Baumaßnahme in der Bahnhofstraße der Fall. Hier soll allerdings laut Schelshorn und Halm für eine verträgliche Zwischenlösung gesorgt werden, mit der eine Befahrung gewährleistet sein wird.

Direkt an Ort und Stelle wieder eingebaut werden darf Straßenbauaushub nur dann, wenn es sich um sogenanntes Z1-Material handle, wie Bauamtsleiter Wunderle erklärte. Martin Halm machte deutlich, dass die Beprobung von Straußenaushubmaterial in der Regel nicht zeitnah gewährleistet werden kann. Dies dauere mindestens vierzehn Tage.

Bürgermeister Schelshorn ärgerte sich darüber, wie mit bestimmtem Material verfahren werden muss. Im Wiesental lebe man seit Jahrhunderten mit sogenanntem Z2-Material, doch müsse man aufgrund von lobbybefeuerten, „willkürlich“ definierten Beschlüssen des Bundes solches Material teuer und aufwändig entsorgen. Für dieses immer häufiger zum Baustellenalltag gehörende Prozedere wollte der Rathauschef kein Verständnis aufbringen.

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