Schönau - Seit dem Jahr 2001 beruft die Stiftung für Ökologie und Demokratie jährlich eine Frau mit Ausstrahlung und ökologischer Kompetenz als Botschafterin der Ökologie, die als „Ökologia“ bezeichnet wird. Für das Jahr 2019 wurde Ursula Sladek, EWS-Mitbegründerin und Schönauer Stromrebellin, zur Ökologia gewählt.

Bei der offiziellen Amtsübergabe, die gestern in Schönau stattfand, erklärte der Stiftungsvorsitzende Hans-Joachim Ritter, die Stiftung für Ökologie und Demokratie sei froh und stolz, eine solche „Frau mit Power“ für das Amt als Ökologia 2019 gewonnen zu haben. Im abgelaufenen Jahr hatte Sabine Kauffmann dieses Amt inne. Sie ist Geschäftsführerin und Mitbegründerin des bio-Verlags, der auch das Magazin „Schrot und Korn“ herausgibt, das im letzten Jahr eine Print-Auflage von 950 000 Exemplaren erreicht hat.

Ursula Sladek gab in ihrer Antrittsansprache bekannt, dass sie sich in ihrer Amtszeit weiterhin engagiert für die Stärkung der Bürger-Energiewende, die Bekämpfung des Klimawandels und für eine CO2-Abgabe einsetzen wird.

Mit der EWS sei sie nach wie vor sehr verbunden, so Ursula Sladek. So habe sich die EWS mit ihren Förderprogrammen seit Jahren dafür eingesetzt, dass ihre Kunden nicht nur ökologische Energie einsetzten, sondern auch dafür, dass die Kunden eigene Lösungen entwickeln oder unterstützen, um zu einer Verbreiterung der Energiewende beizutragen. Auch bei der Klimaproblematik dürfe das Engagement nicht bei der bloßen Aufklärung der Bürger stehen bleiben. Information müsse so vermittelt werden, dass bei den Empfängern das Bedürfnis geweckt werde, selbst handelnd aktiv zu werden.

Als weitere Schwerpunkte für ihr eigenes Handeln gab Ursula Sladek ihr Engagement für die erneuerbaren Energien an, bei denen die Nutzung der Windkraft ein entscheidender Faktor sei, wenn man von der Verstromung der Kohle wegkommen wolle. Für die von Windkraftgegnern gerne angeführten Gesundheitsschäden durch Infraschall müsse gesagt werden, dass die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) nach Auswertung aller zugänglichen wissenschaftlichen Studien keinen Beweis für Gesundheitsschäden bei Menschen festgestellt habe.

Dagegen müsse von einer direkten Verbindung von CO2-Ausstoß und Klimawandel ausgegangen werden. Bis Ende des Jahrhunderts würden Wissenschaftler rund 500 Millionen Flüchtlinge als Folge des Klimawandels voraussagen, da die Menschen in ihrer Heimat nicht mehr genügend Wasser vorfinden oder eigene Lebensmittel produzieren können. Die Ursache liege darin, dass das klimaschädigende CO2 keinen Preis hat. Jeder dürfe Klimagase kostenlos in die Atmosphäre pusten, aber alle Menschen müssten die Folgen tragen. „Daher werde ich mich auch weiterhin für einen fairen und verursachergerechten CO2-Preis einsetzen“, erklärte Ursula Sladek.