Schönau „Bunt ist am schönsten“

Laura Forstner

Bunte Bilder gespickt mit insipirenden Texten: Die Kinder-Mal- und Theatergruppe „Zelele Saseba“, die im Sommer vergangenen Jahres durch den Kunstförderer und Ausstellungskurator Ingo Nitzsche mit Kindern aus Schönau und Atzenbach ins Leben gerufen wurde, um die künstlerische Ader von Kindern zu fördern und gleichzeitig die Integration voranzutreiben, hat nun ihre erste eigene Theaterzeitung herausgebracht.

Von Laura Forstner

Schönau/Zell. Neben Interviews mit der Künstlerin Sibel Aslanbay oder Designerin Ina Katzemann, welche die Kinder geführt haben, finden sich auch Gedichte und Bilder der Kinder in der Theaterzeitung. Wir sprachen mit Ingo Nitzsche und der elfjährigen Lyra, die seit drei Jahren Mitglied der Gruppe ist, über die Theaterzeitung und wie es zu der Idee dazu kam.

Frage: Herr Nitzsche, wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Theaterzeitung herauszubringen?

Auf die Idee zur Theaterzeitung ist unser zwölfjähriges Mitglied Khawla gekommen. Zuerst habe ich selbst das gar nicht so ernst genommen, aber sie hat immer wieder insistiert.

Frage: Was war ihr Gedanke hinter der Veröffentlichung?

Lyra (elf): Neue Kinder können so zu uns finden und bei uns neue Freunde kennenlernen. Manche Kinder erleben in der Schule oder zu Hause viele Probleme und können dann in unserer Gruppe zu sich selbst finden und eine Auszeit genießen.

Frage: Herr Nitzsche, haben Sie die Themen vorgegeben oder kamen die meisten Impulse von den Kindern?

Manche Themen sind auch aus Not und Notwendigkeit entstanden, wie zum Beispiel zum Beginn der Corona-Regeln, welche die Kinder teilweise sehr belastet haben. Diese Belastungen sind auch noch nicht abgeschlossen. Ansonsten stimmen wir immer darüber ab, was wir machen und welche Wege wir einschlagen wollen. Bei den Kindern gibt es auch den sehr schönen Impuls, sich gegenseitig zu helfen und füreinander einzustehen. Daraus entstehen dann auch manche gemeinsame Aktivitäten.

Frage: Ist eine Ausstellung geplant, an der die Kinder ihre Bilder präsentieren können?

Eine solche Ausstellung ist durchaus geplant, und zwar sowohl mit Bildern von allen Kindern als auch eine extra Präsentation von Bildern von drei jungen Menschen aus derselben Familie, die ganz besonders der Kunst zugeneigt sind. Der Vetter der beiden syrischen Kinder, die Mitglieder unserer Gruppe sind, ist bereits Kunststudent in Mainz und das Mädchen aus unserer Gruppe (13) hat bereits eigene tolle Projektideen, die unserer aktuellen Situation auf der Welt mit Einfühlung begegnen. Auf freie, künstlerische Weise plädiert sie in ihren Bildern dafür, dass auch Unvollkommenheit anerkannt und geschätzt wird, und weist darauf hin, dass Wunderbares auf Entdeckung wartet.

Frage: Ist die Gruppe auch für Kinder anderer Nationen offen?

Wir sind offen für Kinder jeder Herkunft. Wir sind für die Gleichbehandlung aller Kinder, ganz gleich, ob sie aus Afghanistan, aus Afrika, aus Deutschland, aus Indien, aus Russland, aus Syrien, aus der Türkei, aus der Ukraine oder aus welchem Land auch immer kommen. Wir sprechen in der Gruppe auch über das Thema Flucht sowie über die Ursachen von Flucht. Keine Flüchtlings- oder Zuwanderergruppe sollte bevorzugt werden, ganz egal welche Haut- oder Haarfarbe sie hat. Bunt ist am schönsten.

Weitere Informationen: Nähere Informationen gibt es per E-Mail an die Adresse upost@tuerkisch-deutscher-dialog.de.

ist Kunstförderer und Austellungskurator, der zusammen mit seiner Mutter das private Kunst- und Kulturzentrum „Schwarzer Adler“ in Stühlingen führt.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Siegfried Russwurm

Rente mit 70 oder 42-Stunden-Woche? Wegen des Fachkräftemangels schlägt BDI-Präsident Siegfried Russwurm die Einführung der 42-Stunden-Woche für alle vor. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading