Schönau Elektrizitätswerke fahren mit

Ökoenergieanbieter, darunter die EWS, möchten eine Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge aufbauen. Foto: Harald Pflüger Foto: Markgräfler Tagblatt

Mit „Ladegrün“ bauen Ökoenergieanbieter und die GLS-Bank bundesweit grüne Ladeinfrastruktur auf. Die Ökoenergieanbieter Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Inselwerke und Naturstrom sowie die GLS-Bank gründen ein Gemeinschaftsunternehmen zum Aufbau und Betrieb einer grünen Lade-Infrastruktur für E-Mobile. Die neue Genossenschaft, die ihren Sitz in Berlin haben wird, soll schon 2021 mehr als 100 Ladepunkte errichten.

Schönau. Für das Jahr 2025 sind bundesweit bis zu 4 000 Ladepunkte insgesamt geplant, die mit hochwertigem Ökostrom der beteiligten Energieversorger beliefert werden. Ladegrün wird laut Pressemitteilung zum einen öffentliche Säulen errichten, die für alle E-Mobilisten nutzbar sind. Zum anderen sollen aber auch nicht- oder teilöffentliche Ladepunkte entstehen, etwa für Gewerbekunden, Wohnbauprojekte und ökologisch orientierte Betreiber von E-Auto-Flotten.

„Wirklich sinnvoll für die Energiewende und den Klimaschutz ist E-Mobilität nur dann, wenn die Fahrzeuge mit erneuerbaren Energien geladen werden“, sagt Armin Komenda, Ladegrün-Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstand der EWS. „Deshalb braucht es dringend eine ’grüne’ Lade-Infrastruktur, die wir jetzt konsequent aufbauen.“

Im stark wachsenden Markt für Lade-Infrastruktur sind derzeit vor allem konventionelle Energieversorger und die Autoindustrie aktiv. Die Gründungspartner von Ladegrün, die zusammen rund eine Million Kunden haben, wollen mit ihrer neuen Genossenschaft eine ökologische Alternative dazu anbieten. „Als glaubwürdige grüne Energieversorger schließen wir hier eine wichtige Marktlücke“, sagt Nils Müller, Vorstand von Greenpeace Energy. „Denn umweltbewegte E-Mobilisten wollen wirklich nachhaltigen und energiewendedienlichen Strom höchster Qualität laden. Und den bekommen sie bei uns.“ Der Ökostrom aus den Ladegrün-Säulen soll dabei nicht teurer sein als an den Ladesäulen der konventionellen Konkurrenz.

Auch die Inselwerke – als Bürgerenergiegenossenschaft mit mehrjähriger Erfahrung beim Aufbau von ökologischen Ladelösungen und dem Betrieb von derzeit rund 200 Ladepunkten für Elektroautos – beteiligen sich an der Gesellschaft. „Für jeden Standort und jeden Kunden braucht es maßgeschneiderte Lösungen“, sagt Frank Haney, Vorstand der Inselwerke und Gründungsvorstand der neuen Genossenschaft, „und die können wir mit ’Ladegrün’ allumfassend anbieten.“

Die Genossenschaft wird laut Pressemitteilung nicht nur eigene Ladesäulen betreiben und für Geschäftspartner schlüsselfertige Ladeinfrastruktur errichten, sondern ihren Kunden auch Dienstleistungen wie die technische und kaufmännische Betriebsführung von Ladepunkten anbieten. „Zusammen bringen wir umfassende Expertise in allen Bereichen des Energiemarkts mit“, sagt Oliver Hummel, Vorstand von Naturstrom. „Ladegrün wird deshalb ein verlässlicher Partner für alle sein, die für die eigenen Mobilitätsbedürfnisse und die ihrer Kundschaft klimafreundliche Lösungen suchen.“

Ihren Betrieb soll die in Gründung befindliche und für weitere Partner offene Genossenschaft im Februar oder März aufnehmen, sobald die Eintragung ins Genossenschaftsregister erfolgt ist. „Wir haben uns bewusst für die Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft entschieden“, so Mirko Schulte, Leiter Mobilität bei der GLS-Bank, laut Mitteilung.

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