Schönau/Freiburg. „Es ist sehr zu begrüßen, dass die Elektrizitätswerke Schönau als Energieversorger einen besonderen Fokus darauf legen, Energiesparen mit dem Erzeugen erneuerbarer Energie noch stärker zu verknüpfen und Kunden durch eine finanzielle Beteiligung langfristig dafür zu gewinnen.“ Mit diesen Worten übergab Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), am Samstag eine Förderzusage über 125  000 Euro an Tanja Gaudian von den Elektrizitätswerken Schönau (EWS).

Bisherige Bemühungen beim Einsparen von Energie nicht genug

Die Genossenschaft will damit gemeinsam mit dem Öko-Institut und dem Beratungsbüro Ö-quadrat (beide Freiburg) einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Deutschland leisten, heißt es in einer Pressemitteilung der Umweltstiftung. Bisher habe nach Ansicht des Ökostromanbieters das Stromsparen jedoch nicht den Stellenwert, den es verdient.

„Langfristig können wir unsere Lebensgrundlage nur erhalten, wenn wir die Energiewende als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen und erfolgreich umsetzen“, unterstrich Tanja Gaudian. „Dies kann nach unserer Ansicht nur funktionieren, wenn der Ausbau erneuerbarer Energien und das Energiesparen gleichermaßen vorangetrieben werden.“ Zwar gebe es bereits Bemühungen, Energie einzusparen, dies sei jedoch nicht genug.

Ein weiteres Problem: Häufig werde der Erfolg durch den sogenannten Rebound-Effekt geschmälert. So würden beispielsweise Kühlschränke mittlerweile immer weniger Strom verbrauchen, was jedoch wirkungslos bleibe, wenn der alte Kühlschrank dann im Keller als Zusatzgerät weiter genutzt werde. In der Summe werde dann am Ende sogar mehr Strom als vorher verbraucht.

Kunden investieren in Solarenergie und werden an Gewinnen beteiligt

Eine mögliche Lösung solcher Widersprüche sieht die EWS in einem finanziellen Anreiz für die Kunden. Gaudian: „So wollen wir Stromsparen für alle gesellschaftlichen Schichten attraktiv und salonfähig machen.“ Die Idee des Projektes: Zunächst bekommen die Kunden eine Stromsparberatung. „Bei Bedarf erhalten sie zudem energiesparende Elektro-Kleingeräte und Geräte zum Aufbereiten von Warmwasser.

Das durch einen niedrigeren Verbrauch eingesparte Geld wird dann in Fotovoltaik-Anlagen investiert.

„Dabei werden die Kunden an den Gewinnen aus dem Verkauf des Solarstroms beteiligt“, erklärte Gaudian. Mehrkosten entstünden keine für die Kunden. Sie zahlten weiterhin ihren monatli-

Bei erfolgreicher Umsetzung könnte das Modell Schule machen

chen Betrag, die eingesparte Differenz werde investiert.

Rainer Grießhammer vom Öko-Institut wird das Projekt als Leiter mit seinem Fachwissen unterstützen.

Nach drei Jahren sollen die Kunden entscheiden können, ob sie weitermachen oder ihre Anteile an den Anlagen wieder verkaufen wollen. Das Modell werde zunächst in 100 Haushalten getestet.

Bei einer erfolgreicher Umsetzung sei denkbar, das Konzept anschließend auch anderen Energieerzeugern zur Verfügung zu stellen, so Gaudian.

Die EWS geht davon aus, mit diesem Vorgehen rund 570 Kilowattstunden (KWh) Strom pro Haushalt jährlich einsparen zu können. Das seien rund 14 Prozent des Jahresverbrauchs eines durchschnittlichen Vierpersonenhaushalts. Insgesamt sollen während der Gesamtlaufzeit des Vorhabens von drei Jahren 171 000 Kilowattstunden (KWh) Strom eingespart und zusätzlich 580 000 KWh Strom aus Sonnenenergie erzeugt werden.

Bonde lobte den doppelten Effekt der Idee: „Dank der Einsparung muss nicht nur weniger Energie erzeugt werden, gleichzeitig wird auch die Solarenergie ausgebaut. Damit kann die EWS bei erfolgreichem Projektverlauf einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.“