Schönau Erfahrungsspektrum wird erweitert

Die Fördergruppe freut sich über ihr neues Hochbeet im Garten des Seniorenzentrums Schönau. Foto: Peter Schwendele

Schönau - Fruchtiges wie Erdbeeren, Herzhaftes wie Mangold oder Gewürze wie Thymian – das Hochbeet, das die Fördergruppe für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen dieser Tage im (öffentlichen) Garten des Seniorenzentrums Schönau eingeweiht hat, bietet eine große Vielfalt.

Offiziell präsentiert wurde die liebevoll gestaltete Anlage am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. In der zum St. Josefshaus in Herten gehörenden Fördergruppe, die seit 2016 im Seniorenzentrum in Schönau untergebracht ist, werden aktuell vier junge Männer mit geistigen und körperlichen Behinderungen betreut.

Ab September soll noch eine junge Frau dazukommen. Sie alle wohnen Zuhause, werden morgens von einem Fahrdienst abgeholt und in die Fördergruppe gebracht, für die das Josefshaus im Erdgeschoss des Seniorenzentrums Räumlichkeiten angemietet hat.

Dort werden ihnen den Tag über verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten, wie die Leiterin der Gruppe, Sonja Kiefer, darlegt. Das Spektrum reicht von Kochen, Malen, Basteln, Tanzen oder Singen bis zu Spaziergängen in der Stadt.

Im Tageslauf wird den zu betreuenden Menschen auch Frühstück und Mittagessen angeboten. „Wir geben den Menschen eine Tagesstruktur, bieten ihnen einen zweiten Lebensraum neben der Familie“, sagt Kiefer. Diese Aufgabe wird von zwei Fachkräften, neben Sonja Kiefer ist dies Mischa Trefzer, wahrgenommen. Mit Sarah-Sophie Eller ist auch eine Auszubildende zur Heilerziehungsassistentin mit im Team. Und ab September freut sich die Gruppe auf eine FSJ-Kraft.

Das neue Hochbeet ist für die Fördergruppe eine gute Ergänzung zu den bisherigen Angeboten. Im Rahmen der Koch- und Backaktivitäten bieten sich hier viele Möglichkeiten bieten, das Erfahrungsspektrum zu erweitern.

Dass die offizielle Präsentation am 5. Mai stattgefunden hat, ist kein Zufall, wie Sonja Kiefer erläutert. Denn beim diesjährigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung gehe es unter anderem um das Thema Barrierefreiheit. Und dieses beschäftigt auch die Fördergruppe in Schönau, zu der auch zwei Rollstuhlfahrer gehören.

Sonja Kiefer erzählt, dass so mancher kleine Ausflug der Gruppe buchstäblich ausgebremst wird, wenn beispielsweise Gehwege durch Mülltonnen blockiert sind. „Dass so etwas Menschen mit Behinderung beeinträchtigt, ist vielen offenbar nicht bewusst“, sagt die Gruppenleiterin.

Auch Baustellen, an denen seit geraumer Zeit in Schönau kein Mangel herrscht, würden Rollstuhlfahrern das Fortkommen oft erschweren. Und nicht zuletzt sei es eine große Herausforderung für die Fördergruppe, Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die zu oft nicht behindertengerecht ausgestattet sind, zu unternehmen.

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