Schönau EWS: Mehr als 200 000 Kunden

Schönau - Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 blickten die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) bei ihrer Generalversammlung am Freitag in der Buchenbrandhalle zurück. Zum Jahreswechsel 2018/2019 konnte bei den Kunden die 200 000-Marke überschritten werden. In der Diskussion mit den rund 300 Genossenschaftsmitgliedern, die nach Schönau gekommen waren, spielten auch Personalfragen und das Thema Windkraft eine Rolle.

Zu Beginn der mehrstündigen Veranstaltung legte Vorstandsmitglied Armin Komenda die aktuellen Zahlen dar. Demnach konnte die EWS-Gruppe ihren Umsatz im vergangenen Jahr weiter steigern. Er lag bei 196 Millionen Euro, 2017 waren es 175 Millionen Euro. Das Jahresergebnis belief sich auf 7,1 Millionen Euro, der Jahresüberschuss auf 4,2 Millionen Euro. An die Mitglieder der Genossenschaft wird eine Dividende von 3,5 Prozent ausgeschüttet. Die wirtschaftliche Entwicklung der EWS bezeichnetet der Vorstand als gut.

Gesteigert werden konnte neben der Kundenzahl auch die Anzahl der Mitglieder der Genossenschaft. Waren es Ende 2017 noch 6172 Mitglieder gewesen, so zählte man Ende 2018 bereits 7225 Genossenschaftsmitglieder.

Die Freude über diese Entwicklung war beim Vorstand groß, schließlich werde damit deutlich, dass das Klimabewusstsein und der Wunsch nach aktiver Teilhabe am Klimaschutz steige, so Komenda. Im Gegensatz dazu stehe die offizielle Klimapolitik in Deutschland, die vom Vorstand hart kritisiert wurde. Komenda bezeichnete den Klimaschutzbericht der Bundesregierung als „Offenbarungseid“ und „Armutszeugnis“. „Statt neuer Hürden brauchen wir neue Anreize“, betonte Armin Komenda und forderte unter anderem, endlich eine CO2-Bepreisung in die Wege zu leiten.

Der Vorstand ging in seinem Bericht auch auf den Neubau der EWS ein, der neben den bestehenden Gebäuden in die Höhe wächst. Das 2018 begonnene Projekt, mit dem 65 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, soll bis zum Ende des Jahres fertiggestellt sein. „Alle bei uns freuen sich, wenn die Zeit der Container zu Ende geht“, so Komenda.

Vorstand umfasst nur noch drei Personen

Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Jorberg äußerte sich in seinem Bericht auch zu der jüngst erfolgten Veränderung im Vorstand der EWS. Dieser umfasst mit Armin Komenda, Sebastian Sladek und Alexander Sladek nur noch drei Personen, nachdem Rolf Wetzel zum 1. April diesen Jahres in den Vorruhestand getreten ist. Jorberg skizzierte Wetzels langjährige wichtige Rolle bei der Entwicklung der EWS. Er habe vieles mit aufgebaut, sei prägend gewesen beim Umbau der EWS von einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu einer Genossenschaft und habe sich auch beim aktuellen Neubauprojekt stark engagiert.

Rolf Wetzel habe auch im Zusammenhang mit dem notwendigen Generationenwechsel bei der EWS viel geleistet, aber „irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen loszulassen“, sagte Jorberg und fügte an: „Ein solcher Prozess ist nicht immer ganz einfach, und das war auch in diesem Fall so.“ Letztendlich habe man aber eine Lösung gefunden und Wetzel gelte der große Dank des Aufsichtsrats wie des Vorstands für seine langjährige Tätigkeit.

Detaillierter wollte Thomas Jorberg, auch nach Nachfragen aus den Reihen der Genossenschaftsmitglieder, nicht auf diese Personalie eingehen. Der Aufsichtsratsvorsitzende betonte allerdings, dass der Vorstand seiner Meinung nach sowohl von der Personenzahl als auch von den unterschiedlichen Fähigkeiten seiner Mitglieder her gesehen gut besetzt sei.

Recht komplex gestalteten sich dann die Wahlen zum Aufsichtsrat, die denn auch mit dazu führten, das die Versammlung sich bis in die späten Abendstunden hinein zog. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden bedeutete dieser Punkt einen „Gang nach Canossa“, wie er selbst bekundete, da turnusgemäß eigentlich drei Mitglieder des Gremiums bereits bei der Generalversammlung im vergangenen Jahr hätten neu gewählt werden müssen. Dies war allerdings versäumt worden, was „weder erklär- noch entschuldbar ist“, so Jorberg. Außerdem wurde der Aufsichtsrat von sechs auf sieben Personen aufgestockt. Nach dem umfangreichen Wahlprozedere setzt sich das Gremium wie folgt zusammen: Thomas Jorberg, Carolin Salvamoser, Ulrich Martin Drescher, Wolf Dieter Drescher sowie neu Stefan Ehinger, Rüdiger Winkler und Wolfgang Zander.

Bei der Aussprache wurde eine Vielzahl von Themen angerissen, darunter auch die Thematik Windkraft. So tauchte die Frage auf, ob die Öffentlichkeitsarbeit der EWS bei den Windparkprojekten in der Region angemessen sei.

Selbstkritik beim Thema Windenergie

Vorstand Sebastian Sladek räumte ein, dass in der Rückschau insbesondere beim geplanten Windpark Zeller Blauen „ohne Frage einige Fehler gemacht wurden“. Man habe die Gegner des Projekts unterschätzt, sei davon ausgegangen, dass die Gruppierung schnell wieder zerfallen werde. Sladek: „Wir haben uns zum Teil nicht gut angestellt und es ist uns nicht gelungen, die entscheidenden Themenfelder zu besetzen.“ Nun müsse man schauen, „wie wir aus dem Schlamassel wieder rauskommen“. Der Vorstand kündigte eine Kommunikationsoffensive an: „Wir lernen aus unseren Fehlern und werden es besser machen.“

In der Sache legte Alexander Sladek zu dem Projekt dar, dass man nach wie vor an der Erstellung verschiedener Gutachten arbeite. Außer Frage stehe, dass der Standort Zeller Blauen ein guter sei. Die Einreichung der Genehmigungsunterlagen soll im Herbst diesen Jahres erfolgen.

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