Schönau Fröhnd steigt in die Diskussion ein

Markgräfler Tagblatt, 12.10.2017 19:17 Uhr

Die Firmen EWS und Enercon planen einen Windpark auf dem Höhenrücken des Zeller Blauen (wir berichteten). Da die Windräder auf den Gemarkungen der Kommunen Zell, Kleines Wiesental, Fröhnd, Böllen und Wembach stehen könnten, sind die Firmen derzeit dabei, alle Gemeinden über das geplante Projekt zu informieren und sie mit ins Boot zu holen.

Fröhnd (vw). Tobias Tusch und Friedar Frey von der EWS sowie Jonas Besseler von der Firma Enercon informierten am Mittwochabend den Fröhnder Gemeinderat über den aktuellen Sachstand. Man stehe derzeit noch ganz am Anfang. Die Standorte für die Anlagen seien noch völlig unklar. Mit der Stadt Zell und der Gemeinde Kleines Wiesental habe die EWS einen Vorvertrag zur Errichtung von Windenergieanlagen geschlossen. Beide Gemeinden verfügen über einen Flächennutzungsplan, der den Zeller Blauen als Windkraftfläche ausweist.

Dieser weist bis zu neun Windkraftanlagen aus. „Es wird in keinem Fall mehr geben“ versicherte Tusch, eher weniger. Geplant sind Anlagen mit einer Höhe von 159 Metern, zehn Meter höher als diejenigen auf dem Rohrenkopf. Nun gelte es, die Planungsfläche auszuweiten. EWS und Enercon wollen herauszufinden, ob weitere Gemeinden Flächen für das Projekt zur Verfügung stellen. Die Kommunen sollen an einem Pachtpoolmodell beteiligt werden. Auch Fröhnd könnte in den Pachtpool aufgenommen werden und so von dem Windpark profitieren.

Tobias Tusch präsentierte einen groben Zeitplan für das Windpark-Projekt. Bis Ende des Jahres will man die Planungskulisse eruieren. Ende 2018 soll der Genehmigungsvertrag stehen und Ende 2020 die Realisierung abgeschlossen sein, so dass Anfang 2021 der Windpark in Betrieb gehen könnte.

Fröhnds Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner sprach sich für das Projekt aus und meinte, dass die Energiewende verlange, dass man diesen Weg mitgehe. Außerdem seien bereits alle Wege angelegt, die Infrastruktur sei vorhanden. Gemeinderäte entgegneten, dass das Wegenetz bei weitem nicht komplett sei. Bernhard Stiegeler wollte von Tusch wissen, wie Zell und das Kleine Wiesental zu dem Projekt stehen. Tusch berichtete von positiven Reaktionen.

Auch nach dem Abstand zum Wohngebiet wurde gefragt. Im Flächennutzungsplan sei ein Abstand von 700 Metern zur Wohnbebauung vorgesehen, diesen wolle man einhalten, so Tusch. Einzelfälle, die davon abweichen, seien zu prüfen. Bernhard Stiegeler wollte wissen, wie genau die Windmessungen seien. „Je länger, umso besser“, antwortete Tusch. Nach der erfolglosen Windmessung 2013 habe man von 2015 bis 2017 über 17 Monate lang gemessen. Der Zeller Blauen sei kein schlechter Windstandort, man sei sehr optimistisch, so Tusch.

Bernhard Stiegeler sagte, er sei generell für Windkraft, aber was den Naturschutz angehe, würden neun Anlagen den Rahmen sprengen. Naturschutzaspekte seien bereits für den Flächennutzungsplan geprüft worden, die Untersuchungen, die nun folgen, seien aber wesentlich detaillierter, so Tusch.

„Wenn Fröhnd dagegen ist, haben wir die Windräder vor der Nase und gar nichts davon“, sagte Roland Marterer. „Vielleicht hat man mit diesem Windpark als Anhäufung von Windrädern eine höhere Akzeptanz als bei einer Zerspargelung“, meinte Tanja Steinebrunner. Eine emotionale Diskussion wollte die Bürgermeisterin aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht zulassen; es solle aktuell nur um eine Information gehen, und so brach sie die weitere Diskussion über das Thema ab.

 
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