Schönau Gemeinsam etwas Sinnvolles machen

Gestern fand in Schönau der Spatenstich für das Gemeinschaftsprojekt Nahwärmenetz und Breitbandverlegung statt. Foto: Peter Schwendele

Schönau - Startschuss für ein umfangreiches Gemeinschaftsprojekt: Gestern fand der offizielle Spatenstich für den Ausbau des Wärmenetzes und die Breitbandverlegung in Schönau statt. Die gesamte Bauphase wird sich über eineinhalb bis zwei Jahre hinziehen und nicht ohne Behinderungen für den innerstädtischen Verkehr über die Bühne gehen.

Bürgermeister Peter Schelshorn freute sich über den Beginn des Großprojekts, dessen Startpunkt beim Bauamt des Gemeindeverwaltungsverbands Schönau liegt. Die Breitbandverlegung wird weitergeführt über die Luisenstraße und die Bundesstraße nach Tunau und auf der anderen Seite hoch nach Schönenberg.

Von einem umfangreichen Projekt sprach auch Paul Kempf, der Geschäftsführer des Zweckverbands Breitband im Landkreis Lörrach. Rund drei Millionen Euro würden hier für die Breitbandversorgung investiert. Kempf betonte, dass weitere Investitionen für Wasser und Strom dazukommen; man habe eine „bemerkenswerte Koordinierungsquote von über 50 Prozent“.

Bei den langen Wegen, die das Projekt in und um Schönau zurückzulegen habe, müsse man auch mit gewissen Unwägbarkeiten rechnen, so Kempf. Da die Umsetzung der Rohr- und Kabelverlegung nicht unkompliziert sei, werde man wohl in vielen kleinen Abschnitten voranschreiten.

„Es wird nicht ohne Behinderungen und Sperrungen abgehen“, meinte auch Helmut Wunderle. Der Leiter des GVV-Bauamts bat Anwohner und Verkehrsteilnehmer schon einmal vorab um Verständnis.

Daniel Weiß beleuchtete beim Spatenstich das Projekt für die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), die das Nahwärmenetz betreiben. Weiß hob hervor, dass das bereits bestehende Nahwärmenetz, das die EWS von der Stadt Schönau erworben hat, in das Gesamtkonzept eingebunden wird. Bemerkenswert sei, dass auch die Firma Frank Bürsten mit im Boot sei, die ihre überschüssigen Holzabfälle für die Nahwärmeproduktion zur Verfügung stellt. „Stimmiger geht es nicht mehr“, so Daniel Weiß. Insgesamt werde das Netz über drei Einspeisepunkte verfügen: Gymnasium, Firma Frank und eine bei der EWS zu schaffende Heizzentrale. Das Wärmenetz sei auf einen jährlichen Wärmeabsatz von etwa 3000 MWh ausgelegt. Die CO2-Einsparung pro Jahr im Vergleich zu fossilen Energieträgern betrage etwa 800 Tonnen, dies entspreche dem jährlichen C02-Ausstoß von etwa 500 durchschnittlichen Autos.

Damit das Nahwärmenetz auch wirtschaftlich gut funktioniere, seien möglichst hohe Anschlusszahlen notwendig. Aktuell sind 30 Hausanschlüsse fix, was Weiß als gute Quote zum Projektstart bezeichnete.

Der EWS-Geschäftsführer für den Bereich Nahwärme hob hervor, dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von ganz vielen handle und betonte: „Wir machen hier etwas Sinnvolles.“

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