Schönau Großes Interesse von beiden Seiten

Pfarrerin Christine Würzberg besuchte am Sonntag Schönau und hielt eine Kurzandacht. Ihr Interesse an der vakanten Pfarrstelle ist groß. Foto: Dirk Friberg

Oberes Wiesental - Schon seit fünf Jahren ist die evangelische Pfarrstelle in Schönau und Todtnau vakant. Dies könnte sich bald ändern. Ihr Interesse äußerte am Sonntag Pfarrerin Christine Würzberg aus Rastatt bei der Veranstaltungsreihe „Rendezvous mit Gott“, wo sie eine Kurzandacht hielt.

Auf die Frage, wie eine Rastatter Pfarrerin in den Südschwarzwald kommt, erzählte die 56-Jährige, dass sie eines Tages in ihrem Briefkasten einen gemeinsam verfassten Flyer der beiden Kirchengemeinden Schönau und Todtnau gefunden habe, der ihren lange, seit Anfang ihres Theologiestudiums gehegten Traum, einmal Dorfpfarrerin in einer kleinen Gemeinde südlich von Freiburg zu werden, plötzlich näherrücken ließ.

Würzberg, die seit 15 Jahren in Rastatt Pfarrerin im Schuldienst ist, nahm spontan Kontakt auf mit Ronald Kaminsky (Kirchengemeinderat Schönau) und Renate Metzler (Kirchengemeinderat Todtnau), den Verfassern des Flyers, woraufhin sich ein reger Austausch entwickelte.

Ronald Kaminsky erklärte, dass die Pfarrerstelle inzwischen schon seit fünf Jahren vakant, seitens der Personalabteilung in Karlsruhe aber bislang nichts geschehen sei. So habe man sich zu dem ungewöhnlichen Schritt entschieden, selbst einen Flyer zu verfassen, um nach möglichen Kandidaten zu suchen. Man habe in Telefonbüchern und im Internet nach öffentlichen Adressen von Pfarrern gesucht und im näheren Umland gefunden und habe im Februar begonnen, an diese den Flyer zu verschicken. Zehn von ihnen hätten auch auf den Flyer reagiert, waren allerdings bereits anderweitig fest eingebunden oder hatten bereits schon die Weichen in eine neue Richtung gestellt.

Erfolgversprechendes Interesse zeigte nur Christine Würzberg. Nach etlichen Gesprächen folgte eine Einladung nach Schönau, um sie persönlich kennenzulernen und ihr einen Einblick ins Gemeindeleben zu geben. Am Sonntag nun kam es zu dem Treffen. Die Kirchengemeinderäte unterhielten sich ausführlich mit Würzberg und gewannen einen positiven Eindruck. Die begeisterte Gitarrenspielerin begleitete auch das Lobpreisteam mit ihrer Gitarre, die sie nach eigenem Bekunden „immer dabei hat“, wenn sie unterwegs ist.

Ronald Kaminsky und Christine Würzberg erklärten, dass man über ein angedachtes gegenseitiges „Beschnuppern“ schon weit hinaus sei. Die Pfarrerin würde sehr gern die Stelle besetzen, und auch die Kirchengemeinderäte beider Gemeinden wären froh, sie als künftige Pfarrerin willkommen heißen zu können. Allerdings bedarf dies noch der Zustimmung von Dekanin Bärbel Schäfer und der Kirchenleitung in Karlsruhe, deren abschließende Entscheidung noch aussteht. Sollte die Zustimmung erfolgen, könnte Würzberg bereits im Februar 2021 die Stelle antreten.

Auf die Frage, wie es dann inhaltlich weitergehen könnte, erklärte Kaminsky: „Wir wollen den Gottesdienst künftig moderner und attraktiver gestalten und verständlicher für Menschen machen, die noch nicht so kirchenassoziiert sind und vielleicht erst zum ersten oder zweiten Mal bei einem Gottesdienst dabei sind.“ Würzberg ergänzte: „Die Leute sollen da abgeholt werden, wo sie im Leben gerade stehen.“

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