Schönau Junge Menschen als Friedensstifter

Friedenstheaterperformance: Die Teilnehmer des Camps bei ihrer Aufführung in der Dorfkirche in Gunsbach. Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Wieden (vw). Der ICJA-Freiwilligenaustausch (früher: internationaler christlicher Jugendaustausch) aus Berlin lud kürzlich junge Erwachsene von 18 bis 26 Jahren zu einem zweiwöchigen internationalen Theater-Workcamp in das Seminarhaus nach Wieden ein. Teilgenommen haben 16 junge Menschen aus Frankreich, Russland, Polen, Spanien, Italien, Taiwan, Mozambique und Deutschland.

Der Beginn des ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, seine Auswirkungen sowie Krieg und Frieden in der Welt von heute wurden Gegenstand der Auseinandersetzung mit dem Thema und Grundlage für die kreative Entwicklung einer eigenen Theaterperformance.

In der ersten Woche setzte sich die Gruppe in Workshops und während verschiedener Exkursionen mit dem Ersten Weltkrieg sowie mit den Themen Krieg und Frieden auseinander. Dabei besuchten sie unter anderem das ehemalige Schlachtfeld und heutige Museum „Lignekop“ bei Orbey im Elsass, wo noch Spuren von Schützengräben und anderen Ruinen zu sehen sind. Sie besuchten das Albert-Schweitzer-Haus in Gunsbach und das Tagebucharchiv in Emmendingen.

Darüber hinaus nahm die Gruppe gemeinsam mit dem „Ride for peace“, einer friedenspolitischen Radtour des internationalen Versöhnungsbundes, und der Musikergruppe „Lebenslaute“ an einer Mahnwache vor den Toren des Werkes des Kleinwaffenexporteurs Heckler und Koch in Oberndorf am Neckar teil.

Darüber hinaus standen zwei Workshops auf dem Programm. Stefan Maas von der Arbeitsstelle Frieden der evangelischen Landeskirche in Baden gab einen Workshop zum Programm „Jugendliche werden Friedensstifter“. Thomas Mickan von der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen gab einen Workshop zum Thema Technisierung von Krieg, damals und heute am Beispiel von Drohnen sowie zu Militarismus in der Gesellschaft und friedenspolitischem Widerstand.

In der zweiten Woche kreierte die Gruppe unter Anleitung der international arbeitenden Theaterpädagogin Mirjam Rehmet aus Berlin eine Friedenstheaterperformance, die auf die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema in der ersten Woche aufbaute und bei einem internationalen Gedenkgottesdienst in der Dorfkirche in Gunsbach im Elsass aufgeführt wurde.

Diese Aufführung war dann auch der Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des zweiwöchigen Programms. Das Workcampprojekt wurde durch die evangelische Kirche in Deutschland gefördert, die auch maßgeblich bei der Ausrichtung des Gedenkgottesdienstes in Gunsbach mit beteiligt war.

Eine weitere Förderung erhielt das Projekt durch Bundesmittel.

Neben der Theaterarbeit hatten die jungen Erwachsenen die Möglichkeit, die Naturschönheiten des Schwarzwaldes kennenzulernen; gemeinsames Kochen und Grillen standen ebenfalls auf dem Programm.

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