Schönau „Keine Insel der Glückseligkeit“

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Die Arbeit an der Buchenbrandschule wurde in der Verbandsversammlung beleuchtet. Foto: Archiv

Schönau (pele). In der Verbandsversammlung am Donnerstag stellten sich Andrea Krämer, die neue Rektorin der Buchenbrand-Grundschule, und Peter Simon, Schulsozialarbeiter an der Gemeinschaftsschule Oberes Wiesental, den Verbandsmitgliedern vor.

Krämer, die im Sommer aus Hamburg ins obere Wiesental gekommen ist, legte dar, dass sie von Anfang an sehr gut aufgenommen worden sei. Die Schulleitung sei ihr von ihrer Vorgängerin Susanne Spiegelhalder-Rinderle, mit der sie weiter in Kontakt stehe, „vorbildlich“ übergeben worden. Sie sei in Schönau auf ein „ganz, ganz tolles Kollegium“ getroffen, sagte Andrea Krämer und betonte, dass ihr Schwerpunkt in der Kommunikation mit den Eltern liege, weswegen sie auch sehr eng mit dem Elternbeirat verbunden sei.

Corona fordert die Schule

Aktuell stelle der Alltag in Coronazeiten die Schule vor große Herausforderungen. Der Hygieneplan werde strikt eingehalten und jeder Schüler werde dreimal pro Woche getestet. Sollte ein Test positiv ausfallen, werde das Kind umgehend nach Hause gebracht und die jeweilige Klasse bleibe fortan unter sich, wobei die Testung dann täglich erfolge.

Des Öfteren gebe es positiv ausfallende Schnelltests, deren Ergebnis sich dann bei anschließenden PCR-Tests nicht bestätige. „Das sorgt natürlich für Unruhe“, sagte Krämer. Aktuell gebe es keine Corona-Fälle an der Buchenbrandschule, grundsätzlich habe man bisher noch nicht viele infizierte Schüler registrieren müssen.

Krämer wies die Verbandsmitglieder auch auf das im Sommer angelaufene Projekt „Sprachbrücken“ hin, bei dem Studentinnen der Pädagogischen Hochschule Freiburg Kinder mit Migrationshintergrund und Sprachproblemen auf spielerische Weise zu einem besseren Umgang mit Sprache führen. „Dieses Projekt kommt supergut bei den Schülern an“, berichtete die Rektorin, die hofft, dass die „Sprachbrücken“ über den gesicherten Termin Februar hinaus weitergeführt werden können.

Schon etwas länger als Andrea Krämer wirkt Schulsozialarbeiter Peter Simon im oberen Wiesental. Nicht gerade erleichtert wurde seine Aufgabe allerdings dadurch, dass er im Januar mitten in der Lockdownphase seinen Posten übernommen hat. „Erst ab April konnte das Ganze richtig anlaufen“, berichtete Simon. Seit Beginn des aktuellen Schuljahrs steht er nun mit allen Klassen an der Gemeinschaftsschule in Kontakt und bietet Sozialtraining an. Gleichzeitig laufen Präventionsangebote im Hinblick auf die Themen Alkohol, Drogen und Medien.

Simon sagte, dass seine Vorgängerin Sarah Zeller große Fußstapfen hinterlassen habe. Er kündigte an, dass die von ihr initiierte Elternakademie ab dem nächsten Schulhalbjahr wieder aufgegriffen wird. Sechs Veranstaltungen für Eltern seien in diesem Zusammenhang bereits geplant.

Sowohl Krämer als auch Simon wünschen sich, dass Angebote zum Thema Konfliktlösung ausgeweitet werden.

Auf die grundlegende Situation der jungen Generation im oberen Wiesental ging Verbandsvorsitzender Peter Schelshorn ein. „Corona hat hier nichts Gutes getan“, sagte Schelshorn und verwies darauf, dass Kinder und Jugendliche, die in schwierigem Familienumfeld groß werden und soziale Probleme haben, sich durch die Pandemie noch weiter von einem geregelten Lebens- und Schulumfeld entfernt haben. „Es ist sehr schwierig, diese Menschen wieder ranzuholen“, so der Verbandschef und betonte: „Das obere Wiesental ist keine Insel der Glückseligkeit.“ Dies habe auch eine Studie unterstrichen, die in der jüngsten Vergangenheit erstellt wurde.

Immens wichtig sei in diesem Zusammenhang der Aspekt der Prävention. Alles, was im Vorfeld an negativen Entwicklungen durch Zuwendung und Aufklärung vermieden werden könne, zahle sich im Nachhinein doppelt und dreifach aus, sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesamtgesellschaft.

Sozialarbeit verstärken

Das Jugendamt rate deshalb dringend, hier tätig zu werden. Deshalb habe man sich entschieden, auch für die Buchenbrand-Grundschule eine Schulsozialarbeit aufzubauen. Gedacht werde an eine halbe Stelle (weitere 50 Prozent einer solchen Tätigkeit könnten an der Todtnauer Grundschule eingebracht werden). Der Landkreis befürworte dieses Vorgehen, wie Schelshorn berichtete: „Es wird eine Umverteilung der Kapazitäten geben, weil man erkannt hat, dass es auch bei uns steigenden Bedarf gibt.“

Offen sei indes, ob diese Entwicklung bereits im kommenden Jahr greife, denn man müsse die entsprechende Stelle nicht nur schaffen, sondern schlussendlich auch besetzen, was mittlerweile nicht immer ganz einfach sei, legte der Verbandsvorsitzende dar.

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