Schönau Kostenloses Parken ist bald passé

Solche Parkautomaten sollen in Kürze im Bereich des Belchen-Parkplatzes in Aitern-Multen aufgestellt werden. Foto: Peter Schwendele

Das Konzept für die Parkraumbewirtschaftung am Belchen steht in groben Zügen. In der Verbandsversammlung am Donnerstag präsentierte Vorsitzender Peter Schelshorn dem Gremium die Vorstellungen der Verwaltung. Dabei bekräftigte er: „Wir kommen an einer Parkraumbewirtschaftung nicht vorbei.“

Von Peter Schwendele

Oberes Wiesental. An der Talstation der Belchen-Seilbahn stehen insgesamt 140 Pkw-Stellplätze zur Verfügung, davon 90 direkt auf dem Parkplatz und 50 auf dem Seitenstreifen der Zufahrtsstraße. Dazu kommen vier Busparkplätze. Geplant ist die Aufstellung von insgesamt vier Parkautomaten, wie Schelshorn darlegte, zwei davon sollen direkt auf dem Parkplatz platziert werden, zwei weitere an der Zufahrtsstraße. Das Setzen der Fundamente soll in der kommenden Woche beginnen, wann die Geräte selbst aufgestellt werden, konnte der Verbandschef noch nicht sagen, da es noch Unklarheiten bei der Lieferung gebe.

Traditionelles und kontaktloses Bezahlen

Klar sei indes, dass die Automaten solarbetrieben sind, dass sie Münzen annehmen, dass aber auch kontaktloses Bezahlen per Karte möglich sein wird.

Was die Gebühren anbelangt, legte die Verbandsverwaltung folgende Vorschläge auf den Tisch: Die Parkgebühr sollte einen Euro pro Stunde, maximal aber sieben Euro pro Tag betragen, kostenfrei parken („Brötchentaste“) könnte man entweder die ersten 60 oder die ersten 90 Minuten, die kostenpflichtige Parkzeit könnte zwischen 6 und 21 Uhr liegen und im Winter könnte es ein Nachtparkverbot geben.

Diese Vorstellungen stellte Schelshorn in der Verbandsversammlung, zu der dieses Mal auch sämtliche Gemeinderäte der neun Verbandsgemeinden in die neue Mehrzweckhalle eingeladen worden waren, zur Diskussion. Einwände gab es in erster Linie im Hinblick auf die Tagessumme von sieben Euro. In verschiedenen Wortmeldungen, etwa von Aiterns Bürgermeister Manfred Knobel oder von Hartmut Schwäbl aus Utzenfeld, wurde für eine Senkung des Betrags auf fünf Euro plädiert.

Tageshöchstsatz von sieben Euro

Doch dagegen wehrte sich der Verbandschef vehement: „Wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind.“ Der Gemeindeverwaltungsverband biete eine gute Infrastruktur für seine Gäste, „und das sollte auch etwas wert sein“, meinte Schelshorn. Bereits mit sieben Euro Tageskosten liege man „sehr, sehr tief“ und mit Sicherheit im unteren Bereich, verglichen mit ähnlichen Angeboten in Tourismusregionen wie etwa Südtirol, wo Schelshorn vor Kurzem die Lage sondiert hat.

Der Verbandschef betonte weiter, dass es bei der ganzen Angelegenheit auch darum gehe, finanzielle Mittel zu generieren, die wiederum in die Instandhaltung des Parkbereichs fließen sollen. Allein im Haushalt für 2022 würden voraussichtlich rund 30 000 Euro an Aufwendungen für den Unterhalt von Parkplatz und Zufahrtsstraße zu Buche schlagen. Lasse man die In­frastruktur verlottern, kämen immer weniger Gäste, prognostizierte der Verbandschef. Aber dieses Geld müsse auf dem vorgeschlagene Weg erwirtschaftet werden, denn die allgemeine Finanzlage im Verbandsgebiet gebe Anlass zur Besorgnis, betonte Schelshorn und mahnte: „Ich wage zu bezweifeln, dass alle Gemeinden in den nächsten Jahren überlebensfähig sein werden.“

Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang auch über die „Brötchentasten“-Funktion. Michael Fischer aus Wieden schlug vor, die Entwicklung eine Zeit lang zu beobachten und dann, je nach Ergebnis, erneut über diesen Aspekt zu befinden. Erfahrungswerte, wie lange sich Besucher auf dem Belchen aufhalten, gibt es bisher nicht.

Stimmungsbild zu den Detailfragen

Am Ende der Diskussion stand die Erfassung eines Stimmungsbilds. Dabei sprach sich eine klare Mehrheit der Anwesenden dafür aus, das kostenfreie Parken auf 60 Minuten zu beschränken. Ebenfalls deutlich war die Unterstützung für die Summe von sieben Euro für die Tagesparkzeit. Und schließlich sprachen sich die Anwesenden dafür aus, auch in den Nachtstunden Parkgebühren zu erheben. Ein konkreter Beschluss über die Modalitäten soll in der nächsten Verbandsversammlung erfolgen.

Zur Frage, wer die Parksituation überwachen wird, meinte Schelshorn, dass dies Verbandsmitarbeiter übernehmen könnten, dass Klaus-Peter Rudiger, Geschäftsführer der Belchen-Seilbahn GmbH, sich aber auch vorstellen könnte, dass seine Mitarbeiter sich hier einbringen. Weiter sei Rudiger nicht abgeneigt, Parkplätze an der Talstation, die der Seilbahn GmbH gehören, in das Szenario einzubinden.

Der Verbandsvorsitzende teilte weiterhin mit, dass die Parkautomaten von Schönau aus mit einem Fernwartesystem kontrolliert werden können. Eine Rücksprache mit der Stadt Todtnau, die seit kurzer Zeit am Radschert ebenfalls eine Parkraumbewirtschaftung installiert hat, habe ergeben, dass man dort sehr zufrieden mit der Nutzung sei; es gebe bisher nur sehr wenige Parkverstöße zu beklagen.

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