Schönau Künftig keine Corona-Zahlen mehr

Hans-Jürgen Hege
Im Schönauer Rathaus wird künftig kein Überblick über die Corona-Zahlen mehr erhoben. Da es keine verlässlichen Zahlen mehr gebe, hat sich die Verwaltung zu diesem Schritt entschlossen. Foto: Markgräfler Tagblatt

Weil es ab sofort „keine verlässlichen Zahlen mehr gibt“, verzichtet die Stadt Schönau künftig auf den Überblick über die Coronazahlen, gab Bürgermeister Peter Schelshorn bei der Sitzung des Gemeinderats am Montag im Gemeindesaal bekannt. Aufgrund erfolgter PCR-Tests seien im Verwaltungsgebiet 29 infizierte Personen bekannt, zehn davon sind in der Stadt gemeldet.

Von Hans-Jürgen Hege

Schönau. „Es wird also in Zukunft wohl eine große Dunkelziffer geben“, befürchtet der Bürgermeister und legte damit vorerst einmal die bisher üblichen Meldungen über die offiziell registrierten Fälle zu den Akten. In diesem Zusammenhang wollte Michael Locker (FW) wissen, wann man denn die Sitzungen wieder im Rathaus abhalte. „Darüber haben wir uns auch schon Gedanken gemacht“, sagte Peter Schelshorn und kündigte an, dass man den jetzigen Sitzungsort im Bürgersaal noch bis zu den Sommerferien beibehalten werde, danach aber voraussichtlich wieder ins Rathaus wechseln könne, wenn es die Lage erlaube.

Zuschuss vom Kreis für Coworking-Projekt

Der Bürgermeister wartete zu Beginn der Sitzung mit erfreulichen Nachrichten auf. „Der Landkreis hat uns einen Strukturfördermittel-Zuschuss über 15 000 Euro für das Coworking-Projekt bewilligt, dem der Gemeinderat vor wenigen Wochen bereits seine Unterstützung zugesagt hat“, sagte er. Durch die gemeinsame Nutzung von Büroflächen durch Freiberufler, kleinere Start-ups oder Unternehmen verspricht sich die Wirtschaftsregion Südwest“ Synergien und Kooperationen, die unter anderem „eine gute Alternative zum Homeoffice“ seien und den „starken Pendelströmen im Oberen Wiesental“ entgegenwirken könnten.

Rat vergibt Aufträge für MTB-Gebäude

Weiter voran geht’s mit den Arbeiten am MTB-Gebäude, in dem Tourist-Info und Geschäftsstelle des Biosphärengebiets untergebracht werden sollen. Der Gemeinderat vergab am Montag Aufträge über 93 582 Euro an eine Zeller Firma, die das günstigere von zwei eingegangenen Angeboten für „Lüftungsinstallationsarbeiten“ abgegeben hatte. „Damit liegen wir auch hier unter dem Anschlag von 119 000 Euro“, betonte Bauamtsleiter Helmut Wunderle, der aber wie Peter Schelshorn keine passende Antwort auf Mechthild Münzers Frage parat hatte, wie man denn bei den Gesamtkosten mittlerweile liege. Der Bürgermeister musste die CDU-Rätin auf eine der kommenden Sitzungen vertrösten, denn „alles, was wir Ihnen dazu jetzt an dieser Stelle sagen könnten, wäre garantiert falsch.“

Während sich drei Anbieter die Ausschreibungsunterlagen für die Lüftung kommen ließen, sieht es im Bereich Blechner- und Dachdeckerarbeiten eher mau aus. Nach zwei Versuchen, darunter eine Einzelausschreibung der Gewerke, trudelten keine Angebote ein. Zu sehr scheinen mögliche Anbieter angesichts des Ukraine-Krieges Angst oder besser Respekt vor explodierenden Material-Kosten sowie Lieferengpässen zu haben oder wegen einer extrem guten Auftragslage auch an ihre Kapazitätsgrenzen zu stoßen.

Deshalb habe sich die Verwaltung nach Rücksprache mit dem Landratsamt und dessen Hinweis, dass sich die Verfahrensänderung nicht auf die Zusage von Fördermitteln auswirke, dazu entschlossen, Aufträge freihändig zu vergeben. Das biete erstens die Chance, regionale Unternehmen ins Verfahren einzubeziehen, erlaube zweitens aber auch eine wesentlich flexiblere Verhandlung über den Materialeinsatz sowie die Terminierung der Arbeiten, versicherte Helmut Wunderle im Gemeinderat. Dem stimmten die Ratsmitglieder dann auch einstimmig zu.

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