Schönau Lateinunterricht: Gymnasium hofft auf Ausnahme

Prekäre Situation am Gymnasium in Sachen Latein: Die Schule hat beim Regierungspräsidium Freiburg eine Ausnahmegenehmigung für die Einrichtung einer Latein-Lerngruppe beantragt.

Schönau. Dieses Ansinnen wird jetzt auch vom SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger unterstützt, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Der Abgeordnete schreibt sogar ans Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und bittet Ministerin Eisenmann um Hilfe bei diesem „dringenden bildungspolitischen Anliegen“.

Für das kommende Schuljahr hätten sich bislang 14 Schüler des Gymnasiums Schönau für Latein als zweite Fremdsprache angemeldet; Voraussetzung für die Einrichtung der Lerngruppe seien jedoch 16 Schüler. Der Entfall der Latein-Lerngruppe für die Klassenstufe 6 würde sich bis zum Abitur hinziehen. In der Folge hätten die betroffenen Schüler deutliche Nachteile bei der Wahl ihres Studienfachs beziehungsweise wären gezwungen, das Kleine oder Große Latinum neben ihrem Studium nachzuholen, schreibt Stickelberger. Zudem würde der Entfall von Latein für eine ganze Jahrgangsstufe nicht dem sprachlichen Profil des Gymnasiums entsprechen.

Zu Bedenken gibt der Abgeordnete auch, dass nach seinen Informationen mit dem Nichtzustandekommen der Lateingruppe aktuell keine Personaleinsparungen möglich seien und somit auch das Hauptargument für deren Streichung entfalle.

Eine echte Alternative zum Besuch des Gymnasiums in Schönau bestehe für viele Schüler aufgrund der räumlichen Entfernungen in der Region nicht. Das Gymnasium Schönau habe als kleines Gymnasium im ländlichen Raum eine Sonderstellung; sein sehr großes Einzugsgebiet umfasst etliche Gemeinden des Wahlkreises von Stickelberger.

Der Abgeordnete abschließend: Das Land Baden-Württemberg habe sich die Stärkung des Ländlichen Raumes zur Daueraufgabe gemacht. Dazu gehöre auch, die noch immer bestehende Kluft zwischen der städtischen und der ländlichen Bildungsbeteiligung abzubauen. Gymnasien wie dasjenige in Schönau würden hierzu maßgeblich beitragen, da sie für Bildungsgerechtigkeit in den Regionen stehen. Auch deshalb gelte es, ihre Attraktivität zu erhalten und auszubauen.

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