Schönau Lösungen für die spezielle Situation

Schulleiter Jörg Rudolf und seine Stellvertreterin Karen Albrecht halten die Türen des Gymnasiums für den Schulstart am kommenden Montag weit offen.Foto: Peter Schwendele Foto: Markgräfler Tagblatt

„Wir haben passende Lösungen gefunden“, sagt Jörg Rudolf. Der Schulleiter geht davon aus, dass das Gymnasium Schönau mit seinen 436 Schülern und 43 Lehrern gut durch das neue, von der Corona-Situation geprägte Schuljahr kommen wird. Die vom Land vorgegebenen Regeln für den Schulbetrieb machen in Rudolfs Augen Sinn.

Von Peter Schwendele

Schönau. Zur Seite steht dem Schulleiter in diesen nicht einfachen Zeiten nicht nur seine Stellvertreterin Karen Albrecht, sondern ein sechsköpfiges, aus Lehrkräften bestehendes Krisenteam, das bereits in der Hochphase der Pandemie eine wichtige Rolle gespielt hat. „Wir mussten in kurzer Zeit unter hohem Druck wichtige Entscheidungen treffen“, blickt der Schulleiter zurück.

Dies kann man zwar auch für die Zukunft nicht ausschließen, doch im Moment stellt sich für Jörg Rudolf die Lage eher so dar, dass keine unmittelbaren Überraschungen drohen und „dass wir verstehen, wie man unter den gegebenen Bedingungen einen ordentlichen Schulbetrieb hinbekommt“.

Dabei wird am Gymnasium Schönau nach vier Grundgedanken gehandelt: Zum einen gilt wie an anderen Schulen auch: Keine Durchmischung der Klassen, woraus folgt, dass im Unterricht kein Abstand gehalten werden muss, aber außerhalb des Unterrichts auf dem ganzen Schulgelände Maskenpflicht herrscht. Als dritter Punkt ergibt sich daraus, dass es sich bei Schülern und Lehrern um eine „Risikogemeinschaft“ handelt. „Es muss allen klar sein, dass sie auch für die anderen verantwortlich sind“, betont Rudolf.

Lüften, lüften, lüften

Um in der Folge das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, gelte viertens in den Klassenverbänden das Hauptmotto: Lüften, lüften, lüften. Dass diese Vorgabe mit dem Einzug der kälteren Jahreszeit immer mühseliger einzuhalten sein wird, ist dem Schulleiter bewusst. An der Optimierung der Heizungsanlage des Gebäudes wird deshalb bereits gearbeitet. Rudolf geht aber davon aus, dass sich die Schüler im Herbst und im Winter wohl wärmer anziehen müssen als sonst üblich. Die grundsätzlichen Hygieneregeln seien bereits im Lauf des vergangenen Schuljahrs allen in Fleisch und Blut übergegangen, glaubt der Schulleiter.

Wichtig war es auch, eine sinnvolle Pausenregelung zu treffen, was in Schönau aufgrund des nicht allzu üppig bemessenen Schulhofs nicht ganz einfach war. Jörg Rudolf spricht deshalb beim Konzept des Gymnasiums von „Große Pause in halb Schönau“. Nicht nur, dass jede Klasse in der großen Pause ihren eigenen Bereich hat, die Schüler werden auch auf den Schulhof, den Rathausplatz, den Bouleplatz und den Platz unter der Linde verteilt. Klar müsse sein, dass es keine „Spielpause“ mit Herumrennen und Ähnlichem geben könne, so der Schulleiter.

Intensiv gearbeitet wurde schon länger daran, dass der digitale Unterricht ausgeweitet werden kann. Dies ist nicht zuletzt dann von ausschlaggebender Bedeutung, wenn aufgrund eines Infektionsgeschehens das Gymnasium teilweise oder gar ganz erneut geschlossen werden müsste. Bei ausfallendem Präsenzunterricht muss natürlich eine brauchbare digitale Grundausstattung für alle Schüler gegeben sein. Das Gymnasium hat hier seine Möglichkeiten zur Unterstützung einzelner Schüler mit der Hilfe von Bundes- und Landesmitteln weiter verbessert.

Lernlücken schließen

Im Rückblick auf die Corona-Hochphase, als die Schulen im Land ab März monatelang geschlossen waren, meint Rudolf, dass dies für die Schüler des Gymnasiums trotz guter Vorbedingungen gerade im Bereich digitales Lernen alles andere als eine einfache Zeit gewesen sei. Um nachzuholen, was in diesen Monaten zu kurz kam, hat das Gymnasium in den Ferien sogenannte Lernbrücken angeboten. Rund 70 Schüler waren im Rahmen dieses vom Land finanzierten Programms bereits in den letzten Wochen an der Schule präsent. Der Schulleiter kündigt an, dass es in den kommenden Wochen zudem viele Wiederholungen geben werde, um etwaige coronabedingte Lücken zu schließen. Der dritte Baustein, mit dem unmittelbar auf die Krisensituation des vergangenen Schuljahrs reagiert wird, ist der Förderunterricht, der doppelt so umfangreich sein wird wie im Jahr zuvor.

Dies geht auch zu Lasten der AG-Kultur an der Schule, wobei Angebote dieser Art ohnehin erst einmal tabu sind, da sie dem Prinzip der Klassentrennung zuwiderlaufen. Ohnehin sind die Auswirkungen der aktuellen Corona-Situation für den Bereich des sozialen Miteinanders am Gravierendsten. Das weiß auch der Schulleiter: „Der schmerzlichste Punkt ist, dass erst einmal keine mehrtägigen außerschulischen Veranstaltungen stattfinden dürfen. Da fehlt etwas, ganz klar.“ Ob und in welcher Form gewohnte Anlässe wie Schulfeste oder Projekttage stattfinden können, müsse sich zeigen.

Mit Abstand das Wichtigste sei jedoch, so der Schulleiter, „dass wir nicht mehr in einem Zustand kommen wie im letzten Schuljahr, dass wir Unterricht machen können und dass wir alle gesund bleiben“. Die große Hoffnung sei, dass spätestens das übernächste Schuljahr wieder ganz normal verlaufen könne.

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