Schönau Mit Leib und Seele sofort im Himmel

Im Hochaltar von 1520 in der Schönauer Kirche steht Maria mit dem Christuskind im Mittelpunkt der Figurengruppe. Foto: Christoph Schennen Foto: Markgräfler Tagblatt

In Bayern und im Saarland wird heute wieder Mariä Himmelfahrt gefeiert. In Baden-Württemberg auch, aber hier haben die Arbeitnehmer nicht frei. Maria ist die Schutzpatronin der Erzdiözese Freiburg. Die katholische Kirche in Schönau trägt das Patrozinium „Mariä Himmelfahrt“.

Von Christoph Schennen

Schönau. Am Sonntag, 18. August, wird dort um 10 Uhr das „Hochamt zu Ehren der Gottesmutter mit Kräutersegnung“ gefeiert. Zelebrant ist Pfarrer Hannes Rümmele, es singt der Kirchenchor. Auf dem Kirchplatz gibt es anschließend ein Glas Wein. Rümmele ist derzeit Stadtpfarrer in Wolfach und Oberwolfach im Kinzigtal. Wir haben mit ihm über das bevorstehende Hochfest gesprochen.

Frage: Sie kommen extra für die Patroziniumsfeier nach Schönau?

Ich bin geborener Schönauer und habe ab 16. August Urlaub. Dieses Wochenende verbringe ich in meiner Heimat, und da bietet es sich an, die Patroziniumsfeier in Schönau zu halten. Letztes Jahr habe ich das nicht gemacht, aber davor die Jahre.

Frage: Was hat es für eine Bedeutung, dass Maria in den Himmel fährt?

Es ist theologisch konsequent, dass Maria in den Himmel aufgenommen wird. Maria ist ohne Sünde, perfekt, wie Gott den Menschen gedacht hat. Sie muss die Verwesung nicht schauen und kommt sofort in den Himmel – mit Leib und Seele. Wir Christen warten noch auf den sogenannten jüngsten Tag und die dann kommende Auferstehung von den Toten. Maria hat das schon.

Mariä Himmelfahrt heißt: wir feiern Ostern im Blick auf den Menschen. Das was unser Ziel ist. Die Marienverehrung ist kein Selbstzweck. Wir bitten die Gottesmutter, dass sie uns an die Hand nimmt und uns zu Jesus führt. Maria ist jetzt schon der neue Mensch in der neuen Schöpfung und hilft uns dabei, daran zu arbeiten, selbst neue Menschen zu werden.

Frage: Wo in der Bibel wird die Aufnahme in den Himmel beschrieben?

In den apokryphen Evangelien wird beschrieben, wie die Jünger drei Tage nach dem Tod von Maria ihr Grab aufsuchten und feststellten, dass es leer war. Stattdessen fanden sie duftende Blumen und Kräuter. Von den Kräutern geht eine Heilkraft aus. Übertragen bedeutet das, in der Auferstehung Jesu von den Toten ist auch uns ein Heilkraut gegen den Tod gewachsen. Es gibt verschiedene Bilder in Kirchen, die zeigen, wie Jesus seine Mutter in den Himmel aufnimmt. In der Papstbasilika Santa Maria Maggiore in Rom sieht man, wie Jesus Maria eine Krone aufsetzt.

Acht Tage nach der Himmelfahrt feiern die Christen das Fest „Maria Krönung“, an der liturgisch an die Krönung gedacht wird. Im Vergleich zur Aufnahme in den Himmel, die in der katholischen Kirche ein Hochfest ist, ist die Krönung Mariens „nur“ ein Gedenktag.

Frage: Gibt es Bräuche an diesem Tag?

Große Tradition hat die Feier von Mariä Himmelfahrt in Gengenbach, wo man Blumensträuße mit einem Durchmesser von eineinhalb Meter für das Fest bindet. Man sieht also, dass das Fest in der Volksseele verankert ist. In Schönau legen die Gläubigen die Kräuter auf einen Tisch und lassen sie von einem Priester segnen.

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