Schönau Neues Regenüberlaufbecken für Schlechtnau

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Klemens Ficht, Andreas Wießner und Andreas Schneider vom Landratsamt (v.l.). Foto: Ulrike Jäger

Todtnau (jä). Mit einem Förderbescheid des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 2,24 Millionen Euro in der Tasche für den Bau des neuen Regenüberlaufbeckens (RÜB) in Schlechtnau kam Regierungsvizepräsident Klemens Ficht nach Todtnau, um ihn persönlich Bürgermeister Andreas Wießner zu überreichen.

Eines der größten Projekte der Stadt

Dieser bedankte sich sehr, es sei der größte Zuwendungsbescheid, den er je erhalten habe. Diese Dimension sei sehr selten, der Bau des RÜB eines der größten Projekte der Stadt, so das Stadtoberhaupt. Die Kosten belaufen sich hier auf 3,19 Millionen Euro. Nach vielen Jahren Vorlaufzeit würde nun der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen, im ersten (2021) wurde der Bau eines Regenüberlaufs an der alten Kläranlage in Todtnauberg gefördert. Die Kosten für beide Baumaßnahmen zusammen betragen 4,86 Millionen Euro, der Zuschuss des Landes liegt bei insgesamt 3,2 Millionen Euro. Die Baumaßnahme an sich sei für die Bürger weniger interessant und sichtbar, doch der Aspekt des Wasserschutzes und für Fauna und Flora des Flusses Wiese umso mehr, betonte Ficht. Die Anlage, die dann ökologisch auf dem neuesten Stand sein wird, entlastet die Kanalisation, die sowohl Regen- als auch Schmutzwasser (Abwasser aus Haushalten und Gewerbebetrieben), sogenanntes Mischwasser, aufnimmt. Das bei Starkregen zuviel ankommende Mischwasser würde bislang ungereinigt in den Fluss Wiese geleitet, so Ficht. In Zukunft würde das Abwasser im neuen Regenüberlaufbecken zwischengespeichert und später zur Kläranlage weitergeleitet. Durch diese Zwischenspeicherung erfolge bereits eine mechanische Reinigung. Bauamtsleiter Klaus Merz erläuterte anhand von Bildern die neue Technik, die hochkomplex ist und jetzt eine „wasserwirtschaftlich optimale Lösung“ darstellt, wie Andreas Wießner betonte.

RÜB entsteht vor Kläranlage

Ein weiteres Regenüberlaufbecken existiert mitten in Todtnau, es liegt unter dem Parkplatz am Haus des Gastes. Das neue RÜB wird vor der Kläranlage in Schlechtnau als Betonrundbecken gebaut, das nur zum Teil sichtbar sein und begrünt wird. Neben dem Becken, das 375 Kubikmeter Abwasser zurückhalten kann, entstehen ein Trennbauwerk, ein Geschiebeschacht, ein Auslaufbauwerk, ein Betriebsgebäude und ein Mess- und Drosselbauwerk.

Becken auch zur Brandbekämpfung

Das Regenüberlaufbecken kann auch als Havariebecken und von der Feuerwehr zur Brandbekämpfung genutzt werden, führte Ficht aus. Der Ausbau sei eine große Leistung auch von technischer Seite, so Ficht. Kommunen im ländlichen Raum seien meist höher belastet, da die Kosten für die Abwasser- und Wasserversorgungsinfrastruktur auf weniger Einwohner aufgeteilt werden können sowie aufgrund der weit verzweigten Kanal- und Leitungsnetze, weswegen solche Kommunen im Land besonders berücksichtigt würden. Damit die Gebühren für die Bürger nicht exorbitant steigen, seien solche Zuwendungen nötig.

Bau beginnt im Frühjahr

Es sei ein „großes Paket“ für Todtnau, dankte Wießner allen Beteiligten. Die Topografie in Todtnau sei nicht einfach, doch gehörten funktionierende Abwassersysteme zur Daseinsvorsorge. Über viele Jahre habe man an dem Projekt gearbeitet, angefangen im Jahr 2007 mit drei geplanten Regenüberlaufbecken und in den Jahren 2015 und 2016 überplant, auch aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben zur Einleitung von Abwasser in Gewässer. „Wir geben viel Geld aus für eine Baumaßnahme, die zwar alle Bürger betrifft, jedoch kaum für jeden zu sehen ist“, bedauerte der Bürgermeister. Spätestens im Frühjahr 2023 soll mit dem Bau begonnen werden.

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