Schönau Radon: „Die Risiken bewusst machen“

Verstärkte Radonmessungen strebt das Umweltministerium an, nicht zuletzt im oberen Wiesental. Foto: Markgräfler Tagblatt

Oberes Wiesental -  Um Menschen besser vor dem krebserregenden Gas Radon zu schützen, will das Umweltministerium Kommunen im Schwarzwald zu Vorsorgegebieten erklären. Am Mittwoch legte Umweltminister Franz Untersteller eine diesbezügliche Vorschlagsliste vor: Unter den insgesamt 29 Kommunen befinden sich auch die Städte Zell, Schönau und Todtnau.

In den Vorsorgegebieten sollen Arbeitgeber dazu verpflichtet werden, Radon an Arbeitsplätzen im Keller und im Erdgeschoss zu messen und bei zu hohen Werten Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Auch Privatleute sollten im eigenen Interesse dem Thema vermehrte Aufmerksam widmen, legte Untersteller dar.

Radon ist ein in der Natur vorkommendes, radioaktives Gas. Es entsteht in Böden und Gesteinen aus Uran und Radium und kann unbemerkt in Gebäude eindringen und sich dort ansammeln. Laut Umweltministerium Baden-Württemberg kann bereits regelmäßiges Lüften viel bewirken. Auch die Abdichtung von Kellerräumen spiele eine Rolle. Offenbar ist anvisiert, dass für Neubauten in Radon-Vorsorgegebieten strengere Vorgaben gelten sollen.

Geplant ist, dass vor der offiziellen Ausweisung der Vorsorgegebiete eine Beteiligung der Öffentlichkeit stattfindet. Untersteller: „Radon ist in der öffentlichen Wahrnehmung erst seit Kurzem ein Thema. Aber es ist wichtig, sich die Risiken bewusst zu machen und sich, wenn nötig zu schützen.“

Radon in Gebäuden gilt nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Nach der Strahlenschutzverordnung müssen alle Gebiete ausgewiesen werden, in denen in mindestens jedem zehnten Gebäude eine Überschreitung des gesetzlichen Referenzwertes für Radon erwartet wird. Nach der ersten Ausweisung von Radonvorsorgegebieten werde man die Festlegung weiter überprüfen, heißt es in einem Papier des Umweltministeriums.

In der jüngsten Vergangenheit hatte das Ministerium die Kommunen um Unterstützung gebeten, etwa indem eigene Messungen in bestimmten Gebäuden vorgenommen werden sollten. Die Stadt Schönau beispielsweise hatte sich dem Thema bereits im Gymnasium gewidmet und 2019 dort ein Entlüftungsgerät eingebaut. Dieses Jahr wurde dann ein Messgerät angeschafft, „aber dann hat uns Corona ausgebremst“, so Bauamtsleiter Helmut Wunderle. Aufgrund des häufigeren Lüftens hätten sich keine verwertbaren Messdaten mehr gewinnen lassen.

Auch in Zell hat man sich schon mit dem Thema Radon beschäftigt, wie Hauptamtsleiter Karlheinz Keller mitteilt. Bisher habe man allerdings keine auffälligen Werte festgestellt. Dass Zell Vorsorgegebiet werden soll, hat Keller erst gestern einer Mail des Städtetags entnommen, in der für Januar auch Informationsveranstaltungen angekündigt wurden; erst danach könne man mehr sagen.

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