Schönau Saisonkarten nur für Geimpfte

Das Schönauer Schwimmbad soll am 1. Juni öffnen. Foto: Markgräfler Tagblatt

Schönau - Die Katze ist aus dem Sack. Aber keiner weiß aktuell, ob sie schon bald wieder darin verschnürt werden muss. Für Bürgermeister Peter Schelshorn steht allerdings aktuell fest: „Das Schwimmbad öffnet am 1. Juni und bleibt danach täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Die Öffnungszeit verlängert sich nach derzeitigem Stand der Dinge ab Juli auf 20 Uhr. Frühschwimmen ist ab 15. Juni dienstags und donnerstags wieder möglich“, versicherte der Bürgermeister, der darauf hinweist, dass 400 Personen gleichzeitig das Bad bevölkern dürfen und dass Saisonkarten (allerdings nur an vollständig geimpfte Personen mit dem Mindestabstand zur zweiten Impfdosis von 14 Tagen) ausgegeben werden. Alle anderen Personen benötigen einen Negativtest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, oder müssen eine Covid-19-Infektion (nicht älter als sechs Monate, aber mindestens nach 28 Tagen) überstanden haben.

Sie müssen sich die ihrem Status entsprechenden Karten immer wieder neu erwerben – wenn sich an den bisherigen Vorschriften nicht grundlegend etwas ändert.

Das hoffen Bürgermeister und Gemeinderäte inständig. Denn nicht nur Michael Locker fand, dass aus Stuttgart eine „total bescheuerte Verordnung“ vorliege, über die er sich „in Rage reden“ könnte, und zwar nicht nur deswegen, weil die Besucherzahl von 400 bedeute, dass pro 20 Quadratmeter jetzt nur noch ein Badegast ins Freibad darf, wogegen vor einem Jahr noch die Schallmauer bei zehn Quadratmetern gelegen habe.

Wenn alles so bleibt, wie es jetzt verordnet ist, dann werde das Schwimmbad – wenn alle durchgeimpft sind – längst wieder geschlossen. Außerdem glaube er nicht, dass man Kindern praktisch täglich zumuten darf oder kann, sich testen zu lassen. Es liege quasi auf der Hand: Die Menschen werden vom (kontrollierten) Freibad weg an die Ufer der (unkontrollierbaren) Wiese getrieben. Da würden sich Hotspots auftun. Und das dann obwohl alle Fachleute versichern, dass im Freien so gut wie keine Ansteckungsgefahr bestehe.

Peter Schelshorn und Michael Sladek („Wir werden in diesem Jahr ganz sicher noch keine Normalität hinbekommen“) nahmen die Kritik zum Anlass für den Appell, sich schleunigst impfen zu lassen. Diese vermeintliche einfache Lösung  allerdings war Anlass für weitere Kritik. Julian Säckinger beispielsweise argumentierte, dass sich aus dem Zwang, sich für eine Schwimmbaddauerkarte impfen zu lassen, eine Impfpflicht ableiten lassen, was er für ganz und gar nicht gut halte.

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