Schönau Schüler erleben Politik im Theaterspiel

Verena Wehrle
Freuen sich über die erfolgreiche Kooperation zwischen Theater und Stadt (v.l.): Zoulfia Schreiber vom Gymnasium, Bürgermeister Peter Schelshorn sowie Schauspielerin und Theaterpädagogin Laura Huber von Tempus fugit. Foto: /Verena Wehrle

Das Theater Tempus fugit arbeitet schon seit Jahren mit der Stadt Schönau und den Schulen vor Ort zusammen. Mehrere Projekte sind bereits gelaufen, neue Aktionen stehen an. Dazu müssen aber neue Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden.

Mit Theaterspiel Schüler für verschiedene Themen sensibilisieren, ihnen Handlungsoptionen an die Hand geben, sie stärken und Themen hautnah erlebbar machen – das möchte das Theater Tempus Fugit mit seinen Projekten an Schulen. Zwischen dem Lörracher Theater, dem GVV Schönau, der Stadt und den Schulen besteht seit Jahren eine Kooperation, die Laura Huber von Tempus Fugit, Bürgermeister Peter Schelshorn und Zoulfia Schreiber vom Gymnasium im Pressegespräch erläuterten.

2023 gleich vier Aktionen

Allein im vergangenen Schuljahr konnten im Projekt „Ankerpunkte“ durch das Förderprogramm „Freiräume“ gleich vier Aktionen in Schönau angeboten werden. Darunter zählt zum einen die Ferienbetreuung durch das Theater im August.

Des weiteren wurde im Herbst ein klassenübergreifender Theaterworkshop im Gymnasium angeboten. Dabei haben die Jugendlichen selbst Szenen zu Themen wie Demokratie, Antisemitismus oder Klimapolitik kreiert. „Sie haben gelernt sich gestalterisch zu den Themen auszudrücken“, sagt Laura Huber. Die Theaterpädagogin hebt im Pressegespräch auch die Theateraufführung zweier professioneller Schauspieler von Tempus Fugit der Eigenproduktion „Liebe Grüße, deine Marie“ vor. Das Stück wurde im November an der Buchenbrand-Grundschule gezeigt, es stellt die Begegnung einer alten Frau mit einem kleinen Mädchen da, die beide ihren Platz in der Gesellschaft nicht finden können. Der Generationenkonflikt wird dargestellt. Ein weiteres Projekt in Schönau war eine Straßenperformance von zwölf jungen Erwachsenen aus dem Spielzeit-Team von Tempus fugit. Im Oktober kreierten diese mitten in Schönau interaktive Momente zum Thema Demokratie, setzten sich etwa auf eine Bank und führten Szenen auf. Dabei waren die Passanten gefragt, sich einzusetzen. Das Theater war nicht als solches zu erkennen, was die Sache eben so spannend macht, wie Huber erklärt. Anschließend haben die Protagonisten auch Umfragen unter den Schönauern zum Thema geführt.

Theater in den Ferien

Und obwohl das Förderprogramm „Ankerpunkte“ jetzt ausgelaufen ist, geht die Zusammenarbeit zwischen Theater und Schönau weiter. „Dank der Unterstützung der Gemeinde können wir das Ferienprogramm auch in diesem Jahr anbieten“, freut sich Huber – „und das gleich zwei Wochen.“ Die Ferienbetreuung des Theaters ist eingebettet in ein umfangreiches Ferienprogramm, das von den Städten Schönau, Todtnau und Zell sowie den Firmen und Vereinen angeboten wird.

Schüler inspirieren

Ein größeres Projekt, das bereits in diesem Schuljahr angelaufen ist, ist die Einbindung der Klasse 9 a des Schönauer Gymnasiums in die Entwicklung des neuen Theaterstücks „Wider die Tyrannei“. Auf der Bühne stehen dabei nur die Schauspieler von Tempus fugit. Die Schüler jedoch haben im Vorfeld zum Thema Rechtsextremismus recherchiert und sich ausgiebig mit dem Buch „20 Lektionen für den Widerstand“ von Timothy Snyder auseinandergesetzt. „Die Schüler durften entscheiden, welche Lektionen für sie wichtig sind und haben dann Szenen daraus gespielt. Wir von Tempus fugit haben uns wiederum davon inspirieren lassen“, erläutert Huber das Projekt. Schüler sollten sich dabei Gedanken machen, was für sie Widerstand bedeutet.

Bei der Premiere am Donnerstag, 16. Mai, 19.30 Uhr im Theaterhaus in Lörrach, ist die Klasse dann im Publikum dabei. Ob das Stück wiederum auch in Schönau aufgeführt werden kann, ist – aus Platzgründen – noch unklar.

Mehrere Themen abgedeckt

Auch Bürgermeister Peter Schelshorn und Zoulfia Schreiber vom Gymnasium freuen sich über die jahrelange Kooperation mit dem Theater.

Schreiber erinnert an immer wiederkehrende Präventionsprojekte an der Schule wie etwa „Zivilcourage“ in den Klassen acht bis zehn. Hierbei würden die Schüler lernen, sich für jemanden einzusetzen und Mut zu beweisen. Auch an das Projekt „Politik – mehr als Theater?!“ in der Klasse 10 erinnert die Pädagogin. „Damit zeigen wir, wie wichtig eine eigene Beteiligung der Schüler an Politik ist und machen Politik erlebbar“, sagt Schreiber. In den siebten Klassen biete man das Theaterprojekt „Alles auf Anfang“ an, mit dem die Schüler lernen würden, dem Gruppendruck zu widerstehen.

Wichtig für den Alltag

„Die Schüler werden total abgeholt durch die Interaktion und gewinnen neue Verhaltensmuster für den Alltag“, freut sich die Lehrerin.

Der wichtigste Schritt sei aber nun, weitere Finanzierungsmöglichkeiten für die Projekte zu finden, betont Huber zum Ende des Gesprächs.

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