Schönau Steht jetzt ein „Gränzzaun“ in Schönau?

Verena Wehrle
Mit ihrer Instagram-Kampagne „The Gränzzaun“ machen die Schönauer Gymnasiasten auf ihren aktuellen Bauzaun auf dem Pausenhof aufmerksam – mit Erfolg. Foto: zVg/zVg

Satire von Schülern gemacht: Die Gymnasiasten nehmen die Argumente der Gemeinderäte zum Talstraßen-Beschluss mit einer Kampagne aufs Korn.

„Willkommen in The Länd“ – mit dieser Kampagne macht Baden-Württemberg seit Oktober 2021 auf sich aufmerksam. Nun haben auch eine Handvoll Schönauer Gymnasiasten eine Kampagne gestartet – angelehnt an „The Länd“. Mit „The Gränzzaun“ sorgen sie nun im sozialen Netzwerk Instagram für viele „Follower“ und vor allem dafür, dass ihr neuer Bauzaun auf dem Schulhof satirisch mal so richtig aufs Korn genommen wird. Aber eigentlich ist es nicht der Zaun selbst, sondern die Argumente der Gemeinderäte, die gegen die Sperrung der Talstraße stimmten, über die sich hier lustig gemacht wird.

Die Schüler, die dahinter stehen, wollen ihren Namen nicht nennen, aktuell sei die Sache „noch zu heiß“, erzählt einer der Schüler im Gespräch mit dem Markgräfler Tagblatt.

„Absolut einschränkend“

Die Idee zu „The Gränzzaun“ entstand zunächst aus Spaß. Fünf Tage nach dem Gemeinderatsbeschluss gegen die Sperrung der Talstraße ging die Seite online und Aufkleber wurden verteilt. Einige Schüler mit einem guten Händchen für Grafik haben die Seite gestaltet. Richtig Fahrt aufgenommen habe das Projekt aber erst seit dem 17. Februar als dann auch der zwölf Meter lange Bauzaun tatsächlich stand und seitdem den Schulhof von der Straße abtrennt. „Jeden Tag stehen hier 440 Schüler auf 550 Quadratmetern , das ist absolut einschränkend“, sagt der Schüler am Telefon. „Unser Projekt geht seitdem richtig durch die Decke“, erzählt er.

Er und seine Freunde betonen: „Wir fechten auf keinen Fall den demokratischen Beschluss an, aber die Entscheidung wurde nach unserer Meinung nicht richtig gefällt.“ Um sich über die Argumente einzelner Räte lustig zu machen, nutzen sie das Original-Sitzungsprotokoll, „weil wir es amüsant finden.“ So schreiben sie etwa über Mechthild Münzers Aussage, dass man keinen Pausenhof habe, welcher von einer Straße durchquert wird.

Gemeinderat diskutiert mit

Prompt kam eine Reaktion von Gemeinderat Julian Seckinger, der versucht, seine Fraktionskollegin zu verteidigen. „Genau diese Diskussionen haben uns gezeigt, dass unsere Aktion richtig ist“, sagt der Schüler.

Satirisch zeigen sie auf einer Karte wie der „Gränzzaun“ nun Schönau West und Ost trennt. Sie schreiben: „Der lang ersehnte Gränzzaun hat seinen Weg in die Talstraße gefunden und ziert jetzt die Schönauer Stadt. Die Gefahr scheint gebannt, die Anwohner zeigen sich erfreut über die Aufwertung der Städtles.“ – natürlich alles Satire. Auch machen die Schüler deutlich, dass auch die Vereine den Platz nicht mehr zum Feiern nutzen können. Und sie informieren, dass der Zaun rund 8000 Euro kostete.

Das Ziel der Schüler: Auf die Problematik des zu kleinen Schulhofs aufmerksam machen und, dass sich etwas ändert.

Der Bauzaun ist nur ein Provisorium, das erst verschwindet, wenn der Gemeinderat eine Lösung gefunden hat.

„Wir können uns nicht vorstellen, dass man etwas Permanentes hinstellt und wenn, dann wird es einen Riesenaufschrei geben – von allen“, betont der Schüler. Die Wunschlösung wäre, dass die Talstraße gesperrt wird, wie ist dabei zweitranging. Denn: „Wir brauchen einen größeren Pausenhof.“

Weitere Aktionen, auch von anderen Gruppierungen des Gymnasiums, sind geplant. Das Thema ist also noch lange nicht vom Tisch.

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