Schönau Tourismus: Pandemie hinterlässt Spuren

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie spiegeln sich nun auch in den jüngst veröffentlichten Tourismuszahlen der Schwarzwaldregion Belchen wider. Foto: Klaus Hansen/Schwarzwaldregion Belchen Foto: Markgräfler Tagblatt

Die Corona-Pandemie hinterlässt ihre Spuren. Während die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe seit knapp sieben Monaten geschlossen sind, veröffentlicht nun die Schwarzwaldregion Belchen die Tourismuszahlen für das Jahr 2020, die einen vorläufigen historischen Tiefstand aufweisen.

Oberes Wiesental. Während im Jahr 2019 noch 103 195 Übernachtungen an der Südseite des Belchens gezählt wurden, waren es im Jahr 2020 gerade einmal 67 037, wie in einer Pressemitteilung dargelegt wird. Dies ist ein Rückgang von 35,04 Prozent.

Dramatischer gestalten sich sogar noch die Ankunftszahlen, die von 37 642 im Jahr 2019 auf 22 658 zurückgingen (minus 40,24 Prozent). Die Rückgänge entsprechen auch den schwarzwaldweiten Tourismuszahlen, die 2019 im Durchschnitt um 35 bis 40 Prozent fielen. Erst spürte man im Südschwarzwald den schlechten Winter, dann kam die Corona-Pandemie, die dafür sorgte, dass lediglich im Monat September mehr Übernachtungen als im Vorjahr zu verzeichnen waren (plus 17 Prozent).

„Zwar hatten wir, wie überall im Schwarzwald, ebenfalls einen richtig guten Sommer mit sehr vielen Gästen, was wir an den Übernachtungszahlen in den unterschiedlichen Beherbergungsarten auch sehen, doch drückt sich dies anhand der Tatsache, dass sonst rund ein Fünftel der Gesamtübernachtungen die Gruppenunterkünfte ausmacht, nicht in den Zahlen für die Monate Juni bis August aus“, erklärt Matthias Kupferschmidt, Leiter der Schwarzwaldregion Belchen.

So konnten für Jugendliche und Kinder Zelt- und Ferienlager ebenfalls nicht stattfinden, wie große Seminare oder Feiern in Häusern und Hütten, so dass alleine bei den Gruppenunterkünften ein Rückgang von etwa 66 Prozent aufzuweisen ist. Auch die Hotellerie verzeichnet einen Einbruch um rund 35 Prozent. Dagegen waren Ferienwohnungen trotz eines mehrmonatigen Beherbergungsverbots im Frühjahr, dem Herbst und dem Winter unter dem Strich genauso gefragt, wie im Jahr 2019 (17 418, plus 0,01 Prozent). „In den Jahren zuvor reisten viele Gäste noch für den Zweit- oder Dritturlaub in den Schwarzwald, während im vergangenen Jahr der Schwarzwald plötzlich das Haupturlaubsziel war. Das drückt sich letzten Endes auch in der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer aus, die erstmals nach Jahren des Rückgangs plötzlich wieder anstieg“, so Matthias Kupferschmidt.

Aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen lag der prozentuale Anteil an Gästen aus dem Inland bei rund 85 Prozent. In der Vergangenheit lag dieser Wert im Durchschnitt zwischen 75 und 80 Prozent.

Auf sechs Jahre, in denen die Schwarzwaldregion Belchen in jedem Jahr mehr Ankünfte verzeichnen konnte (von 30 538 in 2013 zu 37 642 in 2019), folgte nun also das verflixte siebte Jahr, das aber voraussichtlich nur mit einem vorübergehenden Tiefstand verbunden ist. Da die Häuser seit mittlerweile knapp sieben Monaten geschlossen sind, rechnet Kupferschmidt für 2021 mit einem weiteren Rückgang. „Selbst ein sehr guter Sommer und ein goldener Herbst werden nicht dafür sorgen, dass das Niveau von 2020 erreicht werden kann.“ In Anbetracht der derzeit zurückgehenden Inzidenz hofft man auf baldige Lockerungen, die damit verbunden sein könnten, dass nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder Gäste an der Südseite des Belchens begrüßt werden dürfen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Ankunftszahlen 2020:

Schwarzwaldregion Belchen gesamt: 22 658 (minus 39,81 Prozent), Aitern 6479 (minus 76,03 Prozent), Böllen 146 (plus 143,33 Prozent), Fröhnd 2257 (minus 24,19 Prozent), Schönau 4098 (minus 41,47 Prozent), Schönenberg 444 minus 76,10 Prozent), Tunau 374 (minus 44,01 Prozent), Utzenfeld 419 (minus 8,52 Prozent), Wembach 100 (plus 44,93 Prozent), Wieden 8.341 (minus 43,20 Prozent).

Die Übernachtungszahlen 2020: Schwarzwaldregion Belchen gesamt: 67 037 (minus 35,04 Prozent), Aitern 19 030 (minus 32,28 Prozent), Böllen 948 (plus 181,31 Prozent), Fröhnd 8866 (minus 14,11 Prozent), Schönau 10 565 (minus 36,82 Prozent), Schönenberg 1588 (minus 69,65 Prozent), Tunau 1034 (minus 33,38 Prozent), Utzenfeld 1181 (minus 30,81 Prozent), Wembach 1184 (plus 118,85 Prozent), Wieden 22 641 (minus 41,31 Prozent).

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