Schönau Waldprämie bringt Schönau ein Plus

Hans-Jürgen Hege
Nach einigen extremen Trockenjahren konnte sich der Wald 2021 vielerorts wieder ein wenig erholen.. Foto: Hauke-Christian Dittrich

„Von Entspannung kann noch keine Rede sein“, so Forstbezirksleiterin Susanne Berger. Trotzdem überraschte sie die Gemeinderäte am Montag nach einem Waldwirtschaftsjahr, in dem die Planvorgaben in weiten Teilen erfüllt werden konnten, mit der erfreulichen Nachricht, dass die Stadt zum Jahresende mit einem Plus von 183000 Euro und damit „aktuell mit einem positiven Ergebnis“ rechnen könne.

Von Hans-Jürgen Hege

Schönau. Verantwortlich dafür sei neben einer gewissen Erholung des Waldes nach den extrem trockenen Jahren zuvor, der deutlich reduzierten Borkenkäferlage und den verbesserten Holzmarktpreisen in erster Linie aber die Bundeswaldprämie und einige Fördermittel des Landes, die mit 140 000 Euro zu Buche schlugen. Insgesamt aber, so Berger in ihrem Vortrag, mit dem sie sich auch als neue Forst-Verantwortliche im Bezirk vorstellte, habe man in Sachen Wald- und Klimawandelanpassung auf dem Weg, den Wald im Sinne des Gemeinwohls zu erhalten und ihn für den Klimawandel fit zu machen, viele Maßnahmen getroffen, die sich zum Teil in der Auswahl trockenheitstoleranter Baumarten, bei intensiver Jungbestandspflege oder intensiver Durchforstung widerspiegeln. Aber wie schon erwähnt: Ein Grund für Freudensprünge ist die Entwicklung laut Bergers Einschätzung nicht. Ob sich die positiven Aspekte auch im nächsten Jahr fortsetzen, hänge vor allem vom Wetter ab.

Der Forst plane im kommenden Jahr bei einer Gesamtnutzung von 7300 Festmetern den Einschlag von 2100 Festmetern Käferholz, kündigte Susanne Berger an. Auf 10 Hektar sei eine Jungbestandspflege, auf weiteren 23,3 Hektar eine Schlagpflege vorgesehen. Auf knapp sechs Hektar werden hauptsächlich Douglasien gepflanzt. Und nicht zuletzt zur Sicherung eines 40-prozentigen Nadelholzanteils sind 12,2 Hektar Schutzmaßnahmen geplant. Aber all das kostet natürlich auch wieder Geld. Das Forstamt rechnet mit Erlösen aus dem Verkauf von Nutz- und Brennholz in Höhe von 446 990 Euro, mit Einnahmen aus Pacht (8764 Euro) und Fördergeldern über 19 500 Euro. Dem stehen unter anderem Ausgaben für Erschließung und Gebäude (28 450 Euro), Pflegemaßnahmen (22 660 Euro), Kulturen/Schutz (62 400 Euro), Holzernte (301 000 Euro) und Verwaltungskosten (92 000 Euro) gegenüber, was unterm Strich ein Defizit von 39 000 Euro erwarten lässt. Das Erfreuliche dabei laut Susanne Berger: „Der Verlust ist lange nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren.“ Und ein weiterer Trost: „Wenn sie dem Bewirtschaftungsplan 2022 zustimmen, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Stadtwalds im Hinblick auf den Klimawandel.“ Ob dieses Argument entscheidend war, konnte natürlich nicht ausgemacht werden. Jedenfalls billigte das Gremium den Plan des Forstamts einstimmig.

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