Schönau Was ist politisch und was nicht?

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Mit dem Thema Demokratie beschäftigten sich die zehnten Klassen des Gymnasiums Schönau. Foto: zVg

Kürzlich drehte sich für die zehnten Klassen des Gymnasiums Schönau alles um die Demokratie: Im Bürgersaal fand eine Veranstaltung der Theatergruppe Tempus fugit aus Lörrach statt.

Schönau. Schon seit mehreren Jahren gibt es eine Kooperation zwischen der Theatergruppe unter Leitung von Karin Maßen und dem Gymnasium. Dieses Jahr war unter dem Titel „Politik: Mehr als Theater?“ das Geschehen dem Thema Demokratie gewidmet.

Die Schüler der Klasse 10a gingen mit der Erwartung eines Theaterstücks in den Saal, doch es kam anders. Das Programm begann mit einer kleinen Quizshow, bei der die Schüler direkt aktiv wurden und sich entscheiden mussten, was für sie eigentlich „politisch“ ist: Die eigene Kleidung, der eigene Körper, die Musik, die sie hören? Schnell wurde klar, dass es bei diesem Quiz kein Richtig oder Falsch gab, sondern dass es darum ging, sich Gedanken zum Thema Politik zu machen. In Kleingruppen diskutierten die Schüler mit den Mitgliedern der Theatergruppe und versuchten, für sich persönlich einzuordnen, was für sie eigentlich politisch ist und was nicht. Während vorher nur die Frage „Ist Musik politisch?“ gestellt wurde, konkretisierte sich mit der Zeit alles ein wenig. „Ist Sexismus und Frauenfeindlichkeit im Deutschrap politisch?“, war beispielsweise eine der Fragen.

Im nächsten Teil ging es um Repräsentation. In Kleingruppen wählten die Schüler aus ihrem Kreis eine Vertretung, die sie repräsentieren sollte. Die Repräsentanten mussten sich anschließend in die Mitte des Stuhlkreises setzen und immer zwischen zwei Antwortmöglichkeiten im Namen der Gruppe entscheiden – ohne, dass dies vorher in der Gruppe besprochen wurde, was gar nicht so einfach war. Die anderen Gruppenmitglieder konnten ihre Rückmeldung durch einen grünen Punkt für „einverstanden“ und einen roten Punkt für „nicht einverstanden“ geben. So begann ein Gespräch darüber, wie Repräsentation eigentlich funktionieren kann.

Anschließend begann das einzige Theaterstück. Die sieben Schauspieler von Tempus fugit verkörperten Politiker, die die Jugendlichen davon überzeugen wollten, ihnen ihre Stimme zu schenken. Die Inhalte waren alle gleich und die Politiker versuchten, nur mit Sympathie und Überzeugung zu punkten. Von etwas frauenfeindlichen Sprüchen bis zu einer Dame, die in eine persönliche Geschichte aus ihrer Jugend abschweifte, gab es alles. Die Schüler durften sich danach entscheiden, wen sie auf keinen Fall wählen würden. Daran schloss sich ein reges Gespräch darüber an, welche Eigenschaften den Schülern bei einer Wahl eigentlich wichtig wären.

Zum Schluss ging es darum, in kleinen Gruppen eigene Reden zu einem gewählten Thema – Feminismus, das Schulsystem und die Demokratie an der Schule – zu schreiben. Alle drei Themen wurden am Ende noch mal von den Schauspielern oder von den Schülern selbst vor der ganzen Klasse vorgetragen.

Nach dem Besuch von Tempus fugit blieb noch jede Menge Gesprächsbedarf, vor allem zum Thema Schulsystem und Demokratie an der Schule, was den Schülern sehr am Herzen liegt und wobei sie noch Verbesserungspotenzial sehen.

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