Schönau „Wir machen Musik mit dem Mund“

Gudrun Gehr

Ungewöhnliche Töne waren im Bürgersaal Schönau beim Beatbox-Workshop des Tonkünstlers Paul Brenning aus Berlin zu vernehmen.

Von Gudrun Gehr

Schönau. Bei seinem Termin beim „SchönART-Festival“ im Juni des FUSS-Vereins (Förderverein für umweltfreundliche Stromverteilung und Energieversorgung) fiel der Programmpunkt mit dem 35-jährigen Unterhalter, Mundakrobaten, Geräuschimitator und „Beatboxer“ wegen Krankheit aus, dies wurde nun nachgeholt.

Musik als Brücke zu den Flüchtlingskindern

Veranstalterin Carolina Bruck-Santos hatte Kinder und Jugendliche zum Neustart eingeladen. Rund 40 Kinder der Schönauer Schulen folgten der Einladung, darunter befanden sich auch einige Flüchtlingskinder aus der Ukraine, die in Fröhnd wohnen. Paul Brenning erklärte seinen kleinen Gästen: „Wir machen nun Musik mit dem Mund.“ Brenning präsentierte Beispiele für das brückenbauende Element und die internationale Sprache von Musik. Im Nu hatte er seine kleinen Besucher in seinen Bann gezogen. Was in den drei Stunden im Bürgersaal stattfand, waren gelebte Musikpädagogik vom Feinsten und unvergessliche Musikstunden für die Schüler.

Den Kindern verdeutlichte er, dass man nur mit Stimme, korrekter Haltung des Mikrofons und Übung bestens ein Schlagzeug imitieren kann. Nebenbei wäre dieser Schlagzeuger ein herzlich willkommenes Mitglied jeder Musikgruppe, ohne die üblichen Transportprobleme des Instrumentes, ohne Platznöte oder das zeitintensive Aufbauen der Instrumententeile vor einem Auftritt.

Wie man ein Schlagzeug imitiert

Paul Brenning sagte: „Wir bauen einen Beat.“ So imitierte er die Töne der einzelnen Schlagzeugteile, wie die Bass Drum, das Beckenpaar eines Hi-Hat oder einer Snaredrum und erklärte den Kindern die entsprechenden Notationen.

Die Töne klingen lautmalerisch stark unterschiedlich und wurden mit bestimmten Bezeichnungen versehen, wie „dm“, „kh“ oder „psch“. Humorvoll zeigte Brenning kindgerecht auch die Möglichkeiten auf, dass ein Takt durchaus Platz lässt für kreative Pausen wie das Schnauben à la Darth Vader, ein Rufen oder sonstige Alltagsgeräusche. So erhielten die Kinder Gelegenheit, ihre eigene Tonfolge herzustellen und einen „Beat zu bauen“.

Wie macht eine Espressomaschine?

Schnell vertieften sich die begeisterten und hoch konzentrierten Kinder gruppenweise in ihre eigenen Kompositionen und in die Notierung ihres „Beats“. Die überraschend kreativen und rhythmischen Ergebnisse durften die kleinen Künstler vor ihrem Publikum präsentieren, um begeisterten Beifall zu erhalten. Auch die Kinder aus der Ukraine rappten ihre rhythmischen Kompositionen mit Sprechgesang begeistert in ihrer Muttersprache, und so entstanden über die Brücke der Musik vielfältige Kontakte. Kein Wunder, wenn auf diese Weise durch die Workshops eine kleine Keimzelle für künftige leidenschaftliche Schönauer Drummer und Drummerinnen entstehen würde. Neben den Workshops unterhielt Brenning schmunzelnd mit der Imitation diverser Alltagsgeräusche, wie das reale Laufen einer Espressomaschine.

Zwei mit einem „Acoustic Instinct“

Brenning erklärte im Pressegespräch, nunmehr sein 20. Jubiläum als „Beatboxer“ zu feiern. Der gebürtige Freiburger verbrachte seine Jugend in St. Peter und fand seine erste musikalische Ausbildung bei den Freiburger Domsingknaben. Nach seinem 15. Lebensjahr fand er seine Liebe zum „Beatboxen“ und bildete sich autodidaktisch weiter. Brenning betätigt sich in Berlin als Kompositeur und ist künstlerisch mit seinem Partner Julian Knörzer als Beatbox-Duo „Acoustic Instinct“ auf der Bühne. Sein neues Hip-Hop-Projekt „Maus“ ist in Vorbereitung.

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