Von wegen Ruhe auf dem Bau: „Die wird es am THG auch in Zukunft wohl nicht geben“, ahnte Bertram Ludwig gemeinsam mit den Gästen, die am Donnerstag den (vorläufigen) Abschluss von 16 Jahren Umbau- und Sanierungsarbeiten am Gymnasium feierten.

Schopfheim . Dabei hatte der scheidende Gebäudemanager der Stadt vor kurzem selbst noch orakelt, nach dieser jahrelangen Kraftanstrengung sei für die nächsten „30 Jahre“ erst mal Schluss.

Diese Wette nahm THG-Direktorin Claudia Tatsch bei der kleinen Feierstunde in der Aula sofort an. An Ruhe glaube sie keineswegs. Falls diese wider Erwarten doch eintreten sollte, werde sie Bertram Ludwig, der bekanntlich Ende des Monats in die Hansestadt Hamburg wechselt, in 30 Jahren zu einem Fischbrötchen einladen.

Bürgermeister Christof Nitz nahm denn auch stark an, dass Ludwig „die Wette verliert“. In den vergangenen 16 Jahren jedenfalls sei am THG „immer etwas zu tun gewesen“. Das Stadtoberhaupt wollte zum jetzigen Zeitpunkt denn auch lieber von einer „Zwischenbilanz“ reden.

Die hatte es indes in sich: 14,3 Millionen Euro investierte die Stadt in dieser Zeit ins Gymnasium. Immerhin 5,8 Millionen Euro davon steuerte das Land in Form von Zuschüssen bei. Außerdem waren noch knapp eine Million Euro für Instandhaltungsarbeiten fällig.

Tatsächlich sei es ein Anliegen der Stadt, die Schulen weiter zu entwickeln. Die ständig wechselnden Bildungsvorgaben durch das Land machten dies allerdings nicht immer leicht, so Nitz. Gleichwohl habe sich die Markgrafenstadt als Schulstandort gut entwickelt. Das THG sei dabei sicher das „Flaggschiff“.

Der Bürgermeister bedankte sich bei Bertram Ludwig für dessen Einsatz. „Das THG und die Schulen lagen ihm sehr am Herzen“, so Nitz. Der Neubau der Aula und der Mensa seien sicherlich ein Glanzstück seiner Ära bei der Stadt. Der Bürgermeister schloss in seinen Dank für eine „hervorragende Zusammenarbeit“ auch Schulleitung und Kollegium mit ein.

Bertram Ludwig listete noch einmal die zahlreichen Arbeiten am THG seit 2002 auf – angefangen vom neuen Erweiterungsbau über die umfassenden Sanierungen (Energie, Fassade, Flachdach, Elektroinstallation) bis hin zu den neuen Fachräumen.

Birgit Müller, stellvertretende Schulleiterin, berichtete vom „großen Schrecken“, den der Kabelbrand vor vier Jahren ausgelöst hatte, in dessen Gefolge denn auch die jüngste Sanierungswelle übers THG schwappte. Trotz aller Widrigkeiten sei auch in dieser (Bau-)Zeit ein „reibungsarmer Unterricht“ möglich gewesen, lobte sie Planer, Handwerker, Kollegen und Hausmeister, die als Dank eine kleine Portion „Kabelsalat“ überreicht bekamen.

Dass Bertram Ludwig mit seiner „Ruhe“-Prognose wohl daneben lag, machte Müller mit dem Hinweis deutlich, dass da ja noch die Aufstockung des Zwischenbaus auf sich warte.

Architekt Harald Klemm überreichte den beiden Schulleiterinnen zum Abschluss der Sanierungsarbeiten einen Schlüssel aus Teig sowie einen Zirkel.