Schopfheim Abitur: Aufgaben kommen per USB-Stick

Nicht in der großen Sporthalle, sondern in der eher geschützten Atmosphäre eines Klassenzimmers schreiben die Gymnasiasten ihre schriftlichen Abi-Arbeiten. Foto: zVg

Schopfheim - Jede Menge Schokoladeneier müsste der Osterhase dieses Jahr den Abiturienten als Nervennahrung ins Nest gelegt haben: Die Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) müssen vergleichsweise spät - Ende April / Anfang Mai – zu den schriftlichen Prüfungen antreten - und mussten in den Osterferien davor noch richtig büffeln.

Deutschprüfung am Dienstag

Dass die zweiwöchigen Osterferien direkt vor der ersten Prüfung, dem Deutschtest, stattfinden, sei für die Gymnasiasten eigentlich von Vorteil, findet Studiendirektorin Birgit Müller, bei der wie stets die Fäden fürs Abi zusammenlaufen: Die Ferien böten die Gelegenheit, für die Prüfungen zu lernen, ohne dass die Schüler zwischendurch noch Klausuren schreiben müssten. 115 Abiturienten sind zur Prüfung angemeldet, vom Umfang her ein „normaler Jahrgang“, wie Birgit Müller auf Anfrage unserer Zeitung berichtet.

„Der Worte sind genug gewechselt, laßt mich auch endlich Taten sehn“: In diesem Sinne beginnen laut Pressemitteilung des baden-württembergischen Kultusministeriums am Dienstag, 30. April, die schriftlichen Prüfungen traditionell mit dem Fach Deutsch. Zur Pflichtlektüre gehört - das Zitat verrät es - „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe. Auch das Kunstmärchen „Der goldne Topf“ von E.T.A. Hoffmann und der bei Generationen beliebte Roman „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse gehören zum verbindlichen Literaturkanon.

Neben dem Fach Deutsch sind eine Fremdsprache, Mathe sowie ein frei wählbares Kernfach Pflicht für alle Prüflinge. In diesem Jahr findet am THG am 2. Mai die schriftliche Prüfung in Spanisch statt. Es folgen am 3. Mai Mathe, am 6. Mai Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Kunst, Sport und Musik und am 8. Mai Englisch. Die letzte schriftliche Prüfung findet am 10. Mai in Französisch statt. Dass Prüfungen auch in Kunst, Sport und Musik möglich sind, freut Konrektorin Birgit Müller sehr. „Das zeigt, dass das THG breit aufgestellt ist.“ Die fachpraktischen Prüfungen in diesen Fächern fanden bereits statt.

Prüfungsaufgaben werden vor Ort kopiert

Neuheiten gibt es in diesem Jahr auch. Erstmals seien bei den Fremdsprachen auch zweisprachige Wörterbücher als Hilfsmittel zu den Prüfungen zugelassen, teilt Birgit Müller mit. In Mathe freilich dürfen grafikfähige Taschenrechner nicht mehr benutzt werden.

Um nach diversen Einbruchsversuchen in Deutschland die Sicherheit zu erhöhen, werden die Aufgaben für die schriftlichen Prüfungen, die aus dem zentralen Pool kommen, erstmals per USB-Stick geliefert. Erst am Morgen der jeweiligen Prüfung werden die Aufgaben ausgedruckt - eine echte Herausforderung.

Damit der Zeitdruck so gering wie möglich ausfällt, wurden Vorkehrungen getroffen: „Wir haben zum Glück turnusmäßig neue Kopierer erhalten“, sagt Konrektorin Birgit Müller. Zudem sei extra für diesen Fall noch ein weiterer Kopierer angeschafft worden; neue Heftgeräte seien ebenfalls vorhanden.

Für die Lehrer heißt es aufgrund dieser zeitigen Druckeraufgaben an den Prüfungstagen, sehr früh in die Schule zu kommen. Birgit Müller: „Um 6 Uhr morgens geht es los.“ Die Schüler dagegen fangen später an als noch vor einem Jahr: Alle Prüfungen beginnen erst um 9 Uhr; in den Vorjahren war schon um 8 oder 8.30 Uhr Prüfungsbeginn.

Etwa ein Drittel des Kollegiums, 32 Lehrer, sind am THG mit den Abi­prüfungen befasst, weitere 20 sind zusätzlich bei den mündlichen Prüfungen am 1. und 2. Juli im Einsatz, dann also etwas mehr als die Hälfte des Kollegiums. Vor allem sind die Pädagogen bemüht, das „Drumherum“ angenehm zu gestalten. So finden die schriftlichen Prüfungen nicht etwa in der großen Sporthalle statt, sondern in Klassenzimmern. „Wir wollen die Prüfungen für die Schüler so reibungslos wie möglich zu machen“, betont Birgit Müller.

Wenn alles überstanden ist, darf gejubelt werden: Offizielle Zeugnisübergabe ist am 19. Juli in der Stadthalle, einen Tag darauf wollen die Schüler den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife unter sich nach Kräften feiern.

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