Schopfheim An der Grenze des Machbaren

Markgräfler Tagblatt

Nichts zu meckern hatte der neu gegründete Verwaltungs- und Finanzausschuss in seiner ersten Sitzung. Ganz im Gegenteil: Nachdem die Räte die Arbeit der Wohnungslosenhilfe gelobt hatten, gab es auch Anerkennung für die Seniorenarbeit in der Stadt.

Von Hans-Jürgen Hege

Schopfheim . Das Lob galt in erster Linie Lob dem Engagement von Dagmar Stettner, der Leiterin des Seniorenbüros. Aber auch Sabrina Schwierk, die für das EFS-Projekt „Ohne Ballast im Alter“, das den Übergang vom Erwerbsleben in die Rente erleichtern soll, verantwortlich zeichnet.

Sie hat in Kooperation mit der Stadt Schopfheim und der Gemeinde Steinen „zur Stärkung der Teilhabe älterer Menschen über 60“ so gute Erfahrungen gesammelt, dass sie für Schopfheim gute Chancen sieht, als eines von 29 Modellprojekten auch in der kommenden Periode ab Oktober 2022 teilnehmen zu können.

Anträge auf die Fördersumme von 150 000 Euro, von denen die Kommunen bei einem Zuschuss von 105 000 Euro dann noch Eigenmittel in Höhe von 45 000 Euro selbst aufbringen müssten, wolle man auf alle Fälle stellen. Die Aussichten seien wegen der jetzt schon erfolgreichen Teilnahme durchaus positiv einzuschätzen, so Schwierk. 

Dagmar Stettner stellte ihre Arbeit der vergangenen Monate vor. Sie machte im gleichen Atemzug aber ebenso klar, dass sie mit ihrem bisher 50-prozentigen Deputat an die Grenzen des Machbaren stoße.

Gute Entscheidung

Da dürfte es der Leiterin des Seniorenbüros wie Öl runtergegangen sein, dass CDU-Stadträtin Heidi Malnati ihren Dankesworten hinzufügte: „Es stellt sich heraus, dass wir mit der Einrichtung dieser Stelle eine gute Entscheidung getroffen haben. Es zeigt sich aber auch, dass die Stelle mit 50 Prozent klar unterbesetzt ist.“

Zumal Schopfheims Bevölkerung in den nächsten 15 Jahren deutlich älter werden wird, wie Sonja Steiger, die Nachfolgerin der bisherigen Diakonie-Leiterin Karin Racke betonte. „Die Bedürfnisse werden naturgemäß steigen“, kündigte sie an, lobte aber auch die Stadt, die mit der Einrichtung eines Seniorenbüros einen wichtigen Schritt getan habe.

Bürgermeister Dirk Harscher versprach, die Bemühungen des Büros auch in Zukunft zu unterstützen. Er stellte allerdings auch fest: „Wir werden alle älter und bleiben dank großer Fortschritte der Medizin auch länger gesund. Aber bei allem Verständnis für die Belange älterer Menschen: Von Null auf 100 können wir nicht in jedem Fall gehen.“

Die Entwicklung müsse Schritt halten mit den finanziellen Möglichkeiten der Stadt, die – wie allgemein bekannt sei – ganz sicher nicht auf Rosen gebettet sei.

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