Schopfheim „Auf Nummer sicher gehen“

Schopfheim -   Wie im Großlabor geht es seit Wochen im Rathaus zu. Im Zusammenhang mit den Corona-Schnelltests an Schulen – und demnächst auch an Kindergärten – dreht sich (fast) alles um Stäbchen, Pufferröhrchen und die Frage: Positiv oder negativ?

Nach knapp zwei Wochen regelmäßiger Testungen an den Schulen fällt die Bilanz von Bürgermeister Dirk Harscher jedenfalls positiv aus: „Es funktioniert einwandfrei“, so sein Fazit anlässlich eines Pressegespräches. Die Stadtverwaltung hat nach seinen Worten innerhalb des Corona-Stabs eine dreiköpfige Untergruppe gebildet, die sich ausschließlich um die Testungen kümmert.

Schulen: Keine Probleme

Deren Leiter Marcus Krispin zeigt sich mit den bisherigen Erfahrungen denn auch hochzufrieden. Nach dem einwöchigen Probelauf vor den Osterferien (wir berichteten) gehen die regelmäßigen Tests in den Schulen „reibungslos“ über die Bühne. „Die Schüler können es, gar kein Problem“, so Krispin. Die Rückmeldungen von den fünf betroffenen Grundschulen seien sehr gut.

Die Stadt setzt für die Tests die Lieferungen des Landes ein. „Wir haben keinen Einfluss darauf, was wir bekommen“, so Krispin. Derzeit handele es sich um Nasentests, mittlerweile von drei verschiedenen Herstellern. Das mache die Handhabung für Lehrer und Schüler nicht eben einfacher.

„Die große Mehrheit der Eltern steht hinter den Tests“, berichtet Krispin und spricht von „hoher Akzeptanz“. Nur vereinzelt komme es vor, dass Schüler dem Unterricht fernbleiben – entweder wegen der Maskenpflicht oder wegen der Tests.

Pro Woche finden an den Schulen nach seinen Worten rund 4600 Testungen statt – pro Schüler jeweils zwei. Bislang seien fünf Schnelltests positiv ausgefallen. Bei der Nachprüfung in Form eines PCR-Tests hätten sich aber alle als negativ herausgestellt.

Nächster Baustein: Kitas

Nächster Baustein in der städtischen Test-Strategie sind die Kindergärten. „Unser Hauptproblem besteht derzeit darin, die richtigen Sets für Kinder zu finden“, berichtet Marcus Krispin.

Die Mitarbeiter in den Kitas versorge die Stadt mit den Landeslieferungen, die sie auch an den Schulen einsetzt, erklärt Patrik Bender. Für die Kinder müsse sie die Tests „selber organisieren“. In Frage kommen lediglich die Drei- bis Sechsjährigen, für die kleineren Kinder gebe es noch überhaupt keine Angebote.

Den voraussichtlichen Bedarf schätzt der zuständige Fachgruppenleiter im Rathaus auf rund 1600 Test-Kits pro Woche. Die Stadt werde damit sowohl ihre eigenen Kindertagesstätten versorgen als auch jene der freien Träger.

Die Beschaffung des Material ist indes alles andere als einfach. Zum einen sei der einschlägige Markt ziemlich leer gefegt, zum anderen seien nicht alles Tests für Kinder geeignet. Das gelte für beide Varianten, die in Frage kommen – die so genannte „Lolli-“ und die „Spuck“-Version. Weder vom Land noch vom Städtetag gebe es einschlägige Empfehlungen, so Bender.

„Die gängigen Tests sind laut Beipackzetteln erst für Personen ab 18 Jahren zugelassen“, schildert Marcus Krispin das Problem. Viele Kommunen setzten diese trotzdem ein. „Aber wir wollen auf Nummer sicher gehen“, betont er und hofft gemeinsam mit Patrik Bender, dass der Corona-Stab in der ersten Maiwoche einen geeigneten Test findet.

Mitarbeiter der Stadt

Neben Schulen und Kindergärten rückt auch die Stadtverwaltung verstärkt in den Test-Fokus. Jeder Mitarbeiter soll künftig zweimal pro Woche zuhause einen Schnelltest vornehmen, bevor er ins Büro geht. Die Verwaltung rüstet auch Stadt- und die Ortschaftsräte mit den erforderlichen Materialien aus.

Feuerwehren

Das gilt ebenso für die Feuerwehrleute. Damit diese ihren Übungsbetrieb wieder aufnehmen können, sollen sie nach Angaben des Bürgermeisters bis August vor jeder Probe einen Selbsttest vornehmen.

„Wir verteilen bald jede Woche an Schulen, Kindergärten und Feuerwehr fast 8000 Tests im Wert von jeweils fünf bis sechs Euro“, bilanziert Dirk Harscher.

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